Bayerische Wirtschaft kritisiert Vorschläge des DGB zur Zeitarbeit scharf

Brossardt: „Dem DGB geht es bloß um Mitgliedergewinnung“

(PresseBox) ( München, )
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat die Pläne des DGB zur Eindämmung der Zeitarbeit scharf kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer der vbw, Bertram Brossardt: "Die Vorschläge sollen in erster Linie dazu dienen, Zeitarbeitnehmer für die DGB-Mitgliedsgewerkschaften zu gewinnen." Für dieses "Mitgliedergewinnungsprogramm" sei die Gewerkschaft bereit, die Arbeitsmarkterfolge der Zeitarbeit leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Leidtragende wären auch die Firmen, indem sie die nötige Flexibilität zur Abfederung von Auftragsspitzen durch Zeitarbeit zu verlieren drohten.

Der Hauptgeschäftsführer kritisierte insbesondere den Vorschlag, per Gesetz für Zeitarbeitnehmer ab dem ersten Tag im Betrieb das Prinzip der Gleichbehandlung beim Entgelt und den übrigen Arbeitsbedingungen gelten zu lassen. "Ein Zeitarbeitnehmer ist nicht prinzipiell mit einem Stammarbeitnehmer vergleichbar. Ein Zeitarbeitnehmer muss an unterschiedlichen Arbeitsplätzen einsetzbar sein und kann daher nicht an jedem Ort die gleiche Produktivität bringen wie ein Festangestellter." Zudem gelten für Zeitarbeitnehmer eigene Tarifverträge, die nicht einfach per Gesetz ausgehebelt werden dürfen. Hier lege die Gewerkschaft – wie schon beim Mindestlohn – erneut die Axt an die Tarifautonomie.

Von der Zeitarbeit profitierten laut Brossardt vor allem jene Menschen, die sonst kaum Chancen hätten. Knapp 70 Prozent aller im letzten Jahr zusätzlich beschäftigten Zeitarbeitnehmer kamen aus der Arbeitslosigkeit. Zudem werden ca. 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer vom Entleihbetrieb übernommen. Brossardt: "Ein besseres Arbeitsmarktinstrument als die Zeitarbeit gibt es nicht. Die Vorschläge des DGB gefährden diese Erfolge."

Die Behauptung des DGB, die Unternehmen ersetzten Stammbelegschaften durch Zeitarbeitskräfte, sei zudem falsch. "Nur ein Drittel des Beschäftigungsanstiegs im letzten Jahr ging auf die Zeitarbeit zurück. Das heißt: Zwei Drittel, also der weit überwiegende Teil der zusätzlich entstandenen Jobs, waren Stammarbeitsplätze." Brossardt schließt daraus: "Die Probleme, die die Gewerkschaft bei der Zeitarbeit sieht, sind zum größten Teil konstruiert."
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