IHK-Vollversammlung in Schwäbisch Gmünd

Wirtschaftspolitische Positionen 2017 verabschiedet Start-up-Offensive Ostwürttemberg im Fokus

Heidenheim, (PresseBox) - In ihrer jüngsten Sitzung am 3. April 2017 in der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd hat die IHK-Vollversammlung die wirtschaftspolitischen Positionen der IHK-Organisation im Wahljahr 2017 verabschiedet. Weiteres Schwerpunktthema war die Gründungsoffensive „Start-up Ostwürttemberg“. Im Anschluss an die offizielle Sitzung hieß Oberbürgermeister Richard Arnold die Wirtschaft der Region herzlich willkommen und Rektor Prof. Ralf Dringenberg gab Einblicke in Wissenschaft, Design und zur Entwicklung der Hochschule für Gestaltung.

Als Basis und Ausrichtung der künftigen politischen Arbeit der IHK hat die Vollversammlung die bundesweiten wirtschaftspolitischen Positionen 2017 der IHK-Organisation auf regionaler Ebene verabschiedet. Legitimiert durch das Votum des regionalen Parlaments der Wirtschaft, verfügt die IHK damit über einen abgestimmten Forderungs- und Handlungskatalog, mit dem sie als Stimme der regionalen Wirtschaft sprechen kann. Dieser steht unter der Überschrift „Erfolge sichern, Zukunft gestalten“ und beinhaltet acht Top-Handlungsfelder. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle: „An erster Stelle steht unverändert die berufliche Bildung und damit auch die duale Berufsausbildung. Hier gilt es, attraktive und vielfältige Bildungswege zu gehen und junge Menschen dafür zu gewinnen.“ Weitere Handlungsfelder sind Digitalisierung und damit verbunden Industrie 4.0. Diese gilt es aktiv zu gestalten und vorantreiben. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, müssen die Rahmenbedingungen für digitale Technologien verbessert werden. Eberle: „Darüber hinaus muss die Energiewende zum Erfolg geführt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Belastungen für die Unternehmen endlich verringert werden.“ Neben den Standardthemen Bürokratieabbau und Steuerbelastungen, will sich die IHK-Organisation dafür einsetzen, den Industriestandort Ostwürttemberg weiter zu stärken. Bei den Steuerbelastungen konnte vor wenigen Wochen ein bundesweit erster Erfolg bei der Anhebung der GWG-Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von den seit Jahrzehnten bestehenden 410 Euro Grenze auf 800 Euro erzielt werden. Eberle dazu: „Allein das bedeutet bei derzeitiger Vergleichsrechnung rund 1,5 Milliarden Euro Steuerersparnis für die deutsche Wirtschaf pro Jahr.“ Als ebenfalls zentrales Themenfeld nannte Eberle den Ausbau und die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur, insbesondere bei Glasfaser-, Verkehrs- und Energienetzen. Im Bereich der Außenwirtschaft fordern die IHKs mit den jetzt beschlossenen Positionen von der Politik, die internationalen Handelsbeziehungen aus Europa heraus weiterzuentwickeln und setzen dabei unverändert auf offene Märkte. Eberle: „Wirtschaftspolitisch müssen wir für ein zukunftsfestes Europa einstehen, um auch den regionalen Industriestandort weiter stärken zu können.“ Die IHK Ostwürttemberg will sich und mit ihren beratenden Gremien, den Fachausschüssen, im laufenden Jahr diesen Handlungsfeldern widmen.

