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Pressemitteilung BoxID: 255882 (Industrie- und Handelskammer Magdeburg)
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Anbauverbot für Gen-Mais politisch motiviert und schädlich für Sachsen-Anhalt

(PresseBox) (Magdeburg, ) Am 14. April 2009 hat die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein Verbot für den bereits seit über 10 Jahren angebauten genveränderten Mais MON 810 verhängt, der die Rahmenbedingungen für die Grüne Gentechnik weiter verschlechtert. Dies ist nach Ansicht der IHK Magdeburg eine falsche Weichenstellung, da die Biotechnologie zu den größten Wachstumsbereichen zählt. Gegenwärtig werden weltweit auf ca. 125 Mio. Hektar von über 12 Millionen Landwirten genveränderte Pflanzen angebaut. Dies sind ca. 8 % der weltweiten Anbaufläche und ein Gebiet etwa drei mal so groß wie Deutschland. Bei Mais erfolgt bereits über 60% der Produktion mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

Biotechnologische Innovationen werden einen erheblichen Einfluss auf die Chemie, Pharmazie, Landwirtschaft und den Lebensmittelbereich, alles bedeutende sachsen-anhaltische Industriebereiche, haben. Für die Weiterentwicklung der Grünen Gentechnik sprechen eine Reihe von nützlichen Effekten für Umwelt und Verbraucher. Durch die Übertragung von Resistenzen gegen Viren, Bakterien, Pilze aber auch Insekten kann der Aufwand an Pflanzenschutzmitteln drastisch gesenkt werden. Darüber hinaus eröffnen sich Möglichkeiten zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen veränderte klimatische Bedingungen. Die Umsetzung ernährungsphysiologischer Erkenntnisse für den Verbraucher wie z. B. die Erhöhung von Ballaststoffen, komplexen Kohlehydraten, natürlichen Antioxidantien oder die Änderung der Fettsäuremuster sind weitere Ziele.

Als Begründung des Verbotes wird angeführt, dass Hinweise auf Gefährdungen von Bienen, Schmetterlingen, bestimmten Wasserorganismen und Marienkäferlarven vorliegen. Potentielle Risiken der Grünen Gentechnik wie Auskreuzungen, das mögliche Auftreten von allergenen bzw. toxischen Proteinen in Lebensmitteln oder wie hier die Wirkung auf Nicht-Zielorganismen müssen natürlich untersucht, bewertet und dann minimiert bzw. ausgeschlossen werden. Daher hat Bayern ein Monitoring des Anbaus von genveränderten Mais durchgeführt, das eine wesentlich bessere Naturverträglichkeit ergab als der Anbau konventioneller Pflanzen verbunden mit dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Außerdem müssen die angeführten ökologischen Nebenwirkungen auch unter dem Blickwinkel nicht generell auszuschließender Risiken bei technologischen Innovationen betrachtet werden. Kein Mensch würde beispielsweise auf die Idee kommen, den Betrieb von hochmodernen Windkraftanlagen wegen des Auftretens von Unfällen mit Vögeln zu verbieten.

Sachsen-Anhalt besitzt für die Pflanzen-Biotechnologie eine umfangreiche und komplette Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung, Saatzucht, Biotechnik-Firmen, Landwirtschaft sowie Lebensmittelindustrie. Es weist die deutschlandweit größte Konzentration an pflanzenbiotechnologischem Forschungs- und Entwicklungspotential auf, die nicht wegen wahltaktischer Erwägungen zur anstehenden Europawahl gefährdet werden darf. Besonders in der jetzigen Wirtschaftskrise ist das Verbot ein schädliches Signal für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland und sollte rückgängig gemacht werden.

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