IHK analysiert Industrieumsätze: Rückgang wegen schwächerer Inlandsnachfrage

Krefeld, (PresseBox) - Die Industrie am Mittleren Niederrhein hat im zweiten Quartal des Jahres 2012 einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Dies lag insbesondere an einer schwächelnden Inlandsnachfrage. Das Ergebnis geht aus einer Analyse der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein hervor, die auf einer Auswertung der Industriekennziffern von IT.NRW basiert.

Zwischen Nettetal und Dormagen spürt die Industrie die Vorboten einer sich abschwächenden Konjunktur. So mussten die Betriebe Einbußen bei ihren Umsätzen hinnehmen. Von April bis Juni 2012 wurden 1,6 Prozent weniger Erträge realisiert als im Vorjahreszeitraum. "Die Konjunkturindikatoren gehen, unter anderem bedingt durch die anhaltende Staatsschuldenkrise, seit einiger Zeit nach unten", erklärt Rainer Növer, Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik bei der IHK Mittlerer Niederrhein. "Daher musste dieser Umsatzrückgang erwartet werden." Im landesweiten Vergleich liegen die Umsatzeinbußen am Niederrhein jedoch unter dem Durchschnitt: Die Industriebetriebe in NRW insgesamt verzeichneten im zweiten Quartal ein Minus von 2,8 Prozent.

Der Umsatzrückgang ist insbesondere auf die Verluste in der Binnenwirtschaft zurückzuführen. Die Inlandserträge der Unternehmen am Mittleren Niederrhein schrumpften um knapp 5 Prozent. Dagegen konnten die Unternehmen ihre Exporte sogar um 1,6 Prozent steigern. Dies zeigt, dass die Exporte derzeit stabilisierend auf die Lage der Industrie wirken. "Angesichts der negativen Vorzeichen aus wichtigen Exportländern des Niederrheins ist dies eine sehr gute Nachricht. Die weniger krisengeplagten Exportstaaten gleichen die Verluste aus den rezessiven Volkswirtschaften derzeit noch aus", sagt IHK-Volkswirt Növer. "Zudem untermauert das Ergebnis die hohe Bedeutung der starken Außenwirtschaftsorientierung am Niederrhein für die Sicherheit der hiesigen Arbeitsplätze." Die Exportquote erreicht im zweiten Quartal 53,2 Prozent. Damit liegt der Mittlere Niederrhein landesweit an erster Stelle.

Innerhalb der Region gibt es allerdings Unterschiede. So konnte die Industrie im Rhein-Kreis Neuss ihre Umsätze im zweiten Quartal sogar um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhen. "Allerdings blieben die Wachstumsraten der Unternehmen aus dem Rhein-Kreis im letzten Jahr deutlich hinter dem Mittleren Niederrhein zurück", so Növer. "Daher sollte dieses aktuelle Plus nicht überbewertet werden."

Erfreulich ist der positive Trend in Mönchengladbach. So konnte die Industrie in Mönchengladbach bereits 2011 ihre Umsätze deutlich steigern. Diese Entwicklung setzt sich nun - wenn auch verlangsamt - fort. Im zweiten Quartal verbuchten die Mönchengladbacher Unternehmen ein Plus von 1,6 Prozent. "Jedoch ist die Diskrepanz der Entwicklung zwischen Inlands- und Auslandsumsätzen am Niederrhein nirgends so deutlich wie in Mönchengladbach", berichtet der IHK-Geschäftsführer. "Während der Inlandsumsatz um 9 Prozent sank, konnte beim Auslandsumsatz ein Plus von 12,4 Prozent erzielt werden."

Dagegen mussten der Kreis Viersen (-8,5 Prozent) und die Stadt Krefeld (-4,3 Prozent) deutliche Einbußen verkraften. Während dies im Kreis Viersen am Rückgang der Binnengeschäfte (-14 Prozent) lag, ist das Minus in Krefeld vor allem auf das schwächelnde Exportgeschäft (-5,6 Prozent) zurückzuführen. Auf den Arbeitsmarkt hatten diese Ergebnisse noch keine Auswirkungen. Bei den Krefelder Industriebetrieben sind derzeit 0,3 Prozent Beschäftigte mehr angestellt als vor einem Jahr, im Kreis Viersen liegt das Plus bei 1,3 Prozent. Dagegen ist im Rhein-Kreis Neuss (-0,1 Prozent) und in Mönchengladbach (-1,4 Prozent) ein leichter Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen.

Innerhalb der Leitbranchen schwankt die konjunkturelle Lage ebenfalls. Positiv stechen die Hersteller von Metallerzeugnissen (+4,6 Prozent) und die Chemische Industrie (+3,9 Prozent) heraus. "Insbesondere bei der Chemie ist dies erfreulich, gilt ihre Lage doch als Frühindikator für den weiteren Konjunkturverlauf", so Növer. Schlechtere Werte erzielten die Ernährungsindustrie (-6,5 Prozent) und der Maschinenbau (-6 Prozent). "Die IHK wird den Konjunkturverlauf in der Region weiterhin genau beobachten", so Növer. "Für Panikmache gibt es jedoch keinen Grund."

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