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Pressemitteilung BoxID: 228514 (ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.)
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vbw bezeichnet Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern als "Warnsignal"

Brossardt: "Abschwung hat Arbeitsmarkt erreicht, mehr Netto vom Brutto nötig"

(PresseBox) (München, ) Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. wertet den Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Bayern im Dezember um 0,4 Prozent auf vier Prozent als Warnsignal. "Absolut gesehen ist die Arbeitslosenquote von vier Prozent zwar ein guter Wert; und dass die Arbeitslosigkeit im Winter ansteigt, ist durchaus üblich. Der relativ starke Zuwachs um 0,4 Prozent ist dennoch ein Warnsignal und zeigt, dass der Abschwung nun auch den Arbeitsmarkt erreicht hat."

Brossardt: "Das Ausmaß der weltwirtschaftlichen Nachfragekrise lässt darauf schließen, dass wir 2009 eine weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit in Bayern erleben werden". Dabei sei es die Absicht der Firmen, möglichst viele Jobs über die Krise hinweg zu halten. "Die Unternehmen nutzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wie etwa den Abbau von Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit oder die Möglichkeiten, die ihnen die Tarifverträge bieten", erklärte Brossardt.

Damit sich die negativen Auswirkungen des Konjunkturabschwungs auf den Arbeitsmarkt in Grenzen halten, sei es entscheidend, dass die Bundesregierung jetzt die richtigen Maßnahmen gegen den Abschwung in die Wege leitet. Dabei begrüßte Brossardt insbesondere die Überlegungen der großen Koalition, die Rahmenbedingungen für die Unternehmen bei der Einführung von Kurzarbeitergeld zu verbessern.

Darüber hinaus plädierte Brossardt für eine deutliche Senkung von Steuern und Abgaben. "Die hohen Belastungen mit Steuern und Abgaben begrenzen die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, sich aus eigener Kraft gegen den Konjunkturabschwung zu stemmen." Eine Entlastung an dieser Stelle werde den Menschen dauerhaft mehr im Geldbeutel lassen und deshalb schnell positive Wirkungen gegen den Abschwung erzielen. Bei der Einkommensteuer forderte Brossardt neben der Anhebung des Freibetrags einen spürbar abgeflachten Verlauf des Steuertarifs: "Nur so können wir die sogenannte 'kalte Progression', die gerade Facharbeiter und qualifizierte Angestellte über Gebühr belastet, eindämmen." Bei den Lohnzusatzkosten forderte Brossardt die Bundesregierung auf, ihr Versprechen einzulösen und diese auf unter 40 Prozent zu senken.