Reformation: Bildungsschub als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg

München, (PresseBox) - Luthers Reformation war eine Voraussetzung für den größeren wirtschaftlichen Erfolg von Protestanten über viele Jahrhunderte. Auf diesen Zusammenhang hat Ludger Wößmann hingewiesen, der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik. Anlässlich des Evangelischen Kirchentages in Wittenberg und Berlin, der 500 Jahre Reformation feiert, erklärte er: „Der historische wirtschaftliche Erfolg der Protestanten erklärt sich weniger durch eine Arbeitsethik im Sinne Max Webers, sondern vielmehr durch die bessere Massenbildung bei den Protestanten. Das lässt sich empirisch belegen an präzisen Daten aus Preußen über das 19. Jahrhundert hinweg.“

Je weiter weg von Wittenberg ein preußischer Kreis lag, desto niedriger waren der Protestantenanteil, die Schulbildung und der wirtschaftliche Erfolg der Gegend. Wößmann ergänzte: „Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche, damit jeder gute Christenmensch selbst das Wort Gottes lesen könne und nicht auf den Priester angewiesen sei. Aber um die Bibel lesen zu können, muss man eben zunächst einmal lesen können. Darum hat Luther ausdrücklich die Errichtung und den Besuch von Schulen gepredigt. Das hatte langfristig von ihm unbeabsichtigte wirtschaftliche Folgen, die noch heute nachwirken.“
 
Aufsätze: Ludger Wößmann: Eine neue wirtschaftshistorische Forschungsagenda anhand preußischer Kreisdaten
 
Teil 1: Die Bedeutung von Religion für die Bildung in ifo Schnelldienst Nr. 23/2010; zu finden hier:
https://www.cesifo-group.de/DocDL/ifosd_2010_23_4.pdf
 
Teil 2: Die Bedeutung von Bildung für die Wirtschaftsentwicklung in ifo Schnelldienst Nr. 1/2011; zu finden hier:
https://www.cesifo-group.de/DocDL/ifosd_2011_1_2.pdf
 
Rückfragen: Prof. Dr. Ludger Wößmann, 089/ 9224 1699 ; Woessmann@ifo.de

Weitere Termine:
Pressekonferenz mit Clemens Fuest in Dresden am 31. Mai
Pressekonferenz zur ifo-Konjunkturprognose in Berlin am 20. Juni

 

 

ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Dafür steht das ifo Institut seit seiner Gründung im Januar 1949. Es hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins und ist als gemeinnützig anerkannt. Das ifo Institut ist eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Europa und zugleich das in den deutschen Medien am häufigsten zitierte. Es ist durch einen Kooperationsvertrag eng mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verbunden und hat seit 2002 den Status eines "Instituts an der Universität München". In der CESifo-Gruppe kooperiert das ifo Institut sehr eng mit dem Center for Economic Studies (CES) und der CESifo GmbH. CESifo ist auch die Marke, unter der die internationalen Aktivitäten der gesamten Gruppe gebündelt werden.

Verantwortlich im Sinne des § 5 TMG: ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. Verantwortlicher im Sinne des § 55 Abs. 2 Rundfunkstaatsvertrags: Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest.

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