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Pressemitteilung BoxID: 723254 (IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.)
  • IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.
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Wissenschaftler fordern mehr Ingenieure im oberen Management von Unternehmen

(PresseBox) (Bonn, ) Mehr Ingenieure in Führungspositionen sowie eine stärker auf Managementaufgaben vorbereitende Ausbildung sind dringend notwendig, um Deutschlands Wirtschaft im Wettbewerb zu stärken. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen dem Bundesvorsitzenden der IfKom, Dipl.-Ing. Heinz Leymann, und Univ.-Prof. Dr. phil. Ralph Dreher, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Technik am Berufskolleg der Universität Siegen und Vizepräsident der Ingenieurpädagogischen Wissenschaftsgesellschaft, IPW e. V.

Technische Neuerungen erfolgen in immer schnelleren Zyklen. Ohne innovative Produkte haben immer mehr Unternehmen geringe Chancen im Wettbewerb. Zurzeit sind allerdings nur 12 % der Führungspositionen in DAX-Unternehmen von Ingenieuren besetzt. Stark vertreten sind hier Juristen und Wirtschaftswissenschaftler. Die Nähe zum Produkt erfordert aus der Sicht der IfKom und IPW, verstärkt Führungspositionen mit Ingenieuren zu besetzen. Die oberen Sprossen der Karriereleiter dürfen nicht für Juristen und Betriebswirte reserviert sein. Es reiche längst nicht mehr aus, sich verstärkt auf Zahlen und Vertrieb zu fokussieren. Technisches Know-how muss in den Führungsetagen wieder mehr gefragt sein. Wenn die Firmen sich am Markt behaupten wollen, müssen sie ihren Kunden innovative und intelligente Problemlösungen bieten. Folglich müssen bis in die oberste Führungsetage Ingenieure mit ihrem technischen Sachverstand vertreten sein.

Ingenieure müssen aber auch die Chance bekommen, sich auf dieses Mehr an Verantwortung vorzubereiten. Wer sich als reiner Konstrukteur sieht, wird als Ingenieur führungsmäßig hängen bleiben. Daher ist es unabdingbar, dass Ingenieure sich bereits während ihrer Bachelor- und Masterausbildung interdisziplinär mit den Anforderungen, die Führungsverantwortung stellt, reflektiert auseinandersetzen können. Die Herausforderungen durch eine Führungsrolle müssen im Rahmen des Studiums daher umfassend und gleichberechtigt vermittelt werden. Neben dem technisch-rationalen Weltbild, in dem alles logisch scheint, hat die Menschenführung hierbei eine große Bedeutung. Menschen funktionieren anders als Maschinen. Es ist während des Studiums ein klares Bekenntnis zur Führungsrolle zu vermitteln. Auch wenn Ingenieure in der Regel keine geborene Führungstalente sind, kann Führung gelernt werden. Einen wesentlichen Beitrag hierfür ist der von Prof. Dr. Dreher formulierte "Leonardische Eid" für ingenieurwissenschaftliche Hochschulcurricula, der nicht nur die ethische Reflexion von Entscheidungen auf Führungsebene einfordert, sondern auch aufzeigt, wie diese vermittelt werden kann ohne dass es zu einer Aufweichung der Fachinhalte kommt.

Nach Abschluss seines Studiums des Maschinenbaus mit Vertiefung Fahrzeugtechnik, der Germanistik und der Berufs- und Wirtschaftspädagogik in Hamburg hatte Prof. Dr. phil. Ralph Dreher Lehraufträge an der Universität Hamburg, der TU Hamburg-Harburg und der Universität Flensburg inne. Von 2001 bis 2010 war er Arbeitsgruppenleiter der AG "Arbeiten mit Projekten" der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik. Von 2006 bis 2010 war Prof. Dr. Dreher Vorstandmitglied der IGIP. Im Jahre 2012 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der IPW (ingenieurpädagogischen Wissenschaftsgesellschaft, Berlin) und bekleidet seitdem dort die Funktion des Vizepräsidenten. Im Jahre 2014 erhielt Prof. Dr. Dreher die Auszeichnung als "Senior Member" durch die IGIP für langjährige Verdienste um die Ingenieurpädagogik.

Die Ingenieurpädagogische Wissenschaftsgesellschaft (IPW e. V.) versteht sich als Forum für alle an technischer Bildung interessierten Personen aus der beruflichen und akademischen Bildung sowie aus Wirtschaft und Politik, national und international. Die Ingenieurpädagogische Wissenschaftsgesellschaft, IPW, e. V. hat sich das Anliegen der "Engineering Initiative" der UNESCO, 2011, zu eigen gemacht: Die Kunst der Technik in Theorie und Praxis einzusetzen, um weltweit den von den Vereinten Nationen formulierten Millenniumszielen näher zu kommen, muss weltweit verstärkt in die Lehre eingebunden werden.

IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder - Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder - gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.