Bildungspartnerschaften erschließen Schülern die Arbeitswelt

IHK Nordschwarzwald: 80 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen sind mit Partnern aus der Wirtschaft versorgt

(PresseBox) ( Pforzheim, )
Waren im Jahr 2008 in Baden-Württemberg nur 20 Prozent aller Schulen in regelmäßigem Kontakt zu Unternehmen, hat sich die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schulen mit verbindlichen Partnerschaftsvereinbarungen 2011 erheblich gesteigert: 80 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen sind inzwischen mit einem Partner aus der Wirtschaft versorgt.

"Viele Unternehmen und Schulen haben die Notwendigkeit der Zusammenarbeit erkannt. Bildungspartnerschaften stellen sowohl für Unternehmen als auch für Schulen einen Nutzen dar", so Georg Milo, Leiter der Ausbildung bei der IHK Nordschwarzwald. Die IHK Nordschwarzwald hat mit Georg Milo und Günter Brecht, Teamleiter Schule und Beruf, die Anbahnung von Bildungspartnerschaften entscheidend unterstützt und wichtige Tipps für die Fixierung zukünftiger gemeinsamer Aktivitäten und Partnerschaftsmodelle gegeben.

Im Ehrenamt war für die IHK Klaus Wächter tätig, der durch vielfältige Aktionen (Bewerbertage, Vorstellung der dualen Ausbildung in den Schulen, Begleitung von Berufsinfotagen in den Schulen) zur Verbesserung der Berufsorientierung von Schülern beigetragen hat.

Aus der Wirtschaft waren 2011 ebenfalls viele ehrenamtliche Helfer tätig. Von Unternehmen freigestellt, haben sie durch Ihren Einsatz jungen Menschen beim Übergang in das Berufsleben Hilfestellung geleistet. Ziel aller Beteiligter für 2012: alle Schulen in der IHK Region NSW kooperieren mit einem Partner aus der Wirtschaft. Bestehende Bildungspartnerschaften sollen in Ihrer Qualität und Nachhaltigkeit verbessert werden.

"Unternehmen die sich in einer Bildungspartnerschaft einbringen, handeln vorausschauend und nachhaltig. Sie setzen sich schon heute mit den Arbeitnehmern von morgen auseinander und können so Ihren Bedarf nicht nur besser planen, sondern auch hilfreiche Impulse setzen und so zu einer Verbesserung der Ausbildungsreife beitragen", erläutert Milo. Gleichzeitig entwickelten die beteiligten Unternehmen ein besseres Verständnis für schulische Rahmenbedingungen und die Lebenswelten der Schüler. Dies habe zur Folge, dass die Zahl der erfolgreichen Ausbildungsabschlüsse steigt, da die Schüler über einen längeren Zeitraum begleitet und auf die unternehmensspezifischen Eigenheiten oder Berufsbilder vorbereitet werden. Auch Hochschulabsolventen kehrten eher zum Unternehmen zurück, wenn sie während der Schulzeit positive Erfahrungen etwa durch vielseitige Praktika sammeln konnten. "Diese Rekrutierung regional verankerter Arbeitnehmer führt zur Vermeidung von Fluktuation und sichert so den eigenen Standort und die Corporate Identity. Gleichzeitig wird soziale und gesellschaftliche Verantwortung übernommen, was sich unter anderem in einer positiven Außenwirkung niederschlägt", ergänzt Brecht.

Bildungspartnerschaften sind für Schulen meist der Schlüssel zur Arbeitswelt. Fehlende Praxisnähe und Bezüge zur "Realität" können durch den Kooperationspartner aus der Wirtschaft kompensiert werden. Zusätzlich ermöglichen Bildungspartnerschaften die Entstehung neuer Lehr- und Lernsituationen und geben unter Umständen Impulse für die (weitere) Schulentwicklung. Besonders die Vermittlung von technischem, naturwissenschaftlichem und wirtschaftlichem Wissen und Zusammenhängen soll durch die Bildungspartnerschaft intensiviert werden, um den Schulabgängern einen leichteren Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.

Zum Thema: Weitere Projekte/Aktivitäten zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Schulabgängern: Ausbildungsbotschafter. Hier gehen Auszubildende aus dem zweiten Ausbildungsjahr in Schulen und berichten Schülern - auf Augenhöhe - über deren Ausbildungsberuf und über den Ausbildungsalltag.
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