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Pressemitteilung BoxID: 585958 (Industrie- und Handelskammer Chemnitz)
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Lohnstückkosten stark gestiegen

(PresseBox) (Chemnitz, ) Die sächsischen Arbeitnehmer konnten 2012 erfreulicherweise wieder einen Zuwachs in der Lohntüte verzeichnen. Pro Stunde kletterte der Bruttolohn um 2,7 Prozent. Allerdings ist die reale Wirtschaftsleistung im Freistaat durch Rückgänge im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe in Sachsen im letzten Jahr leicht gesunken. Im Ergebnis stiegen die Lohnstückkosten, das Verhältnis zwischen dem Arbeitnehmerentgelt und dem Wert der erzeugten Waren, in Sachsens Industrie mit 8 Prozent überdurchschnittlich stark an. "Die Lohnentwicklung darf sich nicht von der Produktivitätsentwicklung abkoppeln, sonst sind sächsische Produkte irgendwann nicht mehr wettbewerbsfähig", mahnt Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz. Dennoch stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung mit attraktiven Gehältern qualifizierte Fachkräfte zu werben, um durch deren innovative Ideen die Produktivitätslücke zum gesamtdeutschen Niveau weiter zu schließen.

Die Lohnangleichung ist im Freistaat weiter fortgeschritten als die Angleichung der Produktivität an das gesamtdeutsche Niveau. Ein sächsischer Erwerbstätiger erwirtschaftete 2012 pro Stunde mit 33,12 € knapp 73 Prozent des deutschen Durchschnitts und verdiente dabei 17,75 € oder 77 Prozent des Bundesdurchschnitts. Diese Unterschiede sind vor allem auf die überwiegend kleinteilige sächsische Wirtschaft und das Fehlen von wertschöpfungsstarken großen Familienbetrieben und Konzernzentralen im Freistaat zurückzuführen. "Undifferenzierte Lohnerhöhungen ohne den entsprechenden Produktivitätszuwachs, etwa durch planwirtschaftliche Mindestlöhne, würden viele sächsischen Unternehmen nicht verkraften", betont Wunderlich. Weitere Lohnangleichungen können nur über Produktivitätssteigerungen und folglich Gewinne in den Betrieben erfolgen, die sich dann wieder auf dem Lohnzettel der Mitarbeiter bemerkbar machen.