Anzahl ausländischer Unternehmen deutlich gewachsen

Ruhr-IHKs stellen aktuelle Studie zu ausländischen Unternehmen vor

(PresseBox) ( Essen, )
Die Ruhrwirtschaft wird internationaler: Von etwas mehr als 243.000 IHK-zugehörigen Unternehmen im Ruhrgebiet sind fast 25.600 ausländischer Herkunft. „Das bedeutet, dass bereits mehr als jeder 10. IHK-zugehörige Betrieb im Ruhrgebiet von einem ausländischen Mitbürger gegründet wurde oder sich im ausländischen Mehrheitsbesitz befindet“, fasst Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Essen, das zentrale Ergebnis bei der Vorstellung der aktuellen Untersuchung „Ruhrwirtschaft International 2015/16 – Ausländische Unternehmen im Ruhrgebiet“ zusammen. Die Untersuchung wurde von den sechs IHKs im Ruhrgebiet – das sind die IHKs Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Mittleres Ruhrgebiet und Nord Westfalen (Emscher-Lippe-Region) – durchgeführt.

Nach 2008 haben die IHKs erneut den Bestand der ausländischen Unternehmerschaft in Handel, Dienstleistungen und Industrie analysiert. Erfasst wurden Betriebe, die in das Handelsregister (HR) eingetragen sind oder sich als Kleingewerbetreibende (KGT) angemeldet haben. Interessant dabei: Während die Gesamtzahl der IHK-zugehörigen Unternehmen im Ruhrgebiet seit 2008 nur um ca. drei Prozent gestiegen ist, hat die Anzahl ausländischer Unternehmen im selben Zeitraum um nahezu 50 Prozent zugenommen. Dabei ist der Anteil der ausländischen HR-Unternehmen überproportional um rund 90 Prozent auf 3.030 gestiegen, die Zahl der Kleingewerbetreibenden „nur“ um 45 Prozent auf 22.568.

Die Unternehmen kommen aus fast 160 Ländern: Am häufigsten angesiedelt haben sie sich im Bezirk der IHK zu Essen (6.292) und der IHK Nord Westfalen (6.010). Ihnen folgen die IHK-Bezirke Dortmund (5.038), Duisburg (4.143), Mittleres Ruhrgebiet (2.749) und Hagen (1.366).

Mehr als ein Viertel der ausländischen KGT haben einen türkischen Ursprung (6.306) und gründen meist im Einzelhandel. An zweiter Stelle stehen – wie 2008 – KGT aus Polen (3.995), die am häufigsten im Baugewerbe tätig sind.
Bei den HR-Unternehmen ergibt sich ein anderes Bild. Wie bereits 2008 belegt das Königreich der Niederlande mit einer Anzahl von 574 Betrieben die Spitzenposition bei den Herkunftsländern. Vom dritten auf den zweiten Platz vorgerückt ist die Schweiz (257). Das „Siegertreppchen“ komplettieren die USA (248), die sich um zwei Plätze verbessern konnten.

Vertreter der ausländischen Unternehmen, die in der Untersuchung stellvertretend für die ausländische Unternehmerschaft zu Wort kommen, heben als besonders positive Standortfaktoren die hohe fachliche Qualität der Mitarbeiter, die zentrale Lage des Ruhrgebiets in Europa und die gute Infrastruktur im internationalen Vergleich hervor.

„Die Untersuchungsergebnisse sind ein positives Signal. Die Bedeutung ausländischer Unternehmen für das Ruhrgebiet steigt. Ob als ausländischer Mitbürger mit einem kleineren Betrieb oder als multinationales Unternehmen: Nachhaltiges Engagement leistet einen wertvollen Beitrag zum Wohlstand unserer Region und seiner zukunftsorientierten Ausgestaltung“, so Jutta Kruft-Lohrengel über die Internationalisierung im Ruhrgebiet.
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