EEG-Umlage - Industrie ist nicht der Verursacher

(PresseBox) ( Chemnitz, )
Die Begünstigung der Industrie wird in den Medien derzeit häufig als Grund der hohen EEG-Umlage behandelt. Es ist die Rede davon, dass Unternehmen über 1 GWh von der EEG-Umlage befreit sind. Damit wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass die Mehrzahl der klein- und mittelständischen Unternehmen zu Lasten der privaten Haushalte von den negativen Auswirkungen der Energiewende nicht betroffen sind. Mehr noch, Unternehmen würden bewusst ihren Stromverbrauch erhöhen, um somit in den Genuss der Befreiung zu gelangen.

Die IHK Chemnitz weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Begünstigung bei der EEG-Umlage einer Staffelung unterliegen, die so aufgebaut ist, dass Unternehmen ab 1GWh nur noch 10 % der Umlage entrichten müssen, dies gilt jedoch nicht für den Teil, der bis zu 1 GWh verbraucht würde. Gleiches gilt im Segment des Stromverbrauchs zwischen 10 und 100 GWh, in dem die EEG Umlage auf 1 % des Regelsatzes sinkt. Erst ab 100 GWh gilt der Satz von 0,5 % über den gesamten Stromverbrauch.

Den Stromverbrauch künstlich zu erhöhen, würde zusätzliche Kosten verursachen. Zudem müssen die Unternehmen, die von den Begünstigungen profitieren nachweisen, dass die Stromkosten mehr als 14 % Anteil an der Bruttoproduktion des Unternehmens besitzen, so dass nur ein geringer Teil der Unternehmen in Südwestsachsen überhaupt von den Vergünstigungen profitiert.

Für 2014 deutet sich erneut ein erheblicher Sprung der Umlage an. Das EEG-Ausgleichskonto weist im Juli ein Minus von 1,748 Milliarden Euro aus. Im Vergleichszeitraum 2012 lag dieses Minus noch 1,146 Milliarden Euro. Im Jahr 2013 war die EEG-Umlage um 1,7 ct/kWh gestiegen. Davon waren 0,67 ct/kWh dem aufgelaufenen Ausgleichsminus geschuldet.

Im Oktober wird die EEG-Umlage für 2014 bekannt gegeben. Eine Studie der sächsischen Industrie-und Handelskammern aus März 2012 war noch von einem leichten Rückgang der Umlage 2014 ausgegangen. Die jetzt vorgelegten Zahlen lassen wieder einen deutlichen Zuwachs befürchten.

Es wird eine dringende Aufgabe der neuen Bundesregierung sein, das EEG so schnell wie möglich zu reformieren, um den weiteren Strompreisanstieg zu dämpfen, auch vor dem Hintergrund, dass die Einspeisevergütungen für Erneuerbare Energien für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährt werden. Die sächsischen Industrie- und Handelskammern hatten zudem gefordert, den Dschungel von Steuern und Umlagen auf dem Stromsektor deutlich zu lichten und dem privaten und gewerblichen Verbrauchern eine reelle Chance zu geben, ihre Stromrechnung zu verstehen. (Steuern und Umlagen für Elektroenergie werden derzeit erhoben als Stromsteuer, Konzessionsabgabe, EEG-Umlage, KWK-Umlage, Umlage nach § 19 Netzentgeltverordnung, Offshore-Haftungsumlage)
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