Auch der Tagesordnungspunkt „Gründungsoffensive Start-up Ostwürttemberg“ richtet den Blick nach vorn. IHK-Präsident Carl Trinkl: „Für die Sicherung der regionalen Wirtschaft ist es notwendig, dass Unternehmen mit Substanz, Beschäftigung und dem Interesse nachhaltig am Standort verankert zu sein, neu zum Bestand hinzu kommen.“ Trinkl freut sich daher, dass sich unter Koordination der IHK Ostwürttemberg in der Gründungsoffensive „Start-up Ostwürttemberg“ über 20 Partner aus der Region zusammengeschlossen haben. Markus Schmid, Koordinator des Projekts und Leiter des IHK-Geschäftsfelds Existenzgründung und Unternehmensförderung erläuterte, die Hintergründe und Ziele. „Vorrangig sollen etablierte Unternehmen und Start-ups miteinander vernetzt werden; aber auch die Start-up-Region Ostwürttemberg soll überregional vermarktet werden, um Gründungsinteressierte für uns zu gewinnen.“ Die Offensive möchte zudem nach innen gerichtet auch die Erfolgschancen junger Gründungsteams erhöhen und insgesamt die Gründungslust in der Region steigern. Schmid: „Die Projektpartner haben dabei technologieorientierte und wissensintensive Gründungen im Fokus ihrer Unterstützungsleistungen. Davon betroffen sind vor allem Geschäftsmodelle auf Basis Digitalisierung und Industrie 4.0.“ Hier schließt sich für IHK-Präsident Trinkl der Kreis: „Diese Ausrichtung passt auch in viele weitere Maßnahmen und Aktionen, die im Arbeitsprogramm der IHK Ostwürttemberg stehen, und mit denen sich auch viele Netzwerke und Partner gemeinsam beschäftigen.“

Einer langjährigen Tradition folgend, stellen die Wirtschaftsjunioren Ostwürttemberg der IHK-Vollversammlung ihr Jahresprogramm vor. Nina Kummich vom gleichnamigen Autohaus Kummich steht der Vereinigung junger Unternehmer und Führungskräfte im Jahr 2017 vor. Sie ist damit die zweite Frau an der Spitze in der nun 52-jährigen Geschichte der Wirtschaftsjunioren Ostwürttemberg. Sie hat ihr Jahr unter das Motto „Mehrwert“ gestellt und hierzu ein attraktives Programm mit hochkarätigen Veranstaltungen erstellt. Politisches Highlight wird der WJ-Politiktalk anlässlich der anstehenden Bundestagswahlen sein.

Einblicke in die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd (HfG) gab nach offizieller Begrüßung durch Stadtoberhaupt Oberbürgermeister Richard Arnold der Rektor der Hochschule Prof. Ralf Dringenberg im Anschluss an die offizielle Sitzung. Er wurde 2007 zum Professor für Grundlagen der zweidimensionalen Gestaltung berufen, seit 2015 ist er Rektor der HfG mit ihren 675 Studenten und 23 Professoren. Dringenberg: „Laut dem Gmünder Modell ist das Fundament des Studiums an der HfG die Vermittlung gestalterischer Grundlagen, wobei die Einflüsse des Bauhauses und der Hochschule für Gestaltung Ulm für unsere Lehrauffassung prägend sind.“ Dies schlägt sich nieder in den vier Bachelor-Studiengänge“ „Interaktionsgestaltung“, „Kommunikationsgestaltung“, „Produktgestaltung“ sowie „Internet der Dinge – Gestaltung vernetzter Systeme“. Die Hochschule bietet nicht nur vielversprechende Aussichten für die Berufspraxis, sie eröffnet auch Wege in die Designforschung. Das Masterprogramm eröffnet neben der Beschäftigung mit hochkomplexen Designaufgaben auch den Zugang zur theoretischen Auseinandersetzung mit Gestaltungsfragen.

Laut Dringenberg tritt die HfG in der Ausbildung ihrer Studenten für wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit ein. „Die HfG ist eine dynamische und lernende Organisation, die ständig bestrebt ist, die hohe Qualität ihrer Studienangebote zu verbessern. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Studierenden ein Höchstmaß an Professionalität erreichen.“ Wie gut dies in der Vergangenheit geschehen ist, zeigt einerseits die hohe Designerdichte in und um Schwäbisch Gmünd sowie andererseits die erfolgreichen Büros, die die Stadt zu einer Design-Hochburg in Deutschland gemacht haben. Die Verbindung zur Wirtschaft und dabei zur Vertreterin der regionalen Betriebe sieht IHK-Präsident Carl Trinkl bei den Themen Gründungen und Kooperation sowie im Forschungs- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, den die IHK maßgeblich unterstützt.

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