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Pressemitteilung BoxID: 238554 (IHK Reutlingen)
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"Einfacher, gerechter und niedriger"

Finanzpolitischer Sprecher diskutiert mit Steuerberatern

(PresseBox) (Reutlingen, ) "Wir wollen eine Steuerreform nach der kommenden Bundestagswahl", sagte Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bei seinem Besuch in der IHK Reutlingen. Bernhardt diskutierte dort mit Steuerberatern aus der Region. IHK-Vizepräsident Dr. Hermann Wundt sprach sich für eine Korrektur der Unternehmenssteuerreform aus.

Einkommen- und Erbschaftssteuer waren die beherrschenden Themen im Vortrag von Otto Bernhardt. Zu der Steuerreform nach der Bundestagswahl könne aus seiner Sicht auch eine Abschaffung der Erbschaftssteuer kommen, sagte der Gast aus Berlin: "Dann muss aber der Spitzensteuersatz früher greifen. Denn die Lücke muss kompensiert werden." Die Einkom-mensteuer gehört für Bernhardt zu den großen Reformvorhaben. "Die Steuer muss einfa-cher, gerechter und niedriger werden." Neben dem schrittweisen Abbau des Solidaritätszu-schlags und Veränderungen beim Tarifverlauf denken CDU und CSU daran, dass Ehegat-tensplitting zu einem Familiensplitting auszubauen.

Finanz- und Konjunkturkrise nicht zu schwarz malen

Mit Blick auf die Finanz- und Konjunkturkrise wies Otto Bernhardt darauf hin, dass selbst bei einem Minuswachstum von vier Prozent im laufenden Jahr noch ein Bruttoinlandsprodukt vergleichbar dem von 2006 erreicht würde. "Wir sollten nicht zu sehr schwarz malen." Beim aktuellen Konjunkturprogramm sind nach seiner Einschätzung vor allem das 15-Milliarden-Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie die Erleichterungen bei der Kurzarbeit wichtige Instrumente für den Mittelstand.

Handlungsbedarf bei bestehenden Steuern

In Anwesenheit von Franz Longin, Präsident der Steuerberaterkammer Stuttgart, mahnte IHK-Vizepräsident Dr. Hermann Wundt steuerpolitischen Handlungsbedarf an. Er forderte die Fehler der Unternehmenssteuerreform zu korrigieren: "Die Hinzurechnung bei der Gewerbe-steuer für Zinsen, Mieten, Leasingraten und Lizenzen sind verantwortlich dafür, dass die Substanz und nicht nur der Ertrag der Unternehmen versteuert wird", so Wundt. Er sprach sich außerdem für eine leistungsfreundlich ausgestaltete Einkommensteuer aus und wies auf die Tücken der kürzlich verabschiedeten Erbschaftssteuerreform hin. So ist beispielsweise nach dem Erbfall ungewiss, ob über sieben oder zehn Jahre hinweg eine bestimmte Lohn-summe gehalten werden kann. Auch wenn dies gelingt, dürfte der bürokratische Aufwand für die Überwachung enorm sein.