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Pressemitteilung BoxID: 231647 (Industrie- und Handelskammer Erfurt)
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Barack Obama - der neue US-Präsident

Was erwartet die deutsche Wirtschaft?

(PresseBox) (Erfurt , ) Barack Obama wird am heutigen Dienstag als 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Dabei muss er sich bereits zu Beginn seiner Amtszeit enormen Herausforderungen stellen: Eine weltweite Finanzkrise, ein reformbedürftiges Gesundheitssystem, Zwangsversteigerungen, der Irak-Krieg, die anhaltende Krise in Afghanistan und die größte Staatsverschuldung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Auch in Deutschland sind die Erwartungen hoch: Kann der neue Präsident seine Wahlversprechen halten?!

"Als Bannerträger für den Freihandel in der Weltwirtschaft und zugleich Weichensteller für eine neue Energiepolitik muss Obama in den nächsten vier Jahren zeigen, dass er seine Wahlkampfrhetorik in pragmatischer Weise umsetzen kann", hofft Niels Lund Chrestensen, Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt auf positive Signale infolge des historischen Wahlsieges.

Obama habe sich bisher tendenziell als eher protektionistisch dargestellt und nur zurückhaltend über ein Freihandelsabkommen geäußert. Die aktuelle Finanzkrise hätte aber gezeigt, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen eines einzelnen Landes - auch wenn es das größte ist - insgesamt wenig Erfolg bringen. Hier seien globale Entscheidungen gefordert. Obama müsse erkennen, dass er nur im Konzert mit den anderen Wirtschaftsregionen eine erfolgreiche Sanierung der Wirtschaft betreiben kann. Darin sieht Chrestensen einen ersten Ansatzpunkt für den neuen US-Präsidenten, seine Ankündigungen wahrzumachen und wieder stärker mit Europa zusammenzuarbeiten.

Obamas Energiepolitik mit dem Schwerpunkt auf Erneuerbare Energien biete Deutschland, insbesondere Thüringen, jetzt enorme Chancen. "Deutsche Unternehmen sind auf dem Umweltschutzmarkt weltweit führend und verbuchen den größten Exportzuwachs", so Chrestensen. Bereits heute beschere das Notfallgesetz zur Stabilisierung der US-Wirtschaft dem Sektor Erneuerbare Energien einen unerwartet kräftigen Impuls. Obama habe vor, künftig 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr in neue Technologien, wie Wind- und Solarenergie, zu investieren. Zu den Nutznießern könnten laut Chrestensen auch Thüringer Firmen gehören, wenn sie sich zum richtigen Zeitpunkt am US-Markt positionieren.

Inzwischen wären die Exporte aus dem Freistaat in die Vereinigten Staaten auf ein jährliches Volumen von ca. 750 Millionen Euro angewachsen. Damit würde die USA bereits den vierten Platz - nach Frankreich, Großbritannien und Italien - in der Thüringer Exportländerstatistik einnehmen. Rund 400 Betriebe mit Handelsbeziehungen in die USA seien bei der IHK registriert. Umgekehrt hätten 60 US-Industriefirmen und Dienstleistungsunternehmen rund 1,6 Milliarden Euro in Thüringen investiert und damit 9.000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen. Die USA würden damit den größten ausländischen Investor im Freistaat darstellen.

Vom US-Präsidenten erwartet die IHK aber auch, dass er im Rahmen der internationalen Sicherheitsbestrebungen mit Augenmaß die US-Maßnahmen kritisch überprüft. "Der internationale Handel muss sicher vor Terrorismus geschützt werden; er muss aber auch schnell und unbürokratisch abzuwickeln sein", erklärt Chrestensen.