Frühlingsstimmung in der Region

Arbeitsmarkt zeigt sich robust trotz wachsender Risiken

(PresseBox) ( Pforzheim, )
Die Wirtschaft der Region Nordschwarzwald ist in Frühlingsstimmung. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald für die gesamte Region. Danach verzeichnen 57 Prozent der Unternehmen - und damit nahezu ebenso viele wie zu Beginn des Jahres - gute Geschäfte. Bei weiteren 38 Prozent (Jahresbeginn: 37 Prozent) werden sie noch mit befriedigend bewertet. Lediglich Fünf Prozent berichten von einer schlechten Geschäftslage. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum konnten die Umsätze mehrheitlich zulegen, mit 84 Prozent sind die Kapazitäten nach wie vor sehr gut ausgelastet.

"In unserer Wirtschaft läuft es trotz des schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfelds nach wie vor rund", resümiert Burkhard Thost, Präsident der IHK Nordschwarzwald, und freut sich, dass die Region mit dieser Einschätzung erneut über dem Landesdurchschnitt liegt. An der Befragung haben 340 Unternehmen des Kammerbezirks teilgenommen. "Angesichts der Turbulenzen im Euroraum und höherer Energie- und Rohstoffkosten zeigt sich darin die gestiegene strukturelle Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen, mit der sie aus der Finanz- und anschließenden Wirtschaftskrise herausgekommen sind", so Thost weiter. Im Vergleich zum Jahresbeginn konnte das gute Geschäftsklima allerdings nicht mehr so stark auf die Erträge durchschlagen, die von rund der Hälfte der befragten Unternehmen mit befriedigend angegeben werden. Die Auftragsbücher sind weiterhin gut gefüllt, auch wenn das Vorjahresergebnis nicht mehr erreicht wird. 23 Prozent verzeichnen mehr Bestellungen, bei 52 Prozent hat sich das Auftragsniveau nicht verändert.

Geschäftserwartungen auf hohem Niveau stabil

Nach der konjunkturellen Hochphase, von der die regionale Wirtschaft nunmehr rund zwei Jahre profitieren konnte, haben sich aktuell die Geschäftserwartungen auf hohem Niveau stabilisiert. 68 Prozent der regionalen Firmen gehen in den kommenden zwölf Monaten von gleichbleibenden Geschäften aus, weitere 20 Prozent rechnen mit weiteren Verbesserungen. "Dies entspricht dem normalen Verlauf eines Konjunkturzyklus, der zunächst noch nicht Anlass zur Sorge sein sollte", erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler.

Höhere Energie- und Rohstoffkosten bleiben Geschäftsrisiko Nr. 1

Sorgen bereiten demgegenüber jedoch die steigenden Energie- und Rohstoffkosten. Sie werden von den regionalen Unternehmen als größtes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Ferner verringern sie die Kaufkraft der Verbraucher, was sich über eine schwächere Nachfrage entsprechend negativ auf die Unternehmensgeschäfte auswirkt. Nach der auch im internationalen Vergleich beachtlichen konjunkturellen Boomphase der vergangenen beiden Jahre rechnen die regionalen Unternehmen deshalb damit, dass sich in der nahen Zukunft der Inlandsabsatz auf hohem Niveau etwas abkühlen wird.

Finanzierungsrisiken bleiben bestehen

Dennoch ist die Bereitschaft, künftig im Inland zu investieren, weiterhin hoch, wenn auch die Euphorie von vor einem Jahr nunmehr einer realistischeren Einschätzung gewichen ist. Vorrangiges Investitionsmotiv bleibt die Deckung des Ersatzbedarfs, an zweiter Stelle folgen Rationalisierungsmotive.

Auch wenn bei der aktuellen Befragung zur Unternehmensfinanzierung im laufenden Jahr 41 Prozent der regionalen Unternehmen den Finanzierungszugang mit "gut" bewerten und deshalb von einer Kreditklemme nicht gesprochen werden kann, sind die Finanzierungsrisiken mit der weiterhin ungelösten Staatsschuldenkrise und ihren möglichen Rückwirkungen auf die Finanz- und Realwirtschaft nicht geringer geworden. Der auf dem EU-Gipfel Anfang März vereinbarte Fiskalpakt kann zu einer höheren finanzpolitischen Stabilität im Euroraum beitragen und auf längere Frist das weitere wirtschaftliche Auseinanderdriften zwischen Nord- und Südländern innerhalb der Euro-Zone begrenzen. Der Praxistest für die verschärften Schuldenregeln und die nationalen Schuldenbremsen steht allerdings noch aus, denn kurzfristig wird ihre Umsetzung die wirtschaftliche Entwicklung eher bremsen und gesellschaftlichen Konfliktstoff bieten, wie die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland zeigen. "Auch in Deutschland ist es primär der starken Konjunktur und weniger einem eisernen Sparwillen zu verdanken, dass die öffentlichen Haushalte nicht noch weiter belastet werden", so Thost.

Künftig geringere Exportdynamik lässt Arbeitsmarkt unbeeindruckt

In den kommenden zwölf Monaten erwartet ein Drittel der Firmen aus der Region ein gleich bleibendes Auslandsgeschäft, mit Exportzuwächsen rechnen weniger Unternehmen als noch zu Jahresbeginn. Hier werden die nachlassenden Impulse aus der Eurozone deutlich, die für deutsche Unternehmen den wichtigsten Absatzmarkt bildet. Der notwendige Konsolidierungskurs in vielen Euro-Mitgliedstaaten wird weitere Spuren bei den deutschen Ausfuhren hinterlassen.

Dennoch beabsichtigen zwei Drittel der befragten regionalen Unternehmen, den gegenwärtigen Personalbestand in den kommenden zwölf Monaten zu halten, 26 Prozent streben sogar eine höhere Beschäftigtenzahl an. Damit zeigt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor robust, wenn auch der Höhepunkt bei der Nachfrage nach Arbeitskräften überschritten ist.
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