Sortenreine Rohstoff-Führung

MdB Andreae auf Firmenbesuch beim Freiburger Unternehmen Bareg

Freiburg, (PresseBox) - Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae, Bündnis 90/Die Grünen, hat am gestrigen Donnerstag den Betrieb von IHK-Vollversammlungsmitglied Sabrina Binz in Freiburg besucht. Im Rahmen der Besichtigung der Recycling- und Entsorgungsfirma Bareg sprachen die Geschäftsführerin und die Freiburger Politikerin unter anderem über Schwierigkeiten bei der Flüchtlingsintegration sowie Auflagen und Vorschriften für Unternehmen.

Seit Andreae Mitglied des Deutschen Bundestags ist, besucht sie durchschnittlich einmal wöchentlich eine Firma in ihrem Wahlkreis. Bei rund 15 Jahren Abgeordnetentätigkeit ist da die Liste der Unternehmensrundgänge lang. „Im Laufe der Zeit wurde der Umgang mit Ressourcen in den Betriebspräsentationen immer plakativer“, berichtet die Politikerin. „Anfangs habe ich mich gefragt, ob die das wegen mir machen, weil ich eine Grüne bin. Aber das stimmt nicht, die Themen Rohstoffe und ihre Wiederverwertung sind einfach viel wichtiger geworden.“ Sabrina Binz gerät bei diesen Dingen beinahe ins Schwärmen. „Dieses Geschäft unterliegt enormen Schwankungen, aber das ist genau das, was es für mich so spannend macht.“ Weniger begeistert ist die Geschäftsführerin von den Vorschriften, die sie von der Politik erhält. „Unsere Arbeit wird durch immer neue Regelungen immer zeitaufwendiger und kostenintensiver.“

Binz‘ Firma Bareg hat neben den Standorten in Emmendingen, Eschbach und Mahlberg-Orschweier seit knapp einem Jahr einen vierten Standort im Freiburger Industriegebiet Nord. Unverständlich ist für die Unternehmerin, dass sie trotz der Umsetzung der behördlichen Auflagen teilweise Schwierigkeiten durch Anwohner bekommt. „Dabei sitzen wir hier in einem ausgewiesenen Industriegebiet“, ärgert sie sich. „Wo soll ich denn sonst hin mit einer Recycling- und Entsorgungsfirma?“ Hier wünscht sie sich von Kerstin Andreae Änderungen: „Im Bereich von Industrieflächen sollte es einfach keine Wohnungen oder andere konfliktträchtige Nutzungen geben.“ Überhaupt sei es sehr schwierig für sie, passende Industrieflächen zu finden.

Auch das Umweltinformationsgesetz, das jeder Person Anspruch auf freien Zugang zu Umweltinformationen zugesteht, ohne ein rechtliches Interesse darlegen zu müssen, findet Binz übertrieben. Andreas Kempff, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein, der an dem Gespräch mit Andreae ebenfalls teilnimmt, stimmt der Geschäftsführerin zu. „Ein solches Gesetz spricht nicht gerade für viel Vertrauen der Politik in unsere Unternehmer. Selbst ohne dieses Gesetz hätten die behördlichen Stellen doch jeden Zugriff auf Informationen. Reicht das nicht?“

Eine weitere Sorge der Unternehmerin ist der Fachkräftemangel. „So gern ich Bareg weiter vergrößern würde, aber ich finde keine Leute“, bedauert Binz. Inzwischen hat die Mutterfirma des Betriebs, Paul Becker in Denzlingen, die sich um die Mitarbeitersuche und -einstellung kümmert, eine Vollzeitkraft zur Flüchtlingsintegration eingestellt. „Aber selbst bei intensiver Betreuung ist es aus verschiedenen Gründen sehr schwierig.“ Immer wieder würde es passieren, dass die Geflüchteten nach einigen Tagen nicht mehr zur Arbeit erscheinen würden. Andere, die engagiert seien, hätten jedoch keine Bleiberechtperspektive. Sabrina Binz berichtet der Bundestagsabgeordneten von einem ganz konkreten Beispiel von einem jungen Mann aus Gambia. Auch Ibrahim Sarialtin, Fachberater für Flüchtlingsintegration bei der IHK Südlicher Oberrhein, ist mit solchen Fällen vertraut. Kerstin Andreae: „Hier muss ein Spurwechsel geschehen. Die geflüchteten Menschen, die in Arbeit sind, müssen raus aus den Asylverfahren. Da sollte es doch reichen, wenn sie einmal jährlich an offizieller Stelle ihren Arbeitsvertrag vorzeigen.“ Wie auch die Industrie- und Handelskammern spricht sich Andreae für ein Einwanderungsgesetz aus.

Beim Rundgang über das Gelände erhält die Politikerin nach dem gemeinsamen Gespräch Einblicke in das Wertstoffrecycling von alten Zeitschriften bis zu großen Garnrollen. Binz zeigt der Bundestagsabgeordneten außerdem das Altholzrecycling. Dabei ist Holz nicht gleich Holz. „Das unbelastete Holz wie Obstkisten oder Paletten muss streng getrennt werden vom belasteten Holz aus dem Rückbau“, erklärt die Expertin. Später, im Laufe der Besichtigung, gelangt die Gruppe dann zu einem siebeneinhalb Meter hohen Rolltor. Während Binz es per Knopfdruck öffnet, kommt sie noch einmal auf aus ihrer Sicht unsinnige Verordnungen zurück: „Hinter diesem Tor lagern Teerreste, die nicht wiederverwertbar sind. Sie kommen aus dem Straßenbau und lagen dort viele Jahre lang im Freien. Warum wir sie hier auf unserem Areal hinter einem Tor verschließen müssen, ist mir ein Rätsel.“

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