Unternehmensteuerreform

IHK befürchtet höhere Belastungen für Personenunternehmen

(PresseBox) ( Erfurt, )
Nur wenige Thüringer Betriebe werden von der heute durch den Bundesrat beschlossenen Unternehmensteuerreform profitieren. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt bleibt die Reform weit hinter den Bedürfnissen der kleinen und mittelständischen Personenunternehmen zurück – im Gegenteil: in der jetzigen Fassung könnte sich die Steuerbelastung für viele dieser Unternehmen weiter erhöhen.

„Die Grundfehler der Unternehmensteuerreform, insbesondere die Besteuerung von Kosten, die Kompliziertheit und wachsende Bürokratiebelastung, sind bisher nicht beseitigt worden“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. So sei die anteilige Hinzurechnung von Mieten, Pachten und Leasingraten bei der Gewerbesteuer unsystematisch und mittelstandsfeindlich. Dies treffe bestimmte Wirtschaftszweige wie den Handel oder die Gastronomie so stark, dass betriebliche Existenzen gefährdet würden.

Die IHK begrüßt zwar die Senkung des Körperschaftsteuertarifs und die pragmatische Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Dieser Fortschritt werde jedoch mit systematischen Fehlern erkauft, die langfristig negative Folgen für den Standort Deutschland hätten.

„Der Wegfall der degressiven Abschreibung bringt immer noch für eine ganz erhebliche Zahl von Personenunternehmen Nachteile, die sie weder durch die Inanspruchnahme der Thesaurierungsrücklage – dafür sind sie zu klein noch durch die Investitionsförderung – dafür sind sie zu groß – kompensieren können“, so Grusser.

Auch sei die Anhebung bei der unteren Schwelle der geringwertigen Wirtschaftsgüter mit 150 Euro viel zu gering. Viele dieser Güter wären längst verbraucht, bevor sie nach fünf Jahren abgeschrieben sind.

„Die Große Koalition hatte eine Steuervereinfachung versprochen, dieses Versprechen aber nicht gehalten: Es gibt keine einheitliche Bemessungsgrundlage für Körperschaft-, Einkommen- und Gewerbesteuer. Die zusätzlichen bürokratischen Lasten der Reform werden vielmehr ein dauerhaftes Ärgernis für Betriebe und Finanzverwaltung darstellen“, zeigt sich Grusser enttäuscht. So seien etwa die neuen Überwachungspflichten bei der Thesaurierungsrücklage und die Nachversteuerungsregeln administrativ kaum beherrschbar.

Die IHK hofft nun auf eine schnelle Korrekturgesetzgebung mit Nachbesserungen im Sinne des Thüringer Mittelstandes.
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