IfKom: Maschinenkommunikation erfordert neue Standards und Gesetze

(PresseBox) ( Bonn, )
Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) sehen fehlende Standards und unklare rechtliche und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen als Hauptgründe für die relativ langsame Einführung der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in Deutschland an. Hinzu kommen Zweifel an der Rentabilität sowie eine hohe Komplexitätsschwelle, die insbesondere mittelständische Unternehmen davon abhalten, Maschinenkommunikation (m2m - machine-to-machine) in ihren Betrieben einzuführen.

Die Bedeutung der m2m-Kommunikation ist in den letzten Jahren gestiegen. Sie hat im Rahmen von Industrie 4.0 ebenso Einzug in die Produktion gehalten wie in die Logistik oder Gebäudetechnik. Auch die derzeit präsentierten selbstfahrenden Autos kommen nur mir Maschinenkommunikation voran, häufig auch car-to-car-Kommunikation genannt. Dabei tauschen Fahrzeuge jedoch nicht nur untereinander Informationen aus, sondern auch mit der Infrastruktur, etwa Ampeln und sogar mit Fußgängern, die mit "Wearable Devices" oder Smartphones ausgestattet sind.

An diesen Beispielen zeigen sich die aktuellen Herausforderungen deutlich: Was technisch möglich ist, ist rechtlich oder im Bezug auf die erhobenen Daten weitgehend Neuland! Schuld- und Haftungsfragen sind ebenso ungeklärt wie die Frage, welche Daten in einem Auto erhoben und mit wessen Wissen oder Zustimmung diese Daten an wen übermittelt werden. Immerhin hat heute ein Mittelklassefahrzeug eine Rechnerleistung von rund 20 PC an Bord. Schon jetzt werden jede Menge Daten in den Werkstätten ausgelesen, die nach Angaben der Autohersteller nicht personen- sondern fahrzeugbezogen sind. Einer aktuellen BITKOM-Untersuchung zufolge sind fast drei Viertel der Befragten der Ansicht, dass jeder Autofahrer selbst entscheiden sollte, ob z. B. das automatische Notrufsystem im Fahrzeug aktiviert wird. Hier muss der Gesetzgeber abwägen, ob die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer oder die Datenautonomie für Autofahrer höher einzuordnen ist. In diesem Zusammenhang begrüßen die IfKom die Stellungnahme des Bundesjustizministers, der feststellt, Autofahrer müssten selbst entscheiden dürfen, welche Daten erhoben und an wen sie übermittelt werden.

Auch für Unternehmen steht der Datenschutz bei der m2m-Kommunikation an vorderer Stelle. Nach einer neuen Untersuchung von eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft sehen 74% der Befragten die Angst vor Manipulation von außen und vor dem Ausspionieren von Unternehmensdaten als größtes Hindernis für die Einführung von m2m an. Daneben stellen die Wirtschaftlichkeit und die Komplexität von m2m-Lösungen große Herausforderungen dar. Insbesondere im Mittelstand herrscht daher noch Zurückhaltung bei der Einführung von m2m-Prozessen.

Erfolgsfaktoren Datenschutz, Rentabilität und Komplexitätsminderung

Neben der Forderung an die Politik nach eindeutigen rechtlichen und datenschutzrechtlichen Regelungen fordern die IfKom daher auch die Industrie auf, bei der Entwicklung von m2m-Lösungen auf die Finanzierbarkeit und Komplexitätsminimierung durch Standards zu achten. Neben dem Datenschutz sind diese beiden Faktoren entscheidend, um das Vertrauen der Unternehmen in m2m-Kommunikation zu stärken und damit Deutschland international wettbewerbsfähig zu erhalten.
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