PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 683411 (Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein Krefeld)
  • Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein Krefeld
  • Nordwall 39
  • 47798 Krefeld
  • http://www.ihk-krefeld.de
  • Ansprechpartner
  • Sandra Tenhagen
  • +49 (2151) 635-355

Analyse der IHK Mittlerer Niederrhein zeigt: Von Zeitarbeit profitieren Arbeitnehmer und Unternehmen

(PresseBox) (Krefeld, ) Zeitarbeit ist ein wichtiges Instrument für Unternehmen, um bei Auftragsspitzen flexibel reagieren zu können. Zugleich ermöglicht sie insbesondere arbeitslosen und gering qualifizierten Menschen, die Chance, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, die auf einer Umfrage bei 40 Zeitarbeitsunternehmen aus der Region sowie 200 Unternehmen, die Zeitarbeit nutzen, basiert. "Unsere Studie zeigt, wie viel Potenzial in dieser Branche steckt. Es ist daher falsch, die positiven Effekte durch immer stärkere Regulierungsmaßnahmen abzuwürgen", erklärt Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

In der Zeitarbeitsbranche arbeiten am Mittleren Niederrhein gut 9.800 Beschäftigte. Das ist ein Anteil von 2,6 Prozent an der Gesamtbeschäftigung. Seit 2007 ist die Bedeutung der Branche deutlich gewachsen. Sowohl in der Region als auch im Land und im Bund ist das Wachstum in der Zeitarbeitsbranche stärker als das Wachstum der Gesamtbeschäftigung. "Dennoch sind diese Daten ein Indiz dafür, dass Zeitarbeit per Saldo keine Stammbeschäftigung verdrängt", betont Porschen. "Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre ist keinesfalls nur auf ein Plus von Beschäftigungsverhältnissen in den Arbeitnehmerüberlassungen zurückzuführen." Auch ohne das Wachstum in der Zeitarbeitsbranche sei der Beschäftigungsanstieg in der Gesamtwirtschaft weiter von substanzieller Natur: Am Mittleren Niederrhein wurden von 2007 bis 2013 per Saldo 19.700 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Gerade in Zeiten eines beginnenden Aufschwungs ist Zeitarbeit ein wertvolles Instrument für die Betriebe. "Zeitarbeitnehmer werden vor allem aus Gründen der Flexibilität in Zeiten von Produktionsspitzen und auch als Ersatz für krankheitsbedingte Ausfälle genutzt. Jeweils mehr als 70 Prozent der befragten Betriebe geben diese Motive als hauptsächliche Begründung für den Einsatz von Zeitarbeitnehmern an", erläutert Porschen.

Auch für Arbeitnehmer bietet Zeitarbeit Chancen. 69 Prozent der Zeitarbeitnehmer am Mittleren Niederrhein waren vor ihrer Beschäftigung arbeitslos oder noch gar nicht beschäftigt - 8,2 Prozent sogar langzeitarbeitslos. Auch der Anteil an Niedrigqualifizierten ist in der Zeitarbeitsbranche überdurchschnittlich hoch. Für die IHK ist Zeitarbeit daher ein wirkungsvolles Instrument zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt. "Lediglich knapp jeder fünfte Zeitarbeitnehmer war vor seiner Anstellung in der Arbeitnehmerüberlassung als Erwerbstätiger außerhalb dieser Branche beschäftigt. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass Zeitarbeit keineswegs Stammbeschäftigung ersetzt", betont der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Wichtige Kunden für die Zeitarbeitsunternehmen sind insbesondere Industrie- und Logistikbetriebe. "Vor allem im Bereich der Logistik hat es in unserer Region zuletzt viele Ansiedlungen gegeben. Das ist eine extrem konjunkturabhängige Branche, die somit stärker als andere auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts angewiesen ist", erklärt Porschen.

Von politischer Seite wird immer wieder vorgeschlagen, die Zeitarbeit weiter zu regulieren. "Unsere Branche hat in den vergangenen Jahren viele Regulierungen mitgetragen", sagt Ulrike Gewehr, Mitglied der IHK-Vollversammlung. Die derzeit formulierten Forderungen nach Equal Pay -

damit ist die gleiche Bezahlung von Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaft gemeint - beurteilt die geschäftsführende Gesellschafterin der Mönchengladbacher In Time Personal-Dienstleistungen GmbH & Co. KG kritisch. "Die IHK-Analyse zeigt, dass Bestrebungen, Equal Pay ab dem ersten Verleihtag einzuführen, Zeitarbeit drastisch reduzieren würden. Dann könnte die regionale Wirtschaft Auftragsspitzen nicht mehr so flexibel wie bisher abarbeiten. Dies wird am Ende Arbeitsplätze in den Firmen gefährden und sich vor allem zu Beginn eines Aufschwungs negativ auf die Konjunktur auswirken", erklärt die Unternehmerin.