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Pressemitteilung BoxID: 587806 (IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.)
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IfKom sprachen mit Bundestagsabgeordneten René Röspel zum Thema "Breitbandversorgung"

(PresseBox) (Bonn, ) Am 08.04.2013 trafen sich die IfKom - Ingenieure für Kommunikation und der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel zum ersten Informationsgespräch zum Thema "Breitbandversorgung". Röspel ist Diplombiologe und Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag. Unter anderem wurde die Situation der Breitbandversorgung in Deutschland erörtert.

Die IfKom stehen für eine flächendeckende Breitbandversorgung in Deutschland. Schnelles Internet und damit verbunden ein Telekommunikationsnetz mit hoher Bandbreitenverfügbarkeit und Datendurchsatz sind u.a. die Erfolgsfaktoren für eine prosperierende Wirtschaft

Es zeigt sich, dass die für ein Hochgeschwindigkeitsinternetnetz erforderliche Substitution des Kupfernetzes durch ein Glasfasernetz in den wenigsten Fällen wirtschaftlich gestaltbar ist. Die erforderlichen Investitionen beim Glasfaserausbau, insbesondere in den Tiefbau zur Verlegung der Glasfaserleitungen, sprengt viele Business Cases.

Trotz dieser harten ökonomischen Bedingungen sehen die IfKom in der Nutzung der Infrastruktur Dritter eine Möglichkeit, den Glasfaserausbau zu forcieren. Aus der Sicht der IfKom stellen Netzbetreiber sich dabei gegenseitig für ein Entgelt freie Kapazitäten beispielsweise in Kabelrohranlagen zur Verfügung. In diesen freien Rohranlagen könnten Glasfaserkabel eingezogen werden. Die Tiefbaukosten, die ca. 70% der Ausbaukosten ausmachen, könnten dann erheblich reduziert werden. Der § 77b des novellierten Telekommunikationsgesetzes sieht eine gegenseitige Nutzung freier Netzinfrastrukturen vor. IfKom fordern, dass die Bundesnetzagentur praktikable Regelungen für solche gegenseitige Nutzungen bereitstellt und damit den Breitbandausbau nachhaltig unterstützt.

Eine weitere technische Möglichkeit die Bandbreite im bestehenden Kupfernetz zu erhöhen, ist das Vectoring. Bei diesem Verfahren werden die Störsignale weitgehend kompensiert, die insbesondere bei höheren Übertragungsbandbreiten in den Leitungen eines Kabels auftreten. Durch diese Technik können höhere Bitraten mit bis zu 100Mbit/sec auf Kupfer- Leitungen übertragen werden. Allerdings können in einem Kabel nur Techniken des Netzbetreibers eingesetzt werden, der das Vectoring macht. Bei den anderen Netzbetreibern, die auf diesem Kabel liegen, funktioniert die Breitbandtechnik nicht mehr. Im Sinne einer guten Breitbandversorgung fordern hier die IfKom, dass die Bundesnetzagentur entsprechende Regelungen schafft, damit diese Technik zum Einsatz kommen kann, zumal hier ein Teil des bestehendes Kupfernetzes auch weiterhin genutzt werden kann. Hohe Tiefbaukosten würden bei diesem Verfahren auch entfallen.

Die IfKom sehen in der flächendeckenden Breitbandversorgung eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Informations- und Wissensgesellschaft, die die Infrastrukturbetreiber nicht alleine im Markt stemmen werden. Daher ist die Politik gefordert, mit rechtssicheren Regelungen und gezielten Förderungen Planungs- und Investitionssicherheit zu gewährleisten und so den Breitbandausbau für die Bevölkerung und die Wirtschaft voranzubringen.

René Röspel dankte für das konstruktive Gespräch und hält die aufgezeigten Zielsetzungen der IfKom grundsätzlich für unterstützenswert. Wegen der Bedeutung eines guten Breitbandanschlusses habe die SPD-Bundestagsfraktion bereits im letzten Herbst ihr Positionspapier "Schnelles Internet für alle: Flächendeckende Breitbandversorgung sichern und dynamische Entwicklung beschleunigen" vorgelegt. Auch wenn ein flächendeckender Ausbau im Sinne von 100% Versorgung nicht oder nur mit sehr großem Aufwand realisiert werden kann, ist der derzeitige Versorgungszustand nicht akzeptabel. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, deutlich mehr Engagement als bisher zu zeigen und die Anstrengungen zu vergrößern. Die SPD will eine flächendeckende Grundversorgung mit schnellen Internetverbindungen umsetzen und dies durch eine Universaldienstverpflichtung absichern. In jedem Fall würde damit die Nutzung klassischer Internetanwendungen für alle ermöglicht. Schnellstmöglich soll eine Qualitätsentwicklung mit Geschwindigkeiten von mindestens sechs MBit/s realisiert werden. Schließlich ist ein Maßnahmenbündel vorgesehen, um mit einem schrittweisen Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen mit Bandbreiten von 50 MBit/s den zukünftigen Anforderungen an eine moderne Breitbandinfrastruktur gerecht zu werden. "Mit diesem umfassenden Konzept setzt die SPD einen Kontrapunkt zur Bundesregierung, die zwar Breitbandziele formuliert, aber nicht einhält", so René Röspel.

IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder - Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder - gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.