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Pressemitteilung BoxID: 588121 (Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold)
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Etwa 300 Gäste kamen zum Parlamentarischen Abend der IHK Lippe

Mehr Praxis in der Bildung

(PresseBox) (Detmold, ) "Bildung ist das Rezept gegen Armut" bringt es der Hauptredner des Parlamentarischen Abends der IHK Lippe zu Detmold, Dr. Arend Oetker, auf den Punkt. Dabei lobt er besonders die gute Arbeit der Fachhochschulen, die genauso wie die Unternehmen Praxis in die Ausbildung bringen. Die 300 geladenen Gäste stimmten ihm da zu. In seiner Begrüßung hatte IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse auf die Kosten der Bildung hingewiesen: "Bildung ist teuer, aber keine Bildung ist noch teurer" stellte er klar. Er rief Unternehmen dazu auf, die Chance des doppelten Abiturjahrgangs zu nutzen. Besonders lobte er das Engagement der Unternehmen, das sich schon beim Hochtechnologiecluster "It's OWL" bewährt habe.

"Bildung ist der Schlüssel für Qualifikation", erklärte IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse in seinem Grußwort. Die derzeitigen Missstände - beispielsweise haben 150.000 junge Menschen beim Start ins Berufsleben keinen Schulabschluss - müssten angegangen werden. Die Wirtschaft habe das erkannt und reagiert. In Kürze werde ein "Zentrum für technische Aus- und Weiterbildung" starten. Diese Kooperation von Phoenix Contact und der IHK sei ein guter Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt würde das Erfolgsmodell der Dualen Ausbildung in Deutschland viel zu wenig geachtet obwohl jeder zweite Deutsche einen Berufsabschluss hat.

Die Wirtschaft solle gerade in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze anbieten. Der doppelte Abiturjahrgang biete besondere Chancen. Es gehe darum, Abiturienten eine Alternative zum Hörsaal zu bieten. Deshalb seien zusätzliche Anreize und Förderprogramme gefragt. Damit die Wirtschaft weiter gute Bedingungen habe, sei eine gute Infrastruktur notwendig. Der Ausbau der Straßen ist in Lippe ebenso wichtig, wie der von Breitbandnetzen. Hier werde die IHK sich in diesem Jahr verstärkt engagieren.

"Der Staat schafft keine Arbeitsplätze, sondern die Unternehmen" erklärte Dr. Arend Oetker zu Beginn seiner unterhaltsamen Rede. Aber der Staat müsse durch Bildung die Rahmenbedingungen schaffen. "Ich glaube zutiefst, dass die Bildung der Schlüssel ist", und "Wer nicht dazu beiträgt das Bildungssystem zu erhalten, nimmt in Kauf, dass wir in Deutschland absacken. Deshalb glaube ich, Bildung ist das Rezept gegen Armut." Das gelte es zu erhalten. Die Fachhochschulen sieht Dr. Oetker auf einem guten Weg. Sie decken die Breite der Bildung ab und bringen die Praxis ein. Er plädierte dafür, die Duale Ausbildung durchlässiger zu machen und auch eLearning mit einzubeziehen. Allerdings würden die Grundlagen in den Schulen gelegt. Dr. Oetker mahnte an, dass die Ausbildung der Lehrer deutlich mehr Praxis haben sollte. Lehrer sollte keine Verlegenheitslösung sein, sondern eine bewusste Entscheidung für diesen Beruf. "Ein Lehrer ist etwas wert" erklärte er.

Als weiteres vorrangiges Ziel forderte er Chancengerechtigkeit ein. Das beinhalte die richtige Verteilung. "Spitze und Breite müssen sich ergänzen" forderte er. Bei der Spitzenforschung werde schon einiges getan. Neben dem lebenslangen Lernen sei die weitere Internationalisierung wichtig. Es müssten mehr Abschlüsse ausländischer Universitäten anerkannt werden. Deutschland brauche alle Ausländer von "unten bis oben."

Allerdings reiche es nicht aus, nur die MINT-Fächer zu fördern. Logisches und systematisches Denken seien wichtig, aber allein nicht ausreichend. Notwendig sei eine Kombination mit Gesellschaftswissen und Kultur. "Kultur ist geeignet, die soziale Komponente zu lösen."

In seinem Schlusswort hob IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens hervor, dass eine Kernfrage sei, wie Bildung organisiert wird. "Hier sind wir vor Ort gefragt", denn Bildung sei international, national und auch regional. Er wies darauf hin, dass gerade bei der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen in letzter Zeit viel passiert sei. Man sei auf einem guten Weg.