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Pressemitteilung BoxID: 735412 (IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.)
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Deutschlands Digitale Agenda - IfKom im Gespräch mit Landtagsabgeordneten Lothar Hegemann und Bürgermeisterkandidaten Michael Breilmann

(PresseBox) (Dortmund / Castrop-Rauxel , ) Die "Digitale Agenda" der Bundesregierung mit dem Ziel, den Rückstand in der Informations- und Kommunikationstechnik Deutschlands wettzumachen, war am 10.04.2015 Gesprächsthema der IfKom mit dem Landtagsabgeordneten Lothar Hegemann und dem Bürgermeisterkandidaten Michael Breilmann. Dabei wurde auch die Situation der Breitbandversorgung im Kreis Recklinghausen und der Stadt Castrop-Rauxel erörtert.

Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) halten die in der "Digitalen Agenda" aufgeführten Handlungsbedarfe für richtig, jedoch die zugehörigen Maßnahmen für zu wenig konkret. Sie sind nur selten mit Finanzmitteln untersetzt und im zeitlichen Ablauf sehr vage beschrieben. Um Deutschland zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 in Europa zu machen, sind in kurzer Zeit konkretere Maßnahmen zu ergreifen.

Der Bundesvorsitzende der IfKom, Heinz Leymann" stellte fest: "Für Breitbandanschlüsse wird das vorhandene Kupfernetz bei den künftig erforderlichen Bandbreiten, z.B. für 4k- und 8k-Fernsehen, also Fernsehen mit 4-facher bzw. 8-facher HD-Auflösung, an seine Leistungsgrenzen kommen.. Glasfasertechnik muss als state oft heart das etablierte Kupfernetz mehr und mehr ersetzen. In diesen Breitbandausbau sind weitere Investitionen erforderlich, dies gilt sowohl für den "incumbent" als auch für die Wettbewerber."

Eine Grundversorgungspflicht besteht allerdings nur für Schmalbandanschlüsse, diese muss zurzeit ausschließlich von der Deutschen Telekom erbracht werden. Breitbandige Internetanschlüsse unterliegen dagegen nicht der Grundversorgungspflicht. Kein Anbieter ist verpflichtet, Endkunden breitbandig zu versorgen. Das Verlegen von neuen Glasfaserkabeln ist wegen der hohen Tiefbaukosten in ländlichen Regionen häufig für die Netzbetreiber überaus unrentabel. Daher ist ein flächendeckender Breitbandausbau insbesondere in ländlichen Regionen in diesem Wettbewerbs- und Regulierungsrahmen nicht zu erwarten! Ein Breitbandausbau in ländlichen Regionen ist ohne staatliche Subventionen bzw. ohne staatliche Anreize kaum zu erwarten.

An der Entwicklung der digitalen Gesellschaft können nur Bürger und Unternehmen teilnehmen, die über einen ausreichend dimensionierten Netzanschluss verfügen. Folglich hat sich die Bundesregierung kurz nach Abschluss des Koalitionsvertrages das Ziel der 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 für 100 Prozent der Fläche Deutschlands gesetzt. Im reinen Wettbewerb lässt sich dieses Ziel aber nicht erreichen, weil es in ländlichen Gegenden immer Wirtschaftlichkeitslücken geben wird.

Die IfKom begrüßen die Investitionen der Deutschen Telekom in ihre Netze in Castrop-Rauxel und den Nachbarstädten Recklinghausen sowie Waltrop. Dies ermöglicht dann beispielsweise, 32.000 Castrop-Rauxeler Haushalten und Unternehmen mit Turbo-Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s im Download und bis zu 40 Mbit/s im upload im Internet zu surfen. Trotz hoher Investitionen des in Europa führenden Netzbetreibers wird es auch hier aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin Lücken geben hinsichtlich der Breitbandversorgung mit 50 Megabit pro Sekunde. Michael Breilmann fügte hinzu: "Seit dem 16. März ist der Ausbau der Breitbandversorgung in Castrop-Rauxel durch die Telekom abgeschlossen und das neue Glasfasernetz eingeschaltet. Damit gehört Castrop-Rauxel neben Recklinghausen und Waltrop zu den ersten drei Städten im Kreis, in denen dies möglich ist. Langfristig muss jedoch auch die Lücke in Henrichenburg geschlossen werden. Wichtig ist, dass dort die Bevölkerung über individuelle Lösungen informiert wird."

Aus der Sicht der IfKom ist das Ziel der 100-prozentigen Flächendeckung ohne stärkere Regulierungsinstrumente nicht möglich oder der Staat sorgt selbst für den Ausbau. Mit der Umsetzung der Digitalen Agenda will die Bundesregierung die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Deutschlands Rolle als innovative und leistungsstarke Volkswirtschaft in der Europäischen Union und der Welt auszubauen. Wenn das gelingen soll, müssen die Maßnahmen nach Auffassung der IfKom schnell, konkret und mit den nötigen Finanzmitteln ausgestattet umgesetzt werden. Diese Digitale Agenda kann nur der Anfang sein!

IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder - Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder - gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.