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Pressemitteilung BoxID: 727620 (IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.)
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IfKom: Frequenzversteigerung fördert nur bedingt den Breitbandausbau

(PresseBox) (Dortmund, ) Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) halten die Einnahmen aus der geplanten Frequenzversteigerung für nicht ausreichend, um den Breitbandausbau maßgeblich voranzutreiben. Zudem können höhere Funkkapazitäten und mehr Spektrum den Glasfaserausbau nicht ersetzen.

Um das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel eines flächendeckenden Breitbandausbaus mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 zu erreichen, setzt die Bundesregierung auf einen Technologiemix aus Festnetz und Funklösungen. Dies kann aus Sicht der IfKom nur eine Übergangslösung sein. Mit allen großen Branchenverbänden sind sich die Ingenieure für Kommunikation einig, dass am Glasfaserausbau kein Weg vorbei geht.

Mit einer Rechtsverordnung hat die Bundesregierung in diesem Monat die Voraussetzungen für die Versteigerung von Frequenzen im 700 Megaherz- Bereich geschaffen. Dafür muss das digitale Antennenfernsehen vom Standard DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 ungestellt werden. Die Sendeanstalten wollen jedoch erst 2017 mit der Umstellung beginnen. Die Frequenzen will die Bundesnetzagentur jedoch bereits in diesem Jahr an Mobilfunkbetreiber versteigern.

Diese zeitlichen Abhängigkeiten lassen Zweifel aufkommen, ob und in wieweit diese Frequenzversteigerung einen signifikanten Beitrag zum Breitbandausbauziel leisten kann. Hinzu kommt die Erwartung des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur auf eine Milliardeneinnahme aus der Versteigerung, die er in den Breitbandausbau fließen lassen möchte. Auf eine genauere Schätzung will sich der Minister jedoch nicht einlassen. Außerdem muss er sich diese Einnahmen mit den Bundesländern teilen. Oppositionskreise im Bundestag vermuten bereits Einnahmen für den Bund von weniger als einer Milliarde Euro nach Abzug aller Kosten. Damit wäre die derzeit einzige verlässliche Finanzierungsquelle nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Gerade im ländlichen Raum sprechen Studien von einer Finanzierungslücke im zweistelligen Milliardenbereich.

Auch wenn die Zahl der Geräte für Funkbetrieb stetig zunimmt und heute gerne per Mobilfunk oder WLAN "ins Netz gegangen wird", ist nach Auffassung der IfKom ein flächendeckender Glasfaserausbau das wichtigste Ziel für einen sicheren Breitbandzugang mit hoher Kapazität und Verfügbarkeit. Funklösungen müssen sich immer den Frequenzbereich einer Funkzelle mit anderen teilen, eine garantierte Bandbreite kann es daher bei der Funkanbindung nicht geben.

Aber auch das Aufrüsten der vorhandenen Kupfernetze mit Vectoring, G.Fast oder ähnlichen Technologien kann nur eine Übergangslösung sein. Zudem bindet sie Kapital, das nicht für den Glasfaserausbau zur Verfügung steht und steuert Investitionen somit in eine kritische Richtung.

Die IfKom rufen daher alle im Markt agierenden Unternehmen und die Politik auf, gemeinsam die Investitionen in die richtige Richtung zu lenken und Finanzierungslücken zu schließen. Das Ziel kann nur ein flächendeckender Glasfaserausbau sein.

IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder - Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder - gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.