Steffen Auer weitere fünf Jahre IHK-Präsident

Die Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein hat ihr Präsidium gewählt

(PresseBox) ( Offenburg, )
Nach der Wahl der Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein im März 2016 haben die 50 Mitglieder am gestrigen Dienstag in ihrer konstituierenden Sitzung über das neue Präsidium entschieden. Ohne Gegenstimme wurde Dr. Steffen Auer als Präsident wiedergewählt. Das Präsidium wurde um zwei auf acht Personen erweitert.

„Ich möchte die Themen, die ich angestoßen habe, in den kommenden fünf Jahren weiter voranbringen“, nannte der Geschäftsführer von Schwarzwald Eisenhandel aus Lahr seine Motivation, das Präsidentenamt bis 2021 zu übernehmen. Nach dieser zweiten Amtsperiode ist allerdings Schluss: ein Präsident der IHK Südlicher Oberrhein darf nur einmal wiedergewählt werden. Schwerpunkte von Auers Arbeit in den vergangenen fünf Jahren waren der Fachkräftemangel, die Infrastruktur und die Energiewende. „Die Themen Fachkräftemangel und Infrastruktur werden wir definitiv weiter verfolgen, neu hinzukommen wird beispielsweise der Bereich Industrie 4.0“, informierte er.

Etwa zwei Tage wöchentlich, so schätzt Steffen Auer, habe er für die Industrie- und Handelskammer in seiner ersten Amtszeit aufgewendet. Beinahe 500 Termine hat er in dieser Zeit wahrgenommen. Doch möchte er die IHK bei ihren Mitgliedern und in der Öffentlichkeit noch präsenter machen. Um in Zukunft also noch schlagkräftiger zu sein, besteht das Präsidium fortan nicht mehr aus sechs, sondern aus acht Personen. Stellvertretender Präsident bleibt Dr. Thomas Kaiser von der Kaiser & Sozien Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Freiburg. Als Vizepräsidenten wiedergewählt wurden Dr. Michael Faller von August Faller aus Waldkirch und Armin Stolzer von Kasto Maschinenbau aus Achern. Neue Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten sind Michael Ganter von Ganter Interior aus Waldkirch, Dr. Kirsten Moser vom Freiburger Colombi Hotel, Brigitta Schrempp von Schrempp EDV aus Lahr und Andreas Truttenbach von RMA Rheinau aus Rheinau. Damit kommen vier Präsidiumsmitglieder aus dem Nordbezirk (Ortenaukreis) und vier aus dem Südbezirk (Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Stadt Freiburg). Jeder soll in Zukunft seinen beruflichen Schwerpunkten, Interessen oder Mitgliedschaften in anderen Vereinigungen entsprechend bestimmte Themen besetzen. Alle acht Personen erhielten keine Gegenstimme.

„Es ist wichtig, dass die Wirtschaft unserer Region eine kräftige Stimme hat“, erklärte Auer in der konstituierenden Sitzung. Denn gegenwärtig würden sich viel zu wenige Menschen aus der Wirtschaft in der Politik engagieren. Alle Mitglieder der Vollversammlung forderte er auf, ihre Gedanken einzubringen. „Denn nur so kann ich als Präsident sagen, ich spreche für die gesamte regionale Wirtschaft.“ Er bat die Unternehmerinnen und Unternehmer außerdem darum, bei anderen IHK-Mitgliedern für die Kammer zu werben. „Machen Sie andere zu IHK-Fans!“ Gerade die kleineren Betriebe würden die Angebote der Industrie- und Handelskammer noch viel zu wenig nutzen.

