PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 597639 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
  • Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart
  • Jägerstraße 30
  • 70174 Stuttgart
  • http://www.stuttgart.ihk24.de
  • Ansprechpartner
  • Anke Seifert
  • +49 (711) 2005-1322

Trotz schleppender Konjunktur: Südwestwirtschaft bereit durchzustarten

Arbeitsmarkt im Land bleibt stabil

(PresseBox) (Stuttgart, ) Trotz schleppender Konjunktur sieht sich die Südwestwirtschaft für eine allmähliche Belebung im zweiten Halbjahr gut gerüstet. Obwohl sich die Lage bei vielen Unternehmen seit Jahresbeginn verschlechtert hat, sind die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate bei fast einem Viertel der Betriebe optimistisch. Vor allem die Industrie rechnet mit guten Geschäften dank verbesserter Auftragseingänge und positiver Exporterwartungen. Die Beschäftigung bleibt auf hohem Niveau stabil. Das ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Frühsommer 2013, an der sich knapp 4.100 Unternehmen aller Branchen, Landesteile und Größenklassen beteiligt haben.

"Die andauernde Krise in der Eurozone hat nicht dazu beigetragen, das Vertrauen der Unternehmen in die europäische Wirtschafts- und Währungspolitik zu stärken", sagt Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart und Federfüher Konjunktur und Beschäftigung der zwölf IHKs in Baden-Württemberg. Die Folge seien sinkende Absatz- und Umsatzzahlen sowie verringerte Kapazitätsauslastung bei den Unternehmen.

Aktuell beurteilen 37 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg ihre Geschäftslage mit "gut", das sind fast fünf Prozentpunkte weniger als zu Beginn des Jahres. Etwa ein Zehntel der Betriebe ist nicht zufrieden (plus 2,5 Prozent gegenüber Jahresbeginn). Im Vergleich zum Januar hat sich damit die Lageeinschätzung der Gesamtwirtschaft spürbar verschlechtert.

Der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate hat sich laut Umfrage dagegen nicht verschlechtert. Die Erholung der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Südwestwirtschaft hat sich fortgesetzt. Demnach registriert jedes vierte Unternehmen steigende Auftragseingänge und nur noch jeder fünfte Betrieb gibt eine Verschlechterung seiner Auftragslage an. Damit meldeten die hiesigen Unternehmen zum ersten Mal seit dem Herbst letzten Jahres wieder eine steigende Nachfrage.

Aktuell erwarten fast 26 Prozent der Unternehmen eine bessere Geschäftsentwicklung für das laufende Jahr, fast drei Prozentpunkte mehr als vor vier Monaten. Mit schlechteren Geschäften rechnen 15,5 Prozent - eine Abnahme um rund 2 Prozentpunkte.

Frische Impulse kommen nach Angaben der Unternehmen dabei vor allem aus dem Ausland, insbesondere aus den rasant wachsenden asiatischen und südamerikanischen Schwellenländern. Mit zunehmendem oder gleichbleibendem Auslandsgeschäft rechnen landesweit 88 Prozent der exportorientierten Unternehmen. Die Inlandsnachfrage bereitet dagegen der Mehrheit der Unternehmen immer noch Sorgen.

Angesichts der aktuellen Situation sind nach Angaben der IHKs die Investitions- und Beschäftigungspläne für 2013 weiterhin von Vorsicht geprägt. Diese haben sich im Vergleich zum Jahresbegin nochmals geringfügig verschlechtert. Richter: "Es fehlt der zündende Funke, der die Unternehmen dazu veranlassen würde, den Fuß von der Bremse zu nehmen."

Trotz schleppender Konjunkturentwicklung erweist sich der Arbeitsmarkt im Südwesten weiterhin als robust, wie die Umfrageergebnisse zeigen. Mit rund 238.000 registrierten Arbeitslosen bzw. einer Quote von akutell 4,2 Prozent ist Baden-Württemberg weiterhin das Bundesland mit der zweitniedrigsten Arbeitslosigkeit. Aufgrund der geringen konjunkturellen Dynamik wollen die meisten Unternehmen ihre Belegschaften in etwa konstant halten (67 Prozent). 16 Prozent beabsichtigen einen Personalabbau, 17 Prozent sind auf der Suche nach zusätzlichen Fachkräften. Darüber hinaus bremst der unverändert hohe Mangel an Fachkräften die Beschäftigungsentwicklung. 34 Prozent der Unternehmen befürchten, dass sie die benötigten Fachleute nicht in ausreichender Zahl finden werden.

In der Industrie hatte sich die schwache Nachfrage in den letzten Monaten in einer negativen Umsatzentwicklung niedergeschlagen. Folglich fallen auch die Lageurteile der Industrieunternehmen aktuell etwas ungünstiger aus als zu Jahresbeginn. 32 Prozent der Betriebe melden weiterhin eine gute oder befriedigende Lage (Jahresbeginn: 37 Prozent). Dank einer leicht verbesserten Auftragseingangstendenz und zuversichtlicher Exporterwartungen ist die Zahl der Optimisten aber weiter gestiegen.

Der lange Winter hat der Stimmung am Bau keinen Abbruch getan. Das Auftragspolster wächst: außer im öffentlichen Hochbau melden alle Bausparten eine steigende Nachfrage. Die Mehrheit der Betriebe geht davon aus, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten nicht nachlassen wird.

Sinkende Umsätze und Erträge haben die Zufriedenheit beim Handel stark schrumpfen lassen. Ein Teil hofft jedoch auf bessere Geschäfte, sobald wärmere Temperaturen den Absatz der neuen Saisonware ankurbeln. Der produktionnahe Großhandel wartet hingegen auf eine Belebung der Geschäfte seiner industriellen Kundschaft.

Werbewirtschaft, Verkehrsgewerbe, Reisebüros sowie Hotels und Gastronomie klagen über schlechte Geschäfte, während die Anbieter von Datenverarbeitungs- und Beratungsdiensten höchst zufrieden sind. Allgemein ist die Zuversicht in den meisten Servicebranchen gestiegen.

Die Geschäfte der Anbieter von kaufmännischen und rechtlichen Beratungsdienstleistungen haben in den letzten Monaten zwar an Dynamik eingebüßt, jedoch laufen sie für die Mehrheit der Unternehmen weiterhin gut. Die Auftragslage der Branche hat sich sogar im Vergleich zum Jahresbeginn nochmals leicht verbessert, so dass der Blick nach vorn unverändert optimistisch ausfällt.

Insgesamt werden von den Dienstleistern weiterhin positive Impulse für Investitionen und Beschäftigung im Südwesten ausgehen.

Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHK).

In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 619.000 Mitglieds-unternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.