Medienforum Mittweida: "Es gab nie eine Fernsehkultur"

Der dritte Tag - Highlight beschließt den Fachkongress

(PresseBox) ( Mittweida, )
Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Tod der Fernsehkultur" beschlossen vier hochkarätige Referenten das 12. Medienforum in Mittweida. Schirmherr der Veranstaltung Helmut Thoma, Thomas Lückerath von DWDL, Jürgen Bertram Journalist und Autor und Schauspieler Manuel Cortez diskutierten über den vermeintlichen Niedergang des deutschen Fernsehens. "Fernsehen war von den Konsumenten her als Unterhaltungsmedium gedacht," so Helmut Thoma.

Das Streitgespräch teilte sich grob in zwei Hälften. In der Ersten sprachen die Teilnehmer über die Qualität der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender. Jürgen Bertram Kritiker des Programms und trotzdem Verfechter des öffentlich-rechtlichen Systems:"Die Schuldigen sind diejenigen, die es nicht vermochten sich gegen die Privaten zu wehren." So ist privates und gebührenfinanziertes Fernsehen austauschbar. "Für den Zusammenstoß von zwei Fußgängern machen die schon Brennpunkte," überspitzte Helmut Thoma und auch Manuel Cortez lehnt bewusst öffentlich-rechtliche Fernsehproduktionen ab. Dort müsse er "grundsätzlich einen Akzent haben und die Pizza austragen."

Die Zukunft der Mattscheibe stand im zweiten Teil auf dem Plan. "Die Technik wird sich ändern, aber solange Menschen davor sitzen werden die Inhalte dieselben bleiben," stellte Dr. Thoma fest. Denn Interviews bei Sportveranstaltungen klingen alle gleich und auch "der Talkshowzirkus dreht sich nur noch um seine eigene Achse," konkretisierte Jürgen Bertram.

Selbst wenn das Internet das nächste große Medium wird, bedeutet dies für Manuel Cortez nur noch "möglichst schnell, möglichst kurz, möglichst viel". Dies entspräche nicht den bekannten Sehgewohnheiten. Thomas Lückerath gibt noch ein weiteres Beispiel für die Veränderung der Einstellung zum Fernsehen. Er selbst schaut immer weniger lineares Fernsehen, denn er bekommt, wie Millionen andere auch, seine Lieblingssendung nach der Ausstrahlung kostenfrei im Internet.

Das Fernsehen wird trotzdem weiterleben. "Kein Medium ist je komplett verschwunden. Selbst die Kunst des Steineschneidens, ist nur zurückgedrängt auf das Begräbnis," sagte der ehemalige Geschäftsführer von RTL, Helmut Thoma, voraus.

Die Referenten standen nach den Vorträgen und Diskussionen für Interviews der Hochschulmedien bereit. Ob als Video, Audio oder in schriftlicher Form, die wichtigsten Aussagen der Referenten erhalten Sie auf unserem Blog oder auf www.medien-mittweida.de. Dort finden Sie ebenfalls Hintergründe, Kommentare und Interviews in unserer Live- Zeitung zum Forum.

Allgemeine Informationen, wie Fotos