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Pressemitteilung BoxID: 586677 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
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Prof. Dr. Horst Köhler erhält MERKUR

Höchste IHK-Auszeichnung für Verdienste um die Wirtschaft

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart verleiht ihre höchste Auszeichnung, den MERKUR, heute an Prof. Dr. Horst Köhler. Der Volkswirt und frühere deutsche Bundespräsident erhält den Preis für seine Verdienste um die Wirtschaft in Deutschland und weltweit. In zahlreichen nationalen und internationalen Ämtern in Politik und Wirtschaft habe sich Köhler über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft eingesetzt, so IHK-Präsident Georg Fichtner.

"Prof. Dr. Horst Köhlers Engagement für eine freiheitliche Ordnung, internationale Verständigung und Chancengleichheit ist beispielhaft", sagt Fichtner. "Soziale Marktwirtschaft ist für ihn mehr als die Summe von Wirtschaftsordnung und öffentlich finanziertem Ausgleich von persönlichen und gesellschaftlichen Härten. Soziale Marktwirtschaft ist für ihn menschlich im Sinne von Freiheit und Eigenverantwortung sowie Hilfe in echter Not." Die Wirtschaft im Land profitiere bis heute von Horst Köhlers Leistungen, die er teils auf internationalem Parkett, teils im Hintergrund erbracht habe, so Fichtner.

Horst Köhler wurde 1943 als siebtes von acht Kindern im polnischen Skierbieszów geboren. Das Abitur machte er 1963 in Ludwigsburg. Die Familie lebte seit 1953 dort, nachdem sie zunächst nach Sachsen geflüchtet und dann aus der DDR emigriert war. Köhler hat an der Universität Tübingen Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und 1977 promoviert. Ab 1977 bekleidete er verschiedene Funktionen im Bundesministerium für Wirtschaft sowie im Bundesministerium für Finanzen, 1990 wurde er Staatssekretär. Im Finanzministerium war er an zwei zentralen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der 1990er Jahre beteiligt: zunächst an der Gestaltung der Wirtschafts- und Währungsunion zwischen den beiden deutschen Staaten, dann an der Organisation der europäischen Währungsunion. Als persönlicher Vertreter von Bundeskanzler Helmut Kohl bereitete er zudem die G7-Wirtschaftsgipfel zwischen 1990 und 1993 vor, die für die Annäherung von Ost und West und die Gestaltung der wirtschaftlichen Globalisierung entscheidend waren.

Köhler hat sich stets für eine faire Gestaltung der Globalisierung stark gemacht, die an regionale Strukturen gekoppelt ist. Als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (1993 bis 1998) bezeichnete er die regionale Verbundenheit der Sparkassen als "Anker in der Globalisierung". In seinen Ämtern als Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung von 1998 bis 2000 und als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 2000 bis 2004 hat Köhler auf die Teilhabe ärmerer Weltregionen an der wirtschaftlichen Entwicklung hingewirkt, zunächst in den Transformationsländern in Mittel- und Osteuropa, dann in den Entwicklungsländern. Sein Engagement für die afrikanischen Länder und die deutsch-afrikanischen Beziehungen führte Köhler auch als Bundespräsident (2004 bis 2010) weiter.

Als Fachmann für Währungs- und Wirtschaftsfragen sowie engagierter Verfechter der sozialen Marktwirtschaft hat Köhler den Kompetenzrahmen eines Bundespräsidenten ausgeschöpft. "Offen will ich sein - und notfalls unbequem", kündigte er zu Beginn seiner ersten Amtszeit als Bundespräsident an. Den Willen, sich einzumischen und auch kritische Entwicklungen anzusprechen, hat Köhlers gesamte bisherige Wirkungszeit geprägt. So hat er bereits Anfang der 1990er Jahre als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium auf die Risiken des Nord-Süd-Gefälles im gemeinsamen Währungsraum hingewiesen und als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands immer wieder die Frage nach Grenzen, Maß und Mitte der Finanzmärkte gestellt. Beide Themen sind heute hochaktuell. Im vergangenen Jahr wurde Köhler vom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in das Beratergremium für die Zukunft der globalen Entwicklungsziele berufen. Das Gremium soll den Generalsekretär dabei unterstützen, eine entwicklungspolitische Agenda für die Jahre nach 2015 zu entwickeln.

Mit dem MERKUR, einer Bronze des Schutzpatrons der Gewerbetreibenden, ehrt die IHK Region Stuttgart seit 1990 Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Wirtschaft verdient gemacht haben. Die Plastik wurde von dem international renommierten Bildhauer Paul Wunderlich (1927 bis 2010) für die IHK Region Stuttgart geschaffen und seitdem an Jacques Delors, Berthold Leibinger, Hans L. Merkle, Birgit Breuel, Hans Peter Stihl, Roland Klett, Dieter Hundt, Otto Graf Lambsdorff, Jürgen Hubbert, Heinrich von Pierer, Hermann Scholl, Wilfried und Kurt Stoll, Ludwig Georg Braun, Arend Oetker, Rüdiger Grube, Günther H. Oettinger sowie Wolfgang Franz verliehen.