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Pressemitteilung BoxID: 596909 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
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Internationalisierung zeigt sich unbeeindruckt von Eurokrise

Exportstärke der Region macht sich weiterhin bezahlt

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Unternehmen in der Region Stuttgart setzen trotz rauem Umfeld weiterhin unbeirrt und erfolgreich auf Auslandsmärkte. Die regionalen Industriebetriebe verdienen fast zwei von drei Euros ihres Umsatzes im Ausland. Auch wenn die Impulse aus dem Ausland im Jahresverlauf 2012 merklich nachließen, stehen global erfolgreich agierende Unternehmen weiterhin insgesamt besser da, als ihre auf den heimischen Markt konzentrierten Mitstreiter. Daher plant die regionale Wirtschaft ihre Ausgaben für Investitionen im Ausland im Vergleich zum Vorjahr erneut zu erhöhen und damit ihre Präsenz auf Märkten in aller Welt weiter auszubauen. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an der sich über 1.000 Unternehmen in der Region Stuttgart beteiligt haben.

Die Industrieunternehmen der Region Stuttgart erwirtschafteten im letzten Jahr 64,2 Prozent ihrer Gesamtumsätze im Ausland. Ihr Auslandsumsatz lag 2012 mit einem Volumen von 57,4 Milliarden Euro knapp 10,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Trotz der Staatsverschuldungs- und Vertrauenskrise in der Eurozone gelang der Wirtschaft Baden-Württembergs ein moderates Exportwachstum. Der Exportumsatz erreichte einen historischen Höchststand von 176,3 Milliarden Euro.

Der Außenhandel ist damit weiterhin ein wichtiger Stützpfeiler für die Wachstumsimpulse der Region. IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter fordert von der Landesregierung, sich in Brüssel für die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Außenhandel, insbesondere für das Zollrecht einzusetzen. Vor allem das Freihandelsabkommen mit den USA, die Zielmarkt Nummer eins für Exporte aus Baden-Württemberg sind, sollte vorangetrieben werden. Aber auch in Berlin müsse dafür gesorgt werden, dass der Wirtschaft optimale Rahmenbedingungen bereitgestellt würden. "Ein erfolgreiches Auslandsengagement trägt auch im Inland zu Wachstum und Beschäftigungssicherung bei. Jedoch unter der Voraussetzung, dass Forschung und Entwicklung sowie Produktion aus Wettbewerbsnachteilen nicht ins Ausland abwandern. Nur so können wir unsere Position als führende Wirtschafts- und Innovationsregion behaupten und ausbauen", so Richter. Die von SPD und Bündnis 90/Die Grünen geplante Wiedereinführung der Vermögensteuer würde vielen Unternehmen notwendige Mittel für Forschung und Innovation entziehen und die Betriebe in Entwicklung und Existenz schwächen, so Richter weiter.

Laut der IHK-Umfrage sehen die regionalen Unternehmen die aktuellen Geschäftsbeziehungen zu den 30 untersuchten Handelspartnern kritischer als noch im Vorjahr. Sie rechnen jedoch fest damit, dass sich diese Beziehungen innerhalb der nächsten zwölf Monate merklich verbessern und sich ihr Auslandsgeschäft auch im Jahr 2013 nochmals verbessern wird. Im Jahr 2013 will daher wie schon 2012 knapp die Hälfte aller global aktiven Unternehmen aus der Region Stuttgart mehr im Ausland investieren als im Vorjahr. Nur 14 Prozent der Betriebe planen eine Reduzierung ihrer Budgets für Auslandsinvestitionen Die restlichen 37 Prozent der Betriebe möchten ihre Ausgaben für Investitionen außerhalb Deutschlands auf dem bisherigen Niveau in etwa konstant halten. Die Industrie dominiert weiterhin das Investitionsgeschehen im Ausland. Jedoch holen andere Branchen auf: Der Anteil der im Ausland investierenden Dienstleister hat sich in den letzten acht Jahren mehr als verdoppelt und liegt in 2013 bei 38 Prozent und damit deutlich vor dem Handel (22 Prozent), aber hinter der Industrie (46 Prozent).

Von den im Ausland investiv tätigen Unternehmen in der Region wollen 60 Prozent in China investieren, 57 Prozent in der "alten" Europäischen Union (EU vor den jüngsten Erweiterungsrunden), 42 Prozent in Nordamerika sowie 40 Prozent im restlichen Asien. Knapp 92 Prozent der Unternehmen geben dabei an, im Jahr 2013 durch ihre Auslandsinvestitionen in Vertriebs- und Kundendienstnetze sowie auch in Produktionsstätten und Niederlassungen ihre Marktposition vor Ort sichern oder ausbauen zu wollen.

Die Umfrage bestätigt erneut, dass es Unternehmen, die im Ausland investieren, besser geht, als solchen, die dies nur im Inland tun. Entgegen der populären Kritik an der Exportabhängigkeit sind die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der Unternehmen in der Region nicht schädlich, sondern förderlich für die Binnenwirtschaft. So melden 43 Prozent der im Ausland investiv aktiven Betriebe eine gute aktuelle Geschäftslage, lediglich sieben Prozent berichten von einer schlechten. Unter den nicht im Ausland investierenden Unternehmen melden mit einem Anteil von 35 Prozent spürbar weniger Betriebe, dass es ihnen gut geht. Über schlecht laufende Geschäfte klagen hingegen immerhin zehn Prozent von ihnen.

Neben diesen Ergebnissen belegt auch der Blick auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die anhaltende Staatsverschuldungskrise in der Eurozone, dass die Region Stuttgart, wie auch Deutschland, von der anhaltenden Internationalisierung seiner Unternehmen profitiert: Ohne global präsente, im internationalen Wettbewerb gestärkte und hoch produktive Unternehmen wäre die enorm schnelle Erholung von der Weltwirtschaftskrise nicht möglich gewesen.

Der wichtigste Handelspartner Baden-Württembergs und seiner Kernregion sind nach wie vor die USA mit einem Exportvolumen von 18,3 Milliarden Euro in 2012. Auf Platz zwei und drei der wichtigsten Zielmärkte stehen erneut die Schweiz mit 15,4 Milliarden Euro und Frankreich mit 14,4 Milliarden Euro. Auch Russland und China konnten sich in den Top Ten der Absatzmärkte behaupten, obwohl die Ausfuhren nach China erstmals seit 1999 leicht rückläufig waren.

Diese Pressemitteilung und die Auswertung der Umfrage "Globalisierung trotz(t) Eurokrise" 2013 stehen auch auf www.stuttgart.ihk.de, Dok-Nr. 122860.