vbw Studie prognostiziert 740.000 fehlende Pflegekräfte bis 2030

Brossardt: "Pflegelücke mit Gesamtkonzept schließen, Wohlstand sichern"

(PresseBox) ( München, )
Bis zum Jahr 2030 werden in Deutschland rund 740.000 Pflegekräfte fehlen, bis 2020 bereits 380.000. Für Bayern ergibt sich bis 2030 eine Pflegepersonallücke von 90.000, bis 2020 von gut 50.000. Das ist das Resultat der neuen Studie "Pflegelandschaft 2030", die die Prognos AG im Auftrag der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erstellt hat. "Die Ergebnisse sind beunruhigend. Die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt kontinuierlich an, die der Pflegekräfte sinkt künftig deutlich. Wenn Pflegekräfte fehlen, muss die Pflege von den Angehörigen übernommen werden - Fachkräfte, die dem Arbeitsmarkt und den Unternehmen fehlen", gibt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zu bedenken. Die vbw fordert deshalb ein Gesamtkonzept zur Behebung der Pflegepersonallücke und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Wirtschaftsstandorts.

Die Studie zeigt, wie ein "Aktionsprogramm Pflege" in fünf Handlungs- und zwei Maßnahmenfeldern aussehen muss. Brossardt: "Durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen im Pflegebereich können erstens die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen erhöht werden. Zweitens muss das Arbeitskräftepotenzial von Menschen für die Pflegebranche gehoben werden, die dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung stehen. Mögliche Maßnahmen sind hier die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildungsmaßnahmen für Migranten oder die Einbindung älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt. Ziel des dritten Handlungsfelds ist, die Wochenarbeitszeit in der Pflege zu erhöhen. Viertens ist eine breite Bildungsoffensive für Pflegefachkräfte und die Einführung eines einheitlichen Ausbildungssystems für alle Pflegeberufe notwendig. Fünftens brauchen wir eine gezielte Zuwanderung von Pflegefachkräften."

Brossardt weiter: "Mit Maßnahmenfeld eins müssen wir zudem die Effizienz in der Pflege verbessern, zum Beispiel durch den verstärkten Einsatz von IT oder Telemedizin und Arbeitsteilung. Im zweiten Maßnahmenfeld sollen innovative Formen der Rehabilitation die Gefahr der Pflegebedürftigkeit reduzieren. Nur mit einem umfassenden Konzept können wir die Lücke bei den Pflegekräften schließen." In diesem Zusammenhang kritisierte Brossardt das fehlende Gesamtkonzept. "Es wird nur punktuell an der 'Baustelle Pflege' gearbeitet. Viele Maßnahmen gehen zudem in die falsche Richtung, wie das Familienpflegezeitgesetz. Es verschiebt die Verantwortung hin zu Unternehmen und Familien. Es ist damit ungerecht und nicht zielführend, weil die Pflege von Angehörigen meist eine langfristige Aufgabe ist", betont Brossardt.
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