Wirtschaft hat Tiefpunkt durchschritten

IHK erwartet für Thüringen ein Minus von 6 Prozent

(PresseBox) ( Erfurt, )
Die deutsche Wirtschaft ist 2009 so stark abgestürzt wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. 5,0 Prozent Rückgang beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) meldete das Statistische Bundesamt Wiesbaden am Mittwoch. Mit positiven Wachstumsraten im zweiten und dritten Quartal hat sich Deutschland inzwischen jedoch aus dem Würgegriff der Rezession befreit. Der Absturz im Gesamtjahr konnte aber nicht verhindert werden.

"Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für Thüringen ab. Nach dem dramatischen Absturz im ersten Halbjahr 2009 waren in den letzten Monaten vor allem aus der Industrie wieder positive Signale zu vernehmen", erklärt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser.

So hätte das Verarbeitende Gewerbe schon im November mit einem Umsatz von zwei Milliarden Euro deutliche Zuwächse erzielt, aber den drastischen Produktionsrückgang der ersten Jahreshälfte nicht mehr kompensieren können. Daher rechne die Kammer damit, dass die regionale Wirtschaft 2009 um insgesamt 6 Prozent geschrumpft ist.

"Wir sollten uns darauf einstellen, dass es sicherlich noch drei bis vier Jahre dauert, bis in etwa wieder das Niveau der Jahre 2007 oder 2008 erreicht wird. In dieser Zeit muss aber auch durchaus mit Rückschlägen gerechnet werden", gibt der IHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken.

Vereinzelte Unkenrufe, dass 2010 ein noch härteres Jahr wird, dürften sich aber nicht bewahrheiten. Die Unternehmen hätten in der Krise ihre Hausaufgaben gemacht: Kosten reduziert, die Produktpalette überprüft und vorhandene Überkapazitäten abgebaut.

"In diesem Jahr sollte die Konjunktur weiter an Fahrt gewinnen und die Folgen der Krise zunehmend hinter sich lassen. Ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Thüringen von 1,5 bis 2 Prozent ist deshalb durchaus realistisch", blickt Grusser optimistisch voraus. Wertvolle Hilfestellung könnten dabei ein robuster Arbeitsmarkt und eine stabile Binnenkonjunktur leisten.

"Dennoch ist noch jede Menge Sand im Getriebe des Aufschwungs", warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die Liquidität, also die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen, sei nach wie vor angespannt. Aktuell drücke der Schuh hauptsächlich bei der Finanzierung der laufenden Produktion. Trotz verbesserter Auftragslage berichteten immer mehr Unternehmen von akuten Liquiditätsengpässen.

"Insgesamt können wir uns jedoch freuen, dass der wirtschaftliche Absturz beendet ist. Aber wir befinden uns noch immer auf der Talsohle und sind längst nicht über den Berg", fasst Grusser zusammen.
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