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Pressemitteilung BoxID: 520167 (Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald)
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"Geeignete Fachlehrer sind unabdingbar"

IHK Nordschwarzwald bemängelt Unterrichtsausfall an Berufsschulen

(PresseBox) (Pforzheim, ) Die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald bemängelt den nach wie vor herrschenden Unterrichtsausfall an Berufsschulen. Anlässlich der Plenumsdebatte zum "Schnelleren Abbau des strukturellen Unterrichtsversorgungsdefizits der beruflichen Schulen" fordert die IHK Nordschwarzwald gemeinsam mit elf weiteren Kammern im Land die Landesregierung daher nochmals auf, eine bedarfsgerechte und zeitnahe Lehrerversorgung an beruflichen Schulen - insbesondere auch im ländlichen Raum - umzusetzen. Nach Ansicht aller baden-württembergischen Kammern ist die Vernachlässigung der Berufsschulen ein riskanter Irrweg.

"Grundlage für das Erfolgsmodell duale Ausbildung ist die starke Gemeinschaft von Wirtschaft und schulischen Partnern. Die professionelle Unterstützung der Betriebe durch geeignete Fachlehrer ist deshalb unabdingbar", so Georg Milo, Leiter der Ausbildung der IHK Nordschwarzwald. So habe beispielsweise der seit 2009 zunehmende Unterrichtsausfall an der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim von deutlich mehr als 15 Prozent zwischenzeitlich ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Es fehlen Milo zufolge Fachpädagogen, größere Unternehmen müssen die Defizite durch Nachhilfemaßnahmen ausgleichen, kleinere Betriebe können diesen Aufwand nicht leisten.

Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien angekündigt, die beruflichen Schulen zu stärken und die Gleichstellung des allgemeinen und beruflichen Bildungswesens anzustreben. "Nach wie vor stehen jedoch die beruflichen Schulen im Schatten der allgemeinbildenden Schulen", so der IHK-Ausbildungsleiter. Den beruflichen Schulen habe Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer nunmehr zwar 680 Lehrer zugewiesen. Unklar sei dabei jedoch, ob damit überhaupt der Ersatzbedarf für ausscheidende Lehrkräfte abgedeckt ist. Notwendig seien darüber hinaus 400 zusätzliche Stellen landesweit in den nächsten drei Jahren. Der tatsächliche Bedarf liegt deshalb vermutlich bei mehr als 1000 Stellen.