Energiewende ist ein generationsübergreifendes Projekt

(PresseBox) ( Weingarten, )
Der Energieausschuss der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) diskutierte in dieser Woche mit Franz Untersteller MdL, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, und mit Martin Hahn MdL, Bündnis 90 / Die Grünen, über die Wege zu einer erfolgreichen Energiewende.

Der Minister und die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass für das Gelingen der Energiewende noch enorme Anstrengungen zu unternehmen sind. Ebenso bestand Einigkeit, dass dabei das "magische Dreieck" der Energiewirtschaft (Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit) nicht aus den Augen verloren werden darf.

Bis zum Jahr 2050 sollen die erneuerbaren Energien rund 80 Prozent Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland haben. Aktuell beträgt ihr Anteil 27 Prozent. Ziel ist es, den Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) um 80 bis 90 Prozent zu vermindern und so einen Beitrag zu leisten, dass sich das Weltklima um maximal zwei Grad erwärmt.

Eine bedeutende Rolle bei der Energiewende kommt der Wirtschaft zu. Effizienzmaßnahmen sollen umgesetzt und parallel in Eigenerzeugungsanlagen investiert werden. Minister Untersteller und die IHK kritisierten in diesem Zusammenhang die Höhe der EEG-Umlage von 40 Prozent für Eigenerzeugungsanlagen im Zuge der jüngsten EEG-Novelle. Dies sei ein Grund, warum derzeit keine neuen Anlagen in Betrieb genommen würden. Der Minister plädiert für einen deutlich geringeren Einbezug eigener Anlagen in Höhe von 20 Prozent, die IHK für eine vollständige Befreiung.

Die Teilnehmer waren sich auch einig, dass der Weg von der "alten" in die "neue" Energiewelt nur unter der Einbeziehung des Wärmesektors erreicht werden kann. Von den 2,3 Millionen Bestandsgebäuden in Baden-Württemberg stammten 70 Prozent aus der Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung, so der Minister. Bei der momentanen Sanierungsquote von 1 Prozent pro Jahr würde der Prozess 100 Jahre in Anspruch nehmen. Anzustreben sei daher eine Sanierungsquote von 2 bis 2,5 Prozent, am besten über steuerliche Anreize, so der Minister und die IHK. Zudem sollte vermehrt Abwärme aus Produktionsprozessen in Nahwärmenetze an Endkunden abgegeben werden.

Die Unternehmensvertreter machten jedoch deutlich, dass sie für Investitionen in effiziente Anlagentechnik und neue Technologien mehr Rechts- und Planungssicherheit benötigen. Das sei unter den momentanen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ausreichend gegeben.

Trotz vereinzelter Störungen waren sich die Teilnehmer einig, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland ein im internationalen Vergleich sehr hohes Niveau hat und zur Standortsicherung beiträgt. Gleichwohl waren alle Teilnehmer überzeugt, dass der geplante Ausbau der Übertragungsnetze von Nord nach Süd dringend notwendig ist, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten und ausreichend Strom in den Süden nach Abschalten der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2022 zu bekommen.
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