Glänzende Geschäftszahlen - trübe Aussichten

IHK Südlicher Oberrhein präsentiert Ergebnisse ihrer Konjunkturumfrage zum Herbst 2012

(PresseBox) ( Freiburg, )
Nach wie vor laufen die Geschäfte der Unternehmen am Südlichen Oberrhein hervorragend. 91 Prozent geben an, dass ihre Geschäftslage derzeit gut oder befriedigend sei. Der Blick in die Zukunft wird jedoch zunehmend skeptischer - erstmals rechnen mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung der Geschäftszahlen in den kommenden zwölf Monaten. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Südlicher Oberrhein hervor, bei der mehr als 1.000 Unternehmen um Auskunft über ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten werden.

Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen zusammenfasst, kann Werte zwischen 0 und 200 Punkten einnehmen. Er befindet sich mit 113 Punkten zwar noch immer im expansiven Bereich, trotzdem markiert dieser Wert den tiefsten Stand des Index seit Jahresbeginn 2010.

Dabei zeigt sich zwischen den Branchen ein differenziertes Bild. Während sich in Industrie und Handel bereits die ersten Vorboten einer sich abschwächenden Konjunktur ankündigen, befinden sich andere Wirtschaftszweige wie die Hotellerie und Gastronomie in Südbaden weiterhin auf einem Höhenflug.

In der Industrie überwiegen zum ersten Mal seit drei Jahren die Unternehmen, die fallende Auftragsvolumina verzeichnen. Dabei sind es gleichermaßen die Auftragszahlen aus dem In- wie aus dem Ausland, die eine rückläufige Tendenz aufweisen. Entsprechend vorsichtig nimmt sich die Investitionspolitik der Unternehmen aus. Gerade einmal 20 Prozent beabsichtigen ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zu verstärken, während knapp 30 Prozent ihre Investitionstätigkeit zurückfahren werden.

Nachdem über zwei Jahre lang ein konstanter Beschäftigungsaufbau in den Betrieben am Oberrhein stattfand, mehren sich die Anzeichen, dass dieser nun deutlich an Schwung verliert. 18 Prozent der Unternehmen möchten in den kommenden zwölf Monaten neue Stellen schaffen, während 15 Prozent ihre Belegschaft zu reduzieren beabsichtigen.

Wie bereits im vergangenen Herbst wurden die Unternehmen wiederum zu ihren Erfahrungen bei der Rekrutierung von Fachkräften befragt. Der Anteil der Unternehmen, die Stellen aufgrund des Fachkräftemangels derzeit nicht adäquat besetzen kann, hat sich dabei leicht von 37 Prozent auf 31 Prozent in diesem Jahr verringert. Die verglichen mit dem Vorjahr schwächere konjunkturelle Lage hat demnach auch den Konkurrenzkampf um Fachkräfte etwas entschärfen können. Differenziert nach Branchen zeigt sich die Hotellerie und Gastronomie am stärksten betroffen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen kann offene Stellen hier nicht adäquat besetzen, während die Quote in Industrie (25 Prozent) und Baugewerbe (29 Prozent) deutlich niedriger liegt.

Bezüglich des Qualifikationsniveaus bestätigt sich erneut, dass vor allem Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung (41 Prozent) bzw. einem abgeschlossenem Meister oder Fachwirt (52 Prozent) gesucht werden. Lediglich bei 33 Prozent der offenen Stellen suchen die Unternehmen nach Fachkräften mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Befragt nach den Berufsfeldern rangieren die technischen Berufe mit 56 Prozent deutlich vor Servicetätigkeiten (21 Prozent) und kaufmännischen Berufen (20 Prozent).

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen geben an, dass der Fachkräftemangel bei ihnen zu einer Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft führt. Auch sehen 58 Prozent der Unternehmen in ihm in Zukunft ein Wachstumshemmnis, das sich in einer Einschränkung der Produktion oder des Serviceangebots niederschlagen wird. Als dritter großer Problembereich wird der Verlust an Innovationsfähigkeit von 39 Prozent der Unternehmen identifiziert. Gerade wenn junge gut qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, steht zu befürchten, dass sich hier in Zukunft Defizite zeigen werden.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.