Metropolregionen sind längst ein geschlossener Wirtschaftsraum

IHK Darmstadt stellt "Regionalökonomische Verflechtungsstudie für die Region Rhein Main Neckar" vor

(PresseBox) ( Darmstadt, )
Arbeitskräfte pendeln von Weinheim nach Frankfurt. Darmstädter kaufen in Mannheim ein und besuchen am Wochenende ein Konzert im Rheingau. Forschungsinstitute in Heidelberg und Darmstadt pflegen enge Beziehungen. Ein IT-Unternehmen aus Groß-Gerau betreut Kunden in Mannheim und umgekehrt. Während im Alltag die beiden Metropolregionen Frankfurt Rhein-Main und Rhein-Neckar längst zusammengewachsen sind, treten sie politisch, administrativ und was das Standortmarketing betrifft unabhängig voneinander auf.

"Die tatsächlich existierenden engen räumlichen und wirtschaftlichen Verflechtungen entlang der Nord-Süd-Achse Frankfurt, Darmstadt und Mannheim/Ludwigshafen spielen in diesen Überlegungen eine viel zu geringe Rolle", sagte Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt dazu. Um das zu ändern, hat die IHK Darmstadt eine "Regionalökonomische Verflechtungsstudie für die Region Rhein Main Neckar" in Auftrag gegeben. Bei einem Pressegespräch in der IHK wurde diese von Dr. Nicolai Wendland, Mitarbeiter im Fachbereich Internationale Wirtschaft der TU Darmstadt und Direktor der in Berlin ansässigen URBANCONTEXT GmbH, erstellte Studie heute vorgestellt.

Die Studie zeigt, dass der Verdichtungsbereich zwischen Rhein-Main und Rhein-Neckar, also der Bezirk der IHK Darmstadt, keine Lücken aufweist. "Damit ist wissenschaftlich belegt, dass diese Region als einheitlicher Wirtschaftsraum gesehen werden muss", sagte der Hauptgeschäftsführer. "Die Metropolregionen können nicht getrennt voneinander gedacht und gesteuert werden. Zukunftsweisende Entscheidungen in der Region benötigen zukunftsweisende Verwaltungsstrukturen. Das sind solche, die die regionale Zusammenarbeit ermöglichen und aktiv fördern, statt sie künstlich zu begrenzen", forderte Vetterlein. "Die Aufgaben bedingen die Struktur, nicht umgekehrt. Wir können zwar an den bestehenden Grenzen wenig ändern - vier Bundesländer, Regierungsbezirke, Raumordnungsregionen, Kreise, Städte und Gemeinden - wir müssen aber lernen, besser über Grenzen hinweg zu denken und zusammenzuarbeiten."

Dies führt für die IHK direkt zur aktuellen politischen Diskussion: "Da ist zum Beispiel das internationale Standortmarketing durch die FrankfurtRheinMain GmbH. Diese müssen wir weiterentwickeln, auch wenn nicht jede Kommune in jedem Jahr einen Investor aus dem Ausland willkommen heißen kann. Von Ansiedlungen in Rhein-Main-Neckar profitiert die Region und über Verflechtungen letztlich jeder Standort", so der Hauptgeschäftsführer. Irgendwann dürfe die FrankfurtRheinMain GmbH dann vielleicht auch diesen gesamten Wirtschaftsraum international vermarkten. Zusammengefasst ist es für Vetterlein der stärkste Wirtschaftsraum in Deutschland.

Hintergrund: Verflechtungsstudie

Eine Verflechtungsstudie beruht auf dem sogenannten Gravitationsmodell, das die Frage der Verflechtung von Wirtschaftsräumen empirisch angeht: Starke Regionen sind umso enger verbunden je näher sie sich sind.

Untersucht wurde dies anhand von fünf Indikatoren:
- Bruttoinlandsprodukt pro Quadratmeter
- Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigem
- Bodenpreise pro Quadratmeter
- Arbeitsplätze pro Quadratmeter
- Arbeitskräfte pro Quadratmeter

Die komplette Studie als pdf (76 Seiten) finden Sie im Internet unter www.darmstadt.ihk.de (Dokument-Nummer 128958)
Direktlink: http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/presse/pressemeldungen/2416172/Metropolregionen_sind_laengst_ein_geschlossener_Wirtschaftsraum.html
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