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Pressemitteilung BoxID: 238050 (Industrie- und Handelskammer Erfurt)
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IHK warnt vor Protektionismus

Nationale Konjunkturhilfen dürfen keine Handelsschranken aufbauen

(PresseBox) (Erfurt , ) Angesichts zunehmender protektionistischer Tendenzen weltweit hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt vor einer Abschottung der Märkte gewarnt. Der internationale Handel dürfe nicht behindert werden. Auch die Thüringer Exportwirtschaft könnte sonst zu den Verlierern gehören.

In Thüringens Unternehmen wächst derzeit die Sorge, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem Wiedererstarken des Protektionismus führt. "Einige Länder setzen im Kampf gegen den weltweiten Konjunkturabschwung auf nationale Alleingänge mit zunehmender Abschottung", kritisiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

So sei in den USA die "Buy American"-Klausel trotz der Einwände von Präsident Barack Obama noch immer nicht vom Tisch. In Frankreich habe Präsident Nicolas Sarkozy die Hilfe für die Autoindustrie an nationale Schutzmaßnahmen geknüpft und Prämien in Aussicht gestellt, wenn heimische Zulieferer bevorzugt werden. Und Spaniens Industrieminister Miguel Sebastián forderte die Verbraucher ungeniert auf, heimische Produkte zu bevorzugen: "Es gibt etwas, das die Bürger für ihr Land tun können: auf Spanien und seine Produkte setzen". Schließlich veröffentliche vergangene Woche der Staatsrat und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas einen Plan zur Stützung der ländlichen Regionen: Agrarsubventionen sollen erhöht, Agrarimporte schärfer kontrolliert werden.

"Die WTO zählte allein in den letzten drei Monaten 20 Fälle, in denen Mitgliedsstaaten versucht haben, den Freihandel einzuschränken", so Grusser. Zu den "Sündern" gehörten auch große Handelspartner wie Russland, China, Indonesien und Indien.

"Unter dem Vorwand der Konjunkturhilfe für die heimische Wirtschaft werden neue Handelsschranken aufgebaut. Am Ende verlieren dabei alle und die Krise vertieft sich drastisch", warnt der IHK-Chef. Inzwischen würden die Thüringer Unternehmen jeden dritten Euro auf den Auslandsmärkten verdienen, betrage der Exportanteil am Bruttoinlandsprodukt des Freistaats rund 25 Prozent.