IHK warnt vor Schwarzmalerei

Grusser: "Eine Entlassungswelle ist nicht zu erwarten."

(PresseBox) ( Erfurt, )
Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der führenden For-schungsinstitute am Rande einer Rezession. Die Experten senkten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr dras-tisch von 1,4 auf 0,2 Prozent.

"Sektkorken knallen heute nicht, auch wenn sich die weltweiten Börsen wieder im Höhenflug befinden. Im Gegenteil: Im Sog der Finanzmarktkrise wächst die Sorge der Unternehmer vor einem Abschwung der Konjunktur", sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handels-kammer (IHK) Erfurt. Die Auswirkungen auf die Thüringer Industrie seien bisher aber glücklicherweise moderat. So erwirtschafteten die Thüringer Industriebetriebe in den ersten acht Monaten 2008 einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro - ein Anstieg zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 8,0 Prozent. Dafür verantwortlich waren sowohl der Anstieg der Inlands-verkäufe um 8,3 Prozent als auch die Zunahme der Ausfuhren um 7,6 Prozent.
Die vorliegende IHK-Konjunkturumfrage bestätige den Trend: "Die wirt-schaftliche Dynamik ist noch intakt, das Wachstum wird allerdings schwä-cher. Sinkende Auftragseingänge, eine rückläufige Produktion und die Verunsicherung über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise prägen das Bild", so Grusser.

Unternehmer und Verbraucher seien immer noch äußerst nervös und misstrauisch. Die Stimmung trübe sich weiter ein. "Mit der Produktions- pause beim Automobilhersteller Opel in Eisenach ist die Finanzkrise real in der Thüringer Wirtschaft angekommen", erklärt der IHK-Chef. Aber auch in anderen Branchen würde das Auftragspolster dünner. Noch seien die In-dustriewerte stabil und die Unternehmen könnten die konjunkturelle Ab-schwächung vergleichsweise gut verkraften. Das Auslandsgeschäft wach-se zwar nicht mehr zweistellig, bleibe jedoch weiterhin eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft. "Ein dramatischer Einbruch ist auf keinen Fall zu erwarten", zeigt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer dennoch optimistisch und bleibt für das Jahr 2008 bei seiner positiven Prognose von rund zwei Prozent Wachstum. "Die Welt bricht nicht ein und mit einer Entlassungs-welle im Winter ist gegenwärtig auch nicht zu rechnen. Allerdings dürfte der Stellenaufbau auslaufen."

"Im nächsten Jahr sind wir sicherlich froh, wenn eine Eins vor dem Komma steht", blickt Grusser etwas verhaltener auf 2009. Die Dynamik schwäche sich ab. Die konsumnahen Bereiche würden auch im kommenden Jahr das Sorgenkind bleiben. Nach wie vor drücke die Angst vor höheren Le-benshaltungskosten auf die Stimmung der Bevölkerung und wirke als Kon-sumbremse. Grusser warnt jedoch vor überzogenem Pessimismus, denn Konjunkturzyklen hätte es immer gegeben. Die Finanzkrise sei nur eine zusätzliche Belastung, aber nicht die Ursache der Abkühlung.
"Natürlich ist der Abwärtstrend nach mehreren guten Jahren und den posi-tiven Signalen vom Arbeitsmarkt bedauerlich. Die Bundesregierung darf aber nicht die anderen Baustellen aus den Augen verlieren", so Grusser. Auf die Tagesordnung gehörten die Erbschaftssteuerreform, das Problem der kalten Progression und Nachkorrekturen bei der Unternehmenssteuer-reform.
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