PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 523247 (Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald)
  • Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald
  • Dr.-Brandenburg-Str. 6
  • 75173 Pforzheim
  • https://www.nordschwarzwald.ihk24.de
  • Ansprechpartner
  • Yvonne Dast-Kunadt
  • +49 (7231) 201-308

IHKs zu den Ergebnissen des Filderdialogs: Gäubahn muss direkt über den Landesflughafen führen

(PresseBox) (Pforzheim, ) Die IHKs Hochrhein-Bodensee, Nordschwarzwald, Schwarzwald-Baar-Heuberg und Stuttgart sprechen sich nach dem am vergangenen Samstag abgeschlossenen Filderdialog weiterhin nachdrücklich für eine direkte Anbindung der Gäubahn an den Landesflughafen in Stuttgart aus. "Bei der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 hat für die Gäubahn-Anlieger die geplante Führung der Gäubahn über den Landesflughafen Stuttgart eine entscheidende Rolle gespielt, da der Flughafen und die Messe mit dieser direkten Anbindung wesentlich schneller sowie immer umsteigefrei erreicht werden können", sagt Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in Villingen-Schwenningen.

Im Rahmen des Filderdialogs hatten 63 Teilnehmer für jene Gäubahn-Variante votiert, bei der die im Zuge von Stuttgart 21 geplante Direktanbindung der Schienenstrecke zum Flughafen entfällt. 44 von 109 abstimmenden Teilnehmern stimmten für einen verbesserten Flughafenbahnhof mit der S-21-Gäubahnanbindung und zwei Teilnehmer enthielten sich.

Aus Sicht der vier IHKs ein unbefriedigendes Ergebnis, da die von den Dialogteilnehmern favorisierte Bestandsstrecke keinen direkten und umsteigefreien Anschluss zum Flughafen vorsieht. Kritisiert wird auch, dass im Rahmen des Dialogs größtenteils lokale Akteure von den Fildern über das überregional bedeutsame Bahnprojekt abgestimmt haben.

"Die Unternehmen im Südwesten Baden-Württembergs und auch in der Schweiz erwarten dagegen einen direkten und umsteigefreien Anschluss der Gäubahn an den Landesflughafen", so Prof. Dr. Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee in Konstanz.

Die große Mehrzahl der in der Fläche betroffenen Menschen und Unternehmen seien an der Entscheidungsfindung beim Filderdialog gar nicht beteiligt gewesen, jedoch mindestens ebenso beeinträchtigt. Allein 400.000 Unternehmen und über vier Millionen Arbeitnehmer auf beiden Seiten des Hochrheins seien im Einzugsbereich der Magistrale zwischen Stuttgart und Zürich angesiedelt und von der Entscheidung mehr als nur tangiert.

Für die exportorientierten Hightech-Unternehmen und die wichtigen Tourismusdestinationen im südlichen Baden-Württemberg und der Schweiz sei die Gäubahn einer der wichtigsten Standortfaktoren. "Auch ist es nicht zukunftsweisend, den steigenden An- und Abreiseverkehr von Flughafen und Messe weiter über heute schon stark belastete Autobahnen zu führen und steigende Umweltbelastungen in Kauf zu nehmen", so Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. Die direkte Anbindung entspreche den Leitsätzen der Landesregierung zu multimodalen und umweltverträglichen Mobilitätskonzepten. Nicht zuletzt ist von der direkten Anbindung an den Flughafen laut Flughafenverwaltung ein Plus von rund 400.000 zusätzlichen Fahrgästen pro Jahr zu erwarten.

Schon im Juni 2012 hatten sich die IHKs in einem Schreiben an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt und ihn in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Stuttgart gebeten, die Potenziale der Gäubahn auch für den Flughafen zu nutzen.

Zuversichtlich sind die vier IHKs, was den Ausbau der Gäubahn an sich anbelangt. Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, hatte in der letzten Sitzung des Interessenverbandes Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn einen Masterplan für den weiteren Ausbau bis Herbst 2012 in Aussicht gestellt. "Wenn wir das Tempo jetzt hoch halten, dann bleiben wir bis zur Fertigstellung von S 21 bis 2019 und der Fernverkehrsstrecke Nürnberg - Berlin bis 2017 im Takt. Denn der Gäubahnausbau ist ein Teil dieser Ausbaustrecken, die nur gemeinsam rentabel ausgelastet werden können", so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald in Pforzheim.

Die Projektpartner seien nun aufgefordert, bis Freitag, 13. Juli, die richtigen Schlüsse aus dem Filderdialog zu ziehen.