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Pressemitteilung BoxID: 194516 (Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken)
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IHK: Lehrstellen in Hülle und Fülle

Juli-Bilanz Ausbildungsmarkt / Kritik an Statistik der Arbeitsagentur

(PresseBox) (Nürnberg, ) Der Lehrstellenmarkt bei den IHK-Berufen steuert auf ein neues Allzeithoch zu. Seit Einführung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 1967 und der seitdem geltenden Zählweise gab es noch nie so viele Lehrstellen in Mittelfranken. Mit 6 158 neuen Ausbildungsverträgen gelang es zum Ende des Monats Juli, den Rekordwert vom letzten Jahr nochmals um elf Prozent zu steigern.

In den kaufmännischen Berufen betrug die Steigerung 8,9 Prozent auf 4 086 Lehrverträge, in den technischen Berufen stieg die Zahl der Verträge um 15,2 Prozent auf 2 072 an. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass mit der üblichen Entwicklung in den nächsten Monaten ein fünfstelliges Ergebnis am Jahresende herauskommen wird. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die magische 10 000er Marke tatsächlich knacken werden", sagte IHK-Präsident Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst in einer ersten Stellungnahme.

Berufe mit den höchsten Zuwachsraten

Bezogen auf einzelne Berufe gab es die höchsten Zuwachsraten im technischen Bereich bei den Mechatronikern (+ 34 Prozent), den Zerspanungsmechanikern (+ 26 Prozent) sowie den Industriemechanikern und den Werkzeugmechanikern (je + 16 Prozent). In den Metallberufen insgesamt, wo der Zuwachs plus 23 Prozent betrug, stieg der Mädchenanteil von 7 auf 9 Prozent an.

Die Berufe mit den höchsten Zuwachsraten aus dem kaufmännischen Bereich waren die Hotel- und Gaststättenberufe (+ 9 Prozent), hier besonders die Hotelfachleute mit + 9 Prozent sowie der Transportbereich mit + 19 Pro-zent.

Unter den neuen Berufen stehen auf den ersten Plätzen der Zuwachsrangliste die Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (+ 84 Prozent), die Kaufleute für Marketingkommunikation (+ 54 Prozent) sowie für Dialogmarketing (+ 40 Prozent), die Reiseverkehrskaufleute (+ 24 Prozent), die kaufmännischen IT-Berufe (+ 15 Prozent) sowie die Kaufleute für Spedition und Logistik (+ 14 Prozent).

Regional hat der Lehrstellenmarkt vor allem in der Stadt Erlangen (+ 24 Prozent), in den Landkreisen Ansbach (+15,2 Prozent) und Neustadt/Bad Windsheim (+ 21,5 %) sowie im Landkreis Fürth (+ 19 Prozent) zugelegt.

Noch gute Chancen

Die IHK ist auch deshalb so zuversichtlich, dass die Entwicklung positiv weiter verlaufe, weil in den jetzt ermittelten Juli-Zahlen die Effekte des Bonusprogramms der Bundesregierung sowie des Programms "fit for work" der Bayerischen Staatsregierung noch so gut wie gar nicht enthalten sind. Diese Programme greifen - aus Sicht der IHK-Organisation leider oft mit hohen Mitnahme-Effekten - besonders in der zweiten Jahreshälfte. Bis zum Beginn des Lehrjahres am 1. September gibt es nach Auffassung der IHK noch gute Chancen für bisher unversorgte Bewerber.

Scheuklappen-Blick der Agentur-Statistik

In diesem Zusammenhang kritisiert die IHK die Statistik der Arbeitsagenturen. Während der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Frank-J. Weise inzwischen zu einer im Rahmen des Ausbildungspaktes mit der Wirtschaft abgestimmten Interpretation der Zahlen übergegangen ist, verbreitet insbesondere die Nürnberger Arbeitsagentur immer wieder Meldungen über eine angebliche Lehrstellenlücke.

Aus Sicht der IHK ist es so, dass derzeit auf 80 ausbildungsfähige Bewerber 100 Stellen kommen. Wenn die Nürnberger Arbeitsagentur davon aber nur 50 Stellen kennt, sollte sie dies auch zugeben und nicht eine "rechnerische Lücke" propagieren. Dass dies ein eingeschränkter Blick ist, belegen die Fakten. Tatsächlich gab es im Jahr 2007 in Mittelfranken insgesamt (IHK, Handwerk, freie Berufe, etc.) 11 121 abgeschlossene Berufsausbildungsverträge. Der Arbeitsagentur waren aber nur 7 549 gemeldete Stellen bekannt, weil viele Betriebe ihre Lehrstellen in eigener Regie ohne Einschaltung der Arbeitsagenturen besetzen. Kein Wunder, dass sich eine "rechnerische Lücke" ergibt.

Duales System hat Zukunft

Der IHK geht es bei diesem Thema aber nicht um Zahlenstreit. Sondern es kommt darauf an, dass Jugendliche und Eltern nicht verunsichert und ent-mutigt werden. Zum Zweiten geht es darum, dass die BA-Statistiken nicht für eine Diskreditierung des dualen Ausbildungssystems instrumentalisiert werden. Viel zielführender ist es, so die IHK, sich mit den tatsächlichen Gründen auseinander zu setzen, wenn Jugendliche keine Lehrstelle finden. In aller Regel mangelt es an einem ordentlichen Schulabschluss oder der notwendigen Ausbildungsreife. Deshalb begrüßt die IHK ausdrücklich Maßnahmen, wie sie BA-Chef Weise kürzlich beim "IHK-Kammergespräch" erläutert hat, Fördermaßnahmen für leistungsschwächere Jugendliche bereits im Kindergarten und in der Schule anzusetzen und nicht erst, wenn die mangelnde Ausbildungsreife sich bereits manifestiert hat.

Appell an leistungsschwächere Jugendliche

Die IHK appelliert an die leistungsschwächeren Jugendlichen, jede Hilfe zur Verbesserung ihrer Leistungen wahrzunehmen. Ferner sollten sie ihre Fähigkeiten realistisch einschätzen und nicht nur ihrem Traumberuf nachhängen. Unterstützung bieten auch die IHK-Broschüre für Schulabgänger "Startpunkt" und die IHK-Internet-Ausbildungsbörse www.ihk-nuernberg.de, wo sich auch noch jetzt eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen mit Start 2008 finden lassen.

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