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Pressemitteilung BoxID: 720604 (IHK Industrie- und Handelskammer Rostock)
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Ergänzte Fassung: Mindestlohn - was hat er schon gebracht?

(PresseBox) (Rostock, ) "Wer ist nun der Gewinner beim Mindestlohn?" fragt Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK zu Rostock. Medien berichten über Unternehmerinnen und Unternehmer, die die gestiegenen Personalkosten auf ihre Produkte und Serviceleistungen umlegen. Über Kunden, die dies bisher auch mittragen. Zu hören ist aber auch von Unternehmen, die ihre Personaldecke aufgrund der Einführung des Mindestlohns straffen wollen, weil sie die gestiegenen Personalkosten umlegen müssen. Im Klartext: Stellen werden nicht verlängert, die Arbeit wird von weniger Mitarbeitern erledigt. Auch haben sich Unternehmerinnen und Unternehmer entschieden, Leistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder reduzierte Sonderleistungen in Kantinen, auf die der Arbeitnehmer keinen Anspruch hat, zu streichen. Was bedeutet das am Ende? Keine Sonderzahlungen mehr, gestiegene Kosten beim Friseur, im Café und im Einzelhandel, mehr Arbeit für viele und möglicherweise keine Arbeit mehr für andere?

Die Unternehmer, so der IHK-Präsident, zahlten nun drauf, das gehe im schlechtesten Fall zu Lasten der weniger Qualifizierten. Das könne nicht gewollt sein. Ziel der Einführung des Mindestlohns sei es gewesen, Menschen mit Niedriglöhnen besser zu stellen, nicht schlechter.

Claus Ruhe Madsen stellt die Frage, wer am Ende von der Einführung des Mindestlohns profitiert, nicht nur rhetorisch: Er will es wissen. Ist, was von der Bundesregierung gut gemeint war, letztlich schlecht gemacht? Claus Ruhe Madsen: "Aus Sicht der IHK zu Rostock wäre es sinnvoller gewesen, seitens der Politik die kalte Progression und eine Senkung der Lohnnebenkosten anzugehen: Mehr Netto statt mehr Brutto. Wäre hier angesetzt worden, hätte der Arbeitnehmer mehr Geld im Portemonnaie. Nun zahle der Arbeitgeber mehr und der Arbeitnehmer habe letztlich weniger Geld als erwartet auf dem Konto, wie das folgende Rechenbeispiel belegt:

Bei einem alleinstehenden Arbeitnehmer, dessen Stundenlohn von 7,50 EUR auf den neuen Mindestlohn von 8,50 EUR steigt, bleiben von diesem Euro nur 0,58 EUR übrig, während der Arbeitgeber 1,22 EUR dafür zahlen muss. Ist er Vollzeit beschäftigt, bedeutet das netto 100 Euro mehr im Monat, während der Arbeitgeber mit über 200 Euro belastet wird.

Der IHK-Präsident: "Was nützt unter dem Strich weniger Geld als erwartet? Wer ist Gewinner durch die Einführung des Mindestlohns?"

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