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Pressemitteilung BoxID: 597631 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
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IHK: Eurokrise mindert Zufriedenheit der Unternehmen

Einstellungspläne der regionalen Wirtschaft konstant

(PresseBox) (Stuttgart, ) Lange Zeit sah es so aus, als sei die regionale Wirtschaft ein Fels in der Brandung der europäischen Staatsverschuldungskrise. Inzwischen hat sich gezeigt, dass auch sie nicht immun ist gegen die negativen Auswirkungen der Krise. Neben der unmittelbaren negativen Wirkung auf die Unternehmen, für deren Waren und Dienstleistungen die strauchelnden Krisenländer Südeuropas ein wichtiger Absatzmarkt sind, belastet der anhaltende Vertrauensverlust in das europäische Krisenmanagement die regionale Wirtschaft. Insbesondere die Investitionsbereitschaft der Betriebe sinkt. Infolge der schleichenden Konjunktur registrieren immer mehr Unternehmen gesunkene Umsätze, eine stagnierende Ertragsentwicklung sowie eine sich nur schleppend er-holende Nachfrage. Dennoch befindet sich die regionale Wirtschaft aktuell in einer immer noch recht guten Situation. Die Beschäftigung hält sich auf hohem Niveau. Der Blick nach vorn bleibt leicht zuversichtlich. Das ist der Tenor der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an der sich rund 1.000 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen beteiligt haben.

"Noch ist nicht klar, in welche Richtung in den nächsten zwölf Monaten der Zeiger ausschlagen wird", erklärt Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. "Sollten neue Hiobsbotschaften aus den Euro-Krisenländern in den kommen-den Monaten ausbleiben, spricht derzeit einiges dafür, dass sich die regionale Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte langsam beleben wird", so Richter. Eine anziehende Nachfrage aus den Schwellenländern Asiens und Amerikas dürfte dann den Investitionsstau allmählich auflösen und die regionale Wirtschaft auf Touren bringen. Aber bei einer weiteren Verschärfung der Krise sei auch eine Verschlechterung der Situation möglich.

Aktuell beurteilen laut Umfrage rund 34 Prozent der Betriebe in der Region Stuttgart ihre Lage als " gut". Das sind mehr als fünf Prozentpunkte weniger als noch zu Beginn des Jahres. In einer schlechten Situation sehen sich zehn Prozent der Unternehmen. Das waren bei Jahresbeginn knapp zwei Prozentpunkte weniger. Bei den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate fällt die Beurteilung der Betriebe geringfügig positiver aus als am Jahresbeginn: knapp 83 Prozent hoffen auf bessere oder gleichbleibende Geschäfte ähnlich wie im Januar (82 Prozent). Schlechtere Ge-schäfte erwarten aktuell 17 Prozent - das war zu Beginn 2013 noch ein Prozentpunkt mehr. Der regionalen Wirtschaft ist es dank ihrer globalen Präsenz gelungen, ihre zuletzt noch rückläufige Tendenz im Auftragseingang aus dem Ausland zu verbessern und damit die noch immer leichte Schwäche der Inlands-nachfrage auszugleichen. Erstmals seit dem Nachfrageeinbruch vom letzten Herbst melden wieder mehr Unternehmen eine steigende als eine nachlassende Gesamtnachfrage.

Da die Impulse derzeit vorrangig aus dem Ausland kommen, hat sich die Auftragslage der Industrie, die zwei von drei Umsatzeuros im Ausland erwirtschaftet, am stärksten verbessert. Auch die Auftragslage der regionalen Dienstleister weist auf eine leichte Verbesserung der Geschäfte hin. Die Bauwirtschaft dagegen befindet sich weiterhin in einer expansiven Sonderkonjunktur. Die Wintermonate haben nur eine kleine saisonübliche Delle in der ansonsten deutlich aufwärts gerichteten Nachfrageentwicklung hinterlassen.

Darüber hinaus erwartet die regionale Wirtschaft eine weitere Belebung ihrer Auslandsgeschäfte in den kommenden zwölf Monaten. 36 Prozent aller auslandsorientierten Unternehmen rechnen mit einem Anstieg ihrer Exporte, deutlich weniger Betriebe (10 Prozent) sind pessimistisch und erwarten einen Rückgang. Auch ist der Anteil der Unternehmen, die in der Entwicklung der Nachfrage aus dem Ausland ein potenzielles Geschäftsrisiko sehen, im Vergleich zum Beginn dieses Jahres um drei auf 24 Prozent zurückgegangen. Aufgrund der schleppenden Erholung der Auftragseingänge aus dem Inland ist die Entwicklung der Binnennachfrage das von den meisten Betrieben (60 Prozent) genannte Geschäftsrisiko.

Die meisten Unternehmen halten sich derzeit aufgrund der bestehenden Verunsicherung mit der Einstellung zusätzlichen Personals zurück. Fast zwei Drittel aller Unternehmen aus der Region Stuttgart haben laut Umfrage in den nächsten zwölf Monaten vor, ihren Personalbestand konstant halten. Eine Verkleinerung ihrer Belegschaften planen 18 Prozent der Betriebe. Weiterhin Personal aufbauen wollen mit einem Anteil von 17 Prozent fast genauso viele Unternehmen. Damit hat sich an den Beschäftigungsplänen der hiesigen Wirtschaft im Vergleich zum Jahres-beginn nicht viel geändert. Die Region Stuttgart zählt mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent weiterhin zu den Regionen in Deutschland mit der geringsten Arbeitslosigkeit. Zudem klagen insbesondere in den Branchen, in denen es weiterhin überdurchschnittlich gut läuft, wie bei den Informations- und Beratungsdienstleistungen oder der Bauindustrie, besonders viele Unter-nehmen darüber, dass sie die dringend benötigten Fachkräfte nicht in ausreichender Zahl finden können. Somit werden die Beschäftigtenzahlen in den kommenden Monaten auf dem erreichten hohen Niveau in etwa konstant bleiben.

Diese Pressemitteilung sowie der Konjunkturbericht für die Region Stuttgart "Zufriedenheit schwindet, vorsichtige Zuversicht bleibt", Mai 2013, stehen auch auf www.stuttgart.ihk.de, Dok-Nr. 122916.