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Pressemitteilung BoxID: 727150 (Industrie- und Handelskammer Chemnitz)
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Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2015: Vorsichtige Prognosen trotz Spitzenlage

(PresseBox) (Chemnitz, ) Nach der Schwächephase im Herbst fasst die Wirtschaft im Kammerbezirk wieder Tritt. Die Stimmung verbesserte sich wieder. Die Unternehmen sind mit ihren aktuellen Geschäften so zufrieden wie noch nie. Im Gegensatz dazu fallen die Geschäftsaussichten wesentlich zurückhaltender aus.

Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Chemnitz, an der sich 647 IHK-zugehörige Unternehmen mit mehr als 32.000 Beschäftigen aus den Bereichen Industrie, Bau, Dienstleistungen, Handel und Güterverkehr beteiligten.

Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen ist hervorragend. 93 Prozent der Befragten geben gute oder befriedigende Einschätzungen ab. Das ist ein neuer Höchststand in den Konjunkturumfragen der IHK Chemnitz seit den 90er Jahren.

In allen Wirtschaftszweigen dominieren deutlich positive Lageeinschätzungen. Das Wachstum wird nach wie vor vom Binnenkonsum getragen. So profitieren der Handel und die konsumnahen Dienstleister von der stabilen Einkommenssituation und dem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Auch in der Industrie sorgt die starke Binnenkonjunktur für Zuwächse, wenngleich dort die Stimmungslage weniger gut als im Vorjahr ist. Die Exportnachfrage trägt trotz des rückläufigen Russlandgeschäftes zum Umsatzwachstum bei.

Von der konjunkturellen Dynamik konnte auch das Güterverkehrsgewerbe profitieren. Die Nachfrage nach Transportkapazitäten stieg an.

Nach Ende der witterungs- und der flutbedingten Sondereffekte normalisiert sich die Stimmung im Bau. Wie im Winter üblich fallen hier die Beurteilungen etwas weniger gut aus.

Trotz der beachtlichen Lagebeurteilungen sind die Erwartungen der südwestsächsischen Unternehmen an ihre Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten verhalten.

Die Verunsicherung ist angesichts der ungelösten Russland-Krise, der anhaltenden Wachstumsschwäche im Euroraum und der Auswirkungen des Mindestlohns weiterhin hoch.

"In vielen Branchen wird entscheidend sein, wie sich die höheren Preise infolge des Mindestlohns auf die Nachfrage auswirken", erklärt Franz Voigt, Präsident der IHK Chemnitz.

Insgesamt wird sich im Produzierenden Gewerbe und in den meisten Dienstleistungssparten der Aufwärtstrend wohl weiter fortsetzen, während im Handel und im Verkehrsgewerbe trotz der stabilen Binnennachfrage mit einer Abkühlung zu rechnen ist. Dort fürchten viele Unternehmen, dass sie die gestiegenen Personalkosten nicht an ihre Kunden weitergeben können. In den arbeitsintensiven Branchen führt das zu einer verhaltenen Einstellungsbereitschaft oder gar zu einem Personalabbau.

Insgesamt sind die Beschäftigungspläne der Unternehmen leicht rückläufig.

Auch die Risikoeinschätzungen zeigen, dass die zunehmende Regulierung am Arbeitsmarkt eine schwere Hypothek für die Region darstellt. Die größten Geschäftsrisiken sind laut der Unternehmen die Entwicklung der Arbeitskosten gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Neben den Mehrkosten belasten viele Unternehmen die mit dem Mindestlohn verbundenen Nachweispflichten und die Rechtsunsicherheit.

"Was muss ich wann dokumentieren? Wie kann ich die Haftung für Auftragnehmer ausschließen? Was genau kontrolliert der Zoll? Welche Lohnbestandteile sind dem Mindestlohn anzurechnen? - all das sind Fragen, die für die Unternehmen noch nicht rechtssicher geklärt sind", so Voigt weiter.

Viele Unternehmen befürchten weiterhin eine stärkere Regulierung der Zeitarbeit und Einschränkungen bei Werkverträgen, die die Handlungsspielräume und damit die Flexibilität noch weiter einengen.

Trotz des derzeit sehr niedrigen Zinssatzes auf dem Kapitalmarkt kommen die Investitionsplanungen nicht in Fahrt.

Auch hier sind im Moment die Risiken angesichts der verhaltenen Prognosen zu hoch.