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Pressemitteilung BoxID: 594065 (Industrie- und Handelskammer Dresden)
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Sächsischer Gründerreport: Unternehmer gesucht

Sächsisches ExistenzgründerNetzwerk: Gute Wirtschaftslage dämpft Gründungsdynamik

(PresseBox) (Chemnitz/ Dresden/ Leipzig, ) Die Zahl der Existenzgründungen im Freistaat Sachen ist weiter rückläufig. Dabei stieg der Anteil der Unternehmensnachfolgen leicht an. Die Reform des Gründungszuschusses hat das Gründergeschehen kaum beeinflusst. Mehr als drei Viertel der Gründer nutzen die Beratungsangebote der Kammern. Zu diesen Ergebnissen kommt der "Sächsische Gründerreport 2013", den das Sächsische ExistenzgründerNetzwerk (SEN) veröffentlichte.

Im zurückliegenden Jahr verzeichneten die sächsischen Gewerbeämter 2 546 weniger Gewerbeanmeldungen als -abmeldungen. Im gewerblichen Bereich (ohne Freiberufler und Landwirtschaft) sank die Zahl der "echten" Existenzgründungen in Sachsen im Jahr 2012 auf 12 832. Das ist allein gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 17 Prozent (2 546) und somit das Verhältnis von Neugründung und ausscheidenden Unternehmen negativ. Der Abwärtstrend ist bereits seit 2007 zu beobachten. Der Anteil der Unternehmensnachfolgen am sächsischen Gründungsgeschehen beträgt elf Prozent und liegt damit leicht über dem Vorjahreswert.

Mehr als die Hälfte aller Existenzgründungen fallen in die Branchen Bau 3 107), Handel (2 555) und wirtschaftliche Dienstleistungen (1 476). Aber auch in diesen Bereichen scheiden mehr Unternehmen aus dem Markt aus als einsteigen. Zurückgegangen sind erstmals auch die Gründungen im Handwerk (-zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr). Besonders betroffen sind die Bekleidungsgewerbe (-28 Prozent) sowie das Elektro- und Metallgewerbe (-20 Prozent). Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie ist die Zahl der Gründungen zwar deutlich geringer, zeichnet sich aber durch einen stetigen Unternehmenszuwachs aus. "Die demografische Entwicklung dämpft die Gründungsintensität stärker als die Nachfrage. Hält der Trend weiter an, ist für den Freistaat Sachsen eine Unternehmenslücke zu befürchten. Aber wir brauchen qualifizierte und nachhaltige Gründungen für die permanente Erneuerung der Wirtschaft. Die Gründerkultur zu stärken, ist daher Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Dabei geht es in erster Linie, um ein positives Unternehmerbild in der Öffentlichkeit, um gesellschaftliche Anerkennung derjenigen, die Verantwortung für sich und andere übernehmen", betont Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, die aktuell den Ratsvorsitz im SEN innehat.

Aufgrund der Reformierung des Gründungszuschusses bewilligten die Agenturen für Arbeit 77 Prozent weniger Anträge für arbeitslose Existenzgründer. Die Bewilligungen beim ESF-Mikrodarlehen für Investitionen im kleinteiligen Bereich gingen um 43 Prozent stark zurück. Gewachsen ist der Beratungsbedarf der Gründer. Der Zuwachs beim sächsischen Landesförderprogramm "Gründungsberatung" betrug 17 Prozent und das Bundesprogramm "Gründercoaching Deutschland" wurde von Unternehmern 3 000 Mal genutzt.

In Sachsen helfen die Startercenter der Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern bei der Vorbereitung und Realisierung der Schritte in die unternehmerische Selbstständigkeit. Die überwiegende Mehrzahl der Gründer (72 Prozent) nutzt dieses Beratungsangebot. 2012 wurden 9 211 Beratungen durchgeführt, 2011 waren es 9 634 und 2009 mehr als 11 000.

Grundlage für die aktuelle Betrachtung des Gründungsgeschehens im Freistaat bildet die amtliche Gewerbestatistik.

Sächsisches Existenzgründernetzwerk (SEN)

Das SEN ist eine Partnerschaft zwischen den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern und der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank - im Freistaat Sachsen. Seit 2003 engagiert sich das SEN für günstigere Startbedingungen Selbstständiger. Das Netzwerk unterstützt junge Unternehmer und Gründungswillige in der Region bei der Realisierung ihrer Vision. Zielstellung des Netzwerkes für Gründer ist es, wesentliche, leistungsfähige Partner bei der Beratung und Betreuung für Gründer in Sachsen aneinander zu binden, Synergien zu nutzen und Qualitätsstandards sicherzustellen. Dafür bündelt SEN Gründeraktivitäten und bedient sich intensiv bestehender Erfahrungen und Strukturen.

www.existenzgründung-sachsen.de