Globale Wachstumsmärkte bieten deutschen Mittelständlern neue Perspektiven

(PresseBox) ( Kiel, )
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- Unternehmen erwarten zunehmend Wachstumsimpulse aus Asien
- Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten auf Einladung von Unternehmer Positionen Nord über das Potenzial internationaler Märkte
- Next-Eleven-Staaten gewinnen an Bedeutung für den Mittelstand

Unternehmer und Experten waren sich einig: Neben China und den weiteren BRIC-Staaten bieten auch die aufstrebenden Volkswirtschaften der Next-Eleven-Staaten für deutsche Mittelständler gute Chancen. Mit Ihrem starken Wirtschaftswachstum und der steigenden Kaufkraft rücken stetig weitere Schwellenländer für den Export deutscher Waren und Dienstleistungen in den Fokus. Über die Perspektiven und die Herausforderungen internationaler Märkte diskutierten gestern auf Einladung der Mittelstandsinitiative der HSH Nordbank Unternehmer Positionen Nord (UP°) Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Kiel.

Dr. Klaus von Dohnanyi, der ehemalige Erste Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, Autor und Jurist stellte fest: "In den Industrieländern wird der Wettbewerb immer intensiver." Das Wachstumspotenzial in Deutschland und den etablierten Märkten sei begrenzt, der Blick auf internationale Absatzmärkte durchaus lohnend. "Sofern sich die Unternehmer an die Bedingungen der Globalisierung anpassen, werden sie sich auch dort behaupten können", so Dohnanyi. Die hierfür notwendige Flexibilität und Offenheit berge zwar auch die Risiken des Wissenstransfers und des Entstehens einer wachsenden Konkurrenz in Billiglohnländern. Zunächst jedoch böte der Nachholbedarf bei der Bevölkerung in den Schwellenländern in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen ein enormes unerschlossenes Absatzpotenzial. Von der Politik forderte er eine Umkehr: "Wir brauchen ein dezentraleres Europa. Die Nationen müssen wieder mehr Eigenverantwortung tragen, ohne dabei gemeinsame Ziele in der Außen- und Wirtschaftspolitik aufzugeben." Denn im globalen Wettbewerb komme es zunehmend darauf an, flexibel und beweglich zu sein.

Neben den Aussichten für die internationalen Wachstumsmärkte Brasilien, Russland, Indien und den Next-Eleven-Staaten war ein Diskussionsschwerpunkt China. Prof. Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, sagte, dass die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Welt vom Wachstum im Land der Mitte und dem restlichen asiatischen Raum abhinge: "Wenn das Wachstum beispielsweise in China abflaut, dann würde es auch die deutsche Wirtschaft hart treffen."

Starke Marktstellung in China

Trotzdem verspräche die Kaufkraft von 1,3 Milliarden chinesischer Konsumenten ein großes Potenzial. China bleibe eines der wichtigsten Exportländer der kommenden Jahre. Nicht zuletzt, weil die chinesische Regierung ihr Währungssystem weiter liberalisiert habe und nun ausländischen Unternehmen die Möglichkeit biete, in Landeswährung zu fakturieren und Festpreisvereinbarungen abzuschließen, habe sich deren Marktstellung und Verhandlungsposition deutlich verbessert.

Auch Olaf J. Müller, Geschäftsführer der Fette Compacting GmbH, einem Weltmarktführer für Tablettenpressen, blickt zuversichtlich in Richtung China. "Die Innovationskraft ist entscheidend im Wettbewerb der mittelständischen Wirtschaft." Neue Formen der Kooperation und Arbeitsteilung mit chinesischen Partnern sieht Müller für die Zukunft ebenso wie einen neuen Schwerpunkt im Beratungs- und Dienstleistungssektor.

Auf die Stäken der chinesischen Unternehmen wies Prof. Dr. Sebastian Heilmann hin. Der besonders hohe Grad an Flexibilität der chinesischen Unternehmen sei ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Reich der Mitte: "Auch die vielen wirtschaftlichen Kollapsszenarien der vergangenen Jahrzehnte haben sich alle nicht bewahrheitet, das Land hat immer wieder überrascht. Wir dürfen China mit seiner Kreativität daher niemals unterschätzen, sondern müssen es als eine sehr ernst zu nehmende Herausforderung sehen", mahnte er. Der China-Experte lehrt an der Universität Trier Politikwissenschaften, zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das politische System und die Wirtschaftsreformen in der Volksrepublik. "Selbst auf Feldern, auf denen wir uns derzeit sicher fühlen, könnten uns die Chinesen bald abhängen", prognostiziert Heilmann. Für die deutschen Unternehmen gelte es, flexibel zu agieren und ihre bestehende Innovationskraft weiter auszuschöpfen. Angesichts gewaltiger auf die Boom-Länder zukommender Umweltprobleme könnten Entwicklungen in der Umwelttechnik ebenso wie Produkte der Nano- und Biotechnologie zu kommenden Exportschlagern werden.
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