Beim Festakt im Anschluss an die erste Sitzung der neuen Vollversammlung sprach Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Freiburg, über die Gemeinsamkeiten, die Regierungspräsidium und IHK Südlicher Oberrhein verbinden: von Städtebau- und Infrastrukturprojekten über den Tourismus und die Bildung bis zur aktuellen Integration von Flüchtlingen. „Um die Menschen zu integrieren, sind zwei Säulen von erheblicher Bedeutung“, sagte Schäfer, „und das sind Bildung und Arbeit.“ Gerade in diesem Punkt brauche es die Zusammenarbeit mit den Unternehmen. Zur Bundesstraße B33, deren Bedeutung für die Region die IHK im Frühjahr noch mit ihrer Studie „Lebensader B33“ hervorgehoben hatte, kündigte Schäfer an: „Die Ortsumfahrung von Haslach wird kommen, ich verspreche es Ihnen.“

Das Schlusswort an diesem Abend gehörte dem alten und neuen Präsidenten. Zur Freude der rund 140 geladenen Gäste vergaß Auer in seiner Ansprache auch nicht die Rivalität zwischen Badenern und Schwaben. „Uns hier in der Region geht es im Moment sehr gut, im deutschen Glücksatlas sind wir gar die zweitglücklichsten Menschen Deutschlands, deutlich vor den Schwaben.“ Ernster wurde der 48-Jährige beim Ausblick auf die Zukunft, denn der derzeitige positive Status quo sei nicht gesichert. Durch die Globalisierung nehme der Druck von außen zu, die Digitalisierung verändere Leben und Arbeit dramatisch, der demografische Wandel löse einen immer größer werdenden Fachkräftemangel aus, zudem hätten kriegerische Auseinandersetzungen weltweit in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. „Eine Abschottung unseres Landes oder die Verdrängung dieser globalen Themen bringt absolut nichts, da wir ihnen nicht ausweichen können“, legte der Präsident seinen Zuhörerinnen und Zuhörern nahe. Stattdessen müssten Politik und Wirtschaft aktiv werden. „Die Politik muss wieder auf die Menschen zugehen, sich mit den Sorgen und Ängsten auseinandersetzen und eine Vision für die Zukunft aufzeigen. Aber auch die Wirtschaft muss sich mit den Gedanken in der Bevölkerung beschäftigen.“ Für die IHK Südlicher Oberrhein bedeute dies, noch umfänglicher mit den Mitgliedern zu kommunizieren, um gemeinsam an den wichtigen Themen zu arbeiten. „Allein steht jeder Unternehmer geradezu ohnmächtig vor den aktuellen Entwicklungen und hat auch keinen politischen Einfluss. In einer Solidargemeinschaft wie der IHK, die noch dazu dem Gemeinwohl verpflichtet ist, lassen sich die Herausforderungen besser meistern“, legte Auer dar. Seine abschließende Aufforderung an alle Anwesenden: „Bitte begleiten Sie unsere IHK in dieser aktuellen Periode und lassen Sie uns gemeinsam eine Vision für unser Land entwickeln.“

Informationen zur Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein:

Alle fünf Jahre wählen die Mitglieder der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein ihre Vollversammlung - das oberste Organ der IHK. Im März war es wieder so weit: Rund 60.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Zur Wahl hatten sich in diesem Jahr 96 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Kammerbezirk gestellt, zehn mehr als bei der Wahl im Jahr 2011. Von den 50 Mitgliedern der Vollversammlungsperiode 2011-2016 waren neun nicht mehr zur Wahl angetreten. Am Ende schafften es 22 der Kandidatinnen und Kandidaten neu in das Parlament der regionalen Wirtschaft, 28 Mitglieder wurden wiedergewählt. Elf der 50 Vollversammlungsmitglieder sind Frauen, drei mehr als in der vergangenen Wahlperiode. 27 der 50 Firmen, aus denen die Mitglieder der Vollversammlung kommen, sind Ausbildungsbetriebe. Insgesamt beschäftigen sie beinahe 700 Auszubildende. Unter den Betrieben sind sowohl Traditionsunternehmen mit langer Geschichte als auch Existenzgründer. Zum größten Teil sind die Männer und Frauen in der neuen Vollversammlung Inhaber, die ihr eigenes unternehmerisches Risiko tragen. Alle sind ehrenamtlich tätig; sie setzen sich damit unentgeltlich für die Wirtschaft in der Region ein.
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