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Pressemitteilung BoxID: 588761 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
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Gute Aussichten auf Übernahme nach Ausbildung

Mangelnde Ausbildungsreife bleibt Ausbildungshemmnis Nr. 1

(PresseBox) (Stuttgart, ) Rund 75 Prozent der Unternehmen in der Region Stuttgart beabsichtigen für das Jahr 2013 mindestens die Hälfte ihrer Auszubildenden zu übernehmen. Im Branchenvergleich planen insbesondere Banken und Versicherungen sowie Industrieunternehmen mit einer sehr hohen Übernahmequote. Entscheidende Kriterien für eine Übernahmeentscheidung sind die Fachkräftesicherung und die Positionierung als attraktives Unternehmen. Das zeigen die Ergebnisse einer Online-Umfrage zur Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an der sich fast 600 Unternehmen in der Region Stuttgart beteiligt hatten.

Die Fachkräftesicherung durch eigene Ausbildung besitzt bei den Unternehmen nach wie vor hohe Priorität. Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart: "In Anbetracht rückgängiger Schulabgängerzahlen sind die Ausbildungschancen der Jugendlichen auch 2013 sehr gut, obwohl das Angebot an Ausbildungsplätzen insgesamt leicht gesunken ist."

73 Prozent der Unternehmen halten jedoch ihr Ausbildungsplatzangebot stabil oder vergrößern es sogar. Vor allem Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Verkehr, Gesundheit und Pflege planen für 2013 ihr Angebot auszubauen. Auch die Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten weisen auf ein Plus an Ausbildungsangeboten hin.

Das leicht gesunkene Angebot an Ausbildungsplätzen in der Region passt sich damit der geringeren Anzahl an Bewerbern an. Durch den demografischen Wandel melden mehr Unternehmen als in den Vorjahren rückläufige Bewerberzahlen und einen Handlungsbedarf in diesem Bereich. Lediglich 36 Prozent der Unternehmen registrieren noch keinen Rückgang bei den Bewerberzahlen. Als Reaktion bieten die Unternehmen vermehrt Praktikumsplätze an, auch für lernschwächere Bewerber. Etliche Unternehmen wollen zudem ihr schon hohes Engagement im Bereich Schulkooperationen noch ausweiten. Die Erschließung neuer Bewerbergruppen wie zum Beispiel Studienabbrechern gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Der Rückgang bei den Bewerberzahlen veranlasst die Unternehmen sich verstärkt um Nachwuchs zu bemühen. Im Wettbewerb um einen geeigneten Lehrling ist neben Ausbildungsmessen das Internet das wichtigste Medium für die Azubisuche. Fast 65 Prozent der Unternehmen werben über das Internet und verstärkt auch in sozialen Medien. Die Betriebe nutzen vor allem die Stellenanzeigen auf der Unternehmenshomepage zur Gewinnung von Auszubildenden. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen nutzen die IHK-Lehrstellenbörsen www.stuttgart.ihk.de/lehrstellenboerse für die Azubi-Gewinnung.

Zwei Drittel der Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, berichten, dass ihnen keine passenden Bewerbungen vorlagen. Die Bereitschaft, die Anforderungen an die Vorbildung von Bewerbern zu senken, nimmt dabei zu. Dennoch ist die mangelnde Ausbildungsreife nach wie vor das stärkste Ausbildungshemmnis. Über die Hälfte der Unternehmen gibt zudem an, dass viele Schulabgänger zu unklare Berufsvorstellungen haben. Etwa 55 Prozent der Unternehmen begegnen mangelnder Ausbildungsreife durch eigene Nachhilfeangebote und die Nutzung von ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit.

Andreas Richter: "Die häufig unzureichende Ausbildungsreife von Schulabgängern führt neben dem demografischen Wandel zu einem zusätzlichen Mangel an Fachkräften." Die IHK fordert daher von der Bildungspolitik, dass keine Lehrstelle mehr wegen mangelnder Ausbildungsreife unbesetzt bleibt. "Die Bildungspolitik muss für ausreichende Lehrerversorgung sowie eine verbesserte Qualität und Praxisorientierung des Unterrichts sorgen", so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die Schulen sollten sich auf die Beseitigung der klar erkennbaren Defizite konzentrieren, Basiswissen sowie grundlegende Werte und Einstellungen vermitteln.