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Pressemitteilung BoxID: 524242 (Industrie und Handelskammer Hochrhein-Bodensee)
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Wie komme ich an Fachkräfte?

Informationstag zur Fachkräftevermittlung aus Italien

(PresseBox) (Konstanz, ) Der Fachkräftemangel erweist sich in der Region Hochrhein-Bodensee zunehmend als Wachstumsbremse für die Wirtschaft. Neben der Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter erfolgt der Blick, bedingt durch die demografische Entwicklung mit immer weniger Nachwuchs, zunehmend über die Grenzen.

Was liegt dabei näher als der Blick in Richtung Italien. "Die geographische und kulturelle Nähe zu Italien bietet für unsere Region einige Vorteile, die von potentiellen Arbeitgebern genutzt werden sollten", so Dr. Uwe Böhm, Geschäftsführer International der IHK Hochrhein-Bodensee. Die Suche nach Fachkräften und die Besonderheiten in Italien standen deshalb auch im Mittelpunkt des Informationstages "Fachkräftevermittlung".

"Gerade Norditalien verfügt über viele Industriestandorte im Bereich des Maschinenbaus, der Luft- und Raumfahrttechnik und der Chemie", betonte Ronny Seifert von der italienischen Handelskammer für Deutschland. Durch die wirtschaftlich schwierige Lage sind aber gut ausgebildete Fachkräfte freigesetzt und als potenzielle Arbeitnehmer zu gewinnen. Für Deutschland sprechen der gute Ruf, die geographische Nähe, das höhere Einkommen aber auch der hohe technologische Stand.

Über die Erfahrungen mit erfolgreichen Rekrutierungen aus dem Ausland berichtete Moritz Gutman vom privaten Personaldienstleister Gi Group mit Hauptsitz in Italien. Die Erstellung eines aussagekräftigen Anforderungsprofils und einer ausführlichen Tätigkeitsbeschreibung durch das Unternehmen ist sehr wichtig. Im Facharbeiterbereich gibt es keine Fachkundeausbildung mit Zertifikat. Unter Umständen ist auch eine Probearbeit im Unternehmen notwendig. Italienische Universitäten haben aber einen guten Ruf, die Ausbildung ist mit Deutschland vergleichbar.

Die zentrale Auslands- und Fachvermittlung zählt auch zu den Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit und ist somit auch Anlaufstelle für Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Facharbeitern im Ausland. Ramiro Vera-Fluixá, Teamleiter des internationalen Personalservices stellt die Möglichkeiten der Bundesagentur vor. So kann zum Beispiel durch einen "Job-Day" vor Ort in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern die Suche unterstützt werden. "Die Auslandsvermittlung ist kein Massengeschäft und es bedarf auch Unterstützung durch das Unternehmen. Bei der Bewältigung von eventuellen Sprachproblemen sollte das Unternehmen durch Kurse behilflich sein und eine längere Einarbeitungszeit sollte eingeplant werden", rät Vera-Fluixá.

Wie sieht es mit den arbeitsrechtlichen Besonderheiten aus, wenn italienische Arbeitnehmer in Deutschland eingestellt werden? "Es gilt das deutsche Recht", so RA Dr. David Einhaus aus Freiburg, "doch müssen Arbeitgeber damit rechnen, dass italienische Mitarbeiter eine andere Erwartungshaltung bezüglich der Verträge und des Kündigungsschutzes haben."

In der Region Hochrhein-Bodensee gibt es traditionell eine starke italienische Community. Spätestens bei so mancher Public Viewing Veranstaltung während des EM-Halbfinales zwischen Deutschland und Italien wurde dies sichtbar. "Dies erleichtert die Eingewöhnung in das neue Umfeld", so Böhm. Wie wichtig dies ist, um neue, ausländische Mitarbeiter längerfristig zu binden, wurde beim Erfahrungsaustausch der Firmenvertreter in der Diskussion deutlich.

In Zusammenarbeit mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung und der italienischen Handelskammer wird die IHK Hochrhein-Bodensee nun bei Interesse der Firmen in der Region als ersten Versuch einen "Job-Day" in Norditalien starten. "Wir nehmen diesen Wunsch gerne auf", so Dr. Böhm, "und werden gemeinsam mit unseren Enterprise Europe Network Partnern, den italienischen Industrie- und Handelskammern vor Ort, eine passende Region suchen."