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Pressemitteilung BoxID: 121382 (Industrie und Handelskammer Hochrhein-Bodensee)
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Ältere Mitarbeiter von vielen Unternehmen geschätzt

Umfrage der IHK Hochrhein-Bodensee widerlegt gängiges Bild vom leistungsschwachen älteren Kollegen

(PresseBox) (Schopfheim, ) Im Zuge der demografischen Entwicklung wird die Zahl der älteren Erwerbstätigen bis zum Jahre 2025 in der Region Hochrhein-Bodensee um über 30 Prozent zunehmen. Hierauf hat die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee erst kürzlich im Rahmen ihrer Analyse zu den Bevölkerungsprognosen für das deutsch-schweizerische Grenzgebiet hingewiesen. Eine der Schlussfolgerungen daraus lautete: „Die Gesellschaft wird sich den Luxus der Frühverrentung für Mitarbeiter über 55 zukünftig nicht mehr leisten können“. Eine aktuelle Umfrage unter IHK-Mitgliedsfirmen im Rahmen einer studentischen Projektarbeit gibt nunmehr Einblicke in die unternehmerische Wertschätzung der älteren Mitarbeiter, ihre Stärken und ihre Schwächen.

Ein wichtiges Ergebnis vorweg: Gemessen an ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung stehen Menschen im Alter von 50 plus noch annähernd gleich häufig im Berufsleben wie jüngere Jahrgänge. Dies gilt für die Personalstruktur in den Industrie-, Handel- und Dienstleistungsunternehmen gleichermaßen und unterscheidet sich auch nur unwesentlich zwischen kleinen und größeren mittelständischen Unternehmen. Ein massenhaftes Herausdrängen aus dem Unternehmen findet in der Region Hochrhein-Bodensee bislang also nicht statt. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Wirtschaftsstruktur entlang des Hochrheins besonders stark mittelständisch geprägt und die Großindustrie weit weniger vertreten ist, als in anderen Regionen.

Berufserfahrung, Zuverlässigkeit und Wissen sind die am häufigsten genannten Fähigkeiten, die Unternehmer in der Region an älteren Mitarbeitern besonders schätzen. Neben der Berufserfahrung ist für die Industrie vor allem der Faktor Wissen von herausragender Bedeutung. Handel- und Dienstleistungsunternehmen messen der Zuverlässigkeit älterer Mitarbeiter einen besonders hohen Stellenwert bei. Andererseits beklagen nicht wenige Unternehmen die mangelnde Flexibilität bei älteren Kollegen, eine fehlende Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgaben sowie Defizite in den Kenntnissen der Bürokommunikation. Letzteres gilt vor allem bei kleineren Betrieben. Probleme bereiten darüber hinaus der Industrie und den größeren Unternehmen die fehlenden Fremdsprachkenntnisse vieler älterer Mitarbeiter. Speziell dieses Manko darf in einer zunehmend global ausgerichteten Weltwirtschaft nicht unterschätzt werden.

Für ein Drittel der befragen Unternehmen sind Defizite bei älteren Mitarbeitern Anlass zur Unterbreitung konkreter alterspezifischer Angebote an ihre Belegschaft. Sie reichen von der Einführung von Altersteilzeit über firmeninterne Weiterbildungsangebote, Bildung altersgemischter Teams, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sowie flexible Arbeitszeitgestaltung bis zu Vorruhestandsregelungen. Besonders beliebt ist das Angebot auf Altersteilzeit. Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung stehen fast nur bei größeren Unternehmen auf der Agenda. Gleiches gilt für den Vorruhestand. Ein überdurchschnittlich häufiges Angebot zur begleitenden Weiterbildung halten Handel und Dienstleistungsunternehmen vor. Jedes dritte Unternehmen geht auch den Weg mit altersgemischten Teams. Die Angebote der Firmen werden teilweise gut angenommen.

Die Akzeptanz und Wertschätzung älterer Mitarbeiter ist in der Wirtschaft der Region Hochrhein-Bodensee stark ausgeprägt. Trotzdem ist jeder vierte Langzeitarbeitslose aus diesem Personenkreis. Auf die Frage, was denn getan werden muss, damit ältere Menschen für den Arbeitsmarkt attraktiver werden, gibt es für die befragten Unternehmen vor allem drei strategische Forderungen: Lockerung des Kündigungsschutzes, damit personalpolitische Fehlentscheidungen besser korrigiert werden können, flexiblere Entlohnungssysteme, die ältere Mitarbeiter nicht automatisch zu den teuersten Mitarbeitern machen und eine grundlegender Wertewandel in der Gesellschaft, der Alter und Leistungsfähigkeit nicht automatisch in einen negativen Zusammenhang stellt.

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