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Pressemitteilung BoxID: 695681 (Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart)
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Globalisierung: 23.000 ausländische Betriebe in der Region

Wirtschaftsstandort noch besser international vermarkten

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Globalisierung des Wirtschaftsstandorts Region Stuttgart schreitet fort. Wie eine aktuelle Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart ergab, sind im Ballungsraum Stuttgart insgesamt rund 23.000 Unternehmen aus fast 140 Ländern aktiv. Die meisten Auslandsinvestoren in der Region Stuttgart kommen aus der Schweiz, Türken sind vor allem Händler und Gastronomen, die eifrigsten Gründer sind Rumänen und Bulgaren. Insgesamt stellen ausländische Unternehmen rund 150.000 Arbeitsplätze in der Region und bereiten aktuell ca. 1.700 Auszubildende auf das Berufsleben vor.

"Die Region ist international aufgestellt und das ist gut so", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter. So sind die hiesigen Unternehmen nicht nur besonders exportstark, ebenso ziehen sie laut IHK ausländische Investoren aus genau jenen Ländern an, in denen sie selber aktiv sind. Unter den Top-10-Herkunftsländern der 2.200 Investoren mit ausländischem Mutterunternehmen sind neben der Schweiz die USA, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, China, Spanien und Luxemburg. Rund zehn Prozent dieser im Handelsregister eingetragenen Unternehmen haben 100 Mitarbeiter und mehr und stellen damit den Löwenanteil der hier durch ausländische Unternehmen geschaffenen Arbeitsplätze. Vierzig Prozent der ausländischen Investoren sind im Bereich der wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Dienstleistungen tätig. Sie erbringen für andere Unternehmen Service in Verwaltung, Führung und Beratung, Tätigkeiten in Design, Fotografie und Übersetzung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung und Marktforschung. Ein Sechstel ist im Großhandel und ebenso viele sind im verarbeitenden Gewerbe aktiv.

Zusätzlich zu den ausländischen Investoren spielen nach Angaben der IHK auch die zugewanderten Ausländer keine unbedeutende Rolle für den Wirtschaftsstandort Region Stuttgart. Von rund 421.500 hier lebenden Bürgern mit ausländischem Pass betreiben ca. 20.700 ein Kleingewerbe. Die größte Gruppe sind mit einem Fünftel die Türken, gefolgt von den Italienern mit rund 15 Prozent und den Griechen mit ca. zwölf Prozent. Danach folgen Rumänen und Kroaten. Türken als größte Ausländergruppe haben mit mehr als vier Prozent den niedrigsten Anteil an Kleingewerbetreibenden (KGT) unter den Ausländern, obwohl sie in Summe die meisten KGT stellen. Auch ist gemessen an der Größe der hier lebenden Bevölkerungsgruppe der Anteil der Kleingewerbetreibenden bei Italienern, Kroaten und Serben eher niedrig. Hingegen weisen Staatsangehörige der ab 2002 hinzugekommenen EU-Staaten, zum Beispiel Rumänen und Bulgaren, besonders hohe Quoten an Kleingewerbetreibenden auf. Ausländer gründen außerdem im Verhältnis eher ein Kleingewerbe als Deutsche. Bei der Branchenverteilung unterscheiden sich die KGT deutlich von den im Handelsregister eingetragenen Unternehmen. Die ausländischen KGT sind zu einem Viertel im Handel, zu 16 Prozent im Gastgewerbe und zu 14 Prozent im Baugewerbe tätig. Dabei sind Türken, Italiener und Kroaten vor allem in Handel und im Gastgewerbe aktiv, die Griechen im Beherbergungsgewerbe und die Rumänen, Polen und Bulgaren am Bau.

"Unternehmensgründungen durch Migranten bieten ein Potenzial, das weiter ausgeschöpft werden sollte", sagt Richter. "Auch für Bereiche und Branchen, die bislang nicht im Mittelpunkt des Gründungsinteresses stehen, wie zum Beispiel bei den technisch orientierten Dienstleistungen." Dazu müssten die zukünftigen ausländischen Unternehmer noch besser mit dem deutschen Gewerbe- und Steuerrecht sowie mit den Ausbildungschancen bekannt gemacht werden. Die IHK biete für Gründer umfassende Unterstützung an. Laut Richter müsse für alle Existenzgründer aber die bürokratische Hürde abgebaut werden.

Ein Standort kann nur so attraktiv sein, wie seine internationale Wettbewerbsfähigkeit hoch ist. Richter mahnt daher bei der Politik neben einer leistungsfähigen Infrastruktur, einem transparenten Steuerrecht und bezahlbaren Energiepreisen an, die Bürokratie bei Zuwanderung und Jobvermittlung abzubauen. Willkommenskultur und Standortvermarktung müssten sich noch weiter verbessern.

Baden-Württemberg ist unter den deutschen Bundesländern einer der wichtigsten Standorte für ausländische Unternehmen. 2013 beliefen sich laut Deutscher Bundesbank die bestehenden Direktinvestitionen aus dem Ausland auf fast 102 Milliarden Euro. Damit stellt der Südwesten rund 13 Prozent des ausländischen Investitionsbestands in Deutschland und ist auf Rang vier unter den Bundesländern.

Diese Pressemitteilung und die IHK-Analyse "Globalisierung vor unserer Haustür" stehen auch im Internet auf www.stuttgart.ihk.de, Dok.-Nr. 137470.