Thüringer Hotels zum Jahreswechsel gut ausgelastet

(PresseBox) ( Erfurt, )
Für den Jahreswechsel vermelden die meisten der Hotels und Pensionen in Nord- und Mittelthüringen gute Buchungszahlen. Nur jedes zehnte Unternehmen ist bisher unzufrieden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter 70 Betrieben der Branche.

"Die überwiegende Mehrheit der Gäste hat schon einige Monate im voraus gebucht, da war von einer Wirtschaftsflaute noch keine Rede", erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Mit zahlreichen Veranstaltungen, wie Weihnachts- und Silvesterfeiern bis hin zu attraktiven Pauschalangeboten, bemühten sich die Hoteliers um einen angenehmen und abwechslungsreichen Aufenthalt für ihre Gäste. "Auch die Preise bleiben weitgehend stabil", berichtet Grusser. Immerhin 80 Prozent der Gastronomen würden angeben, nicht an der Preisspirale zu drehen.

"Der Ausblick auf die folgenden Monate trübt jedoch die derzeit gute Stimmung", verweist der IHK-Hauptgeschäftsführer auf den bisherigen Buchungsstand für Januar bis März. Fast jeder Zweite der befragten Unternehmer verzeichne Rückgänge gegenüber dem Vorjahr.

"Natürlich wirken die letzten schneearmen Winterperioden noch nach. Die Gäste entschließen sich immer kurzfristiger für eine Urlaubsreise oder einen Wochenendausflug und machen dies von den Wetteraussichten abhängig, aber auch von der eigenen wirtschaftlichen Situation", schätzt Grusser ein. Dies werde zunehmend im Buchungsverhalten deutlich. So sei die Aufenthaltsdauer der Gäste tendenziell weiter sinkend.

Trotz der Entspannung bei den Preisen für Heizöl und Kraftstoff bleibe der Kostendruck enorm. "Viele Hoteliers und Gastronomen kommen nicht umhin, sich in den nächsten Monaten von Mitarbeitern zu trennen. Dies geht natürlich zu Lasten von Service und Qualität in der Betreuung der Gäste", warnt Grusser. Jedes fünfte Unternehmen signalisiere einen Arbeitsplatzabbau. Auch bereits geplante Investitionen in Modernisierung und Erweiterung würden verschoben.

Kaum ein anderes Thema hat in diesem Jahr die Branche so beschäftigt wie das Nichtraucherschutzgesetz, das zum 1. Juli in Thüringen in Kraft getreten ist. Während die neuen Regelungen den größeren Betrieben weniger Probleme bereiten, sind die kleinen Unternehmen stark betroffen. "Umsatzverluste bis zu 35 Prozent sind keine Seltenheit", gibt der IHK-Chef zu bedenken. Vom Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das Ausnahmen für Einraumgaststätten unter 75 Quadratmeter zulässt, profitierten nur reine Bierkneipen ohne Speisenangebot.

"Die meisten Gastronomen hoffen immer noch darauf, dass mit einer entsprechenden Kennzeichnungspflicht die Entscheidung künftig dem Unternehmer überlassen bleibt", argumentiert Grusser für eine unbürokratische Regelung.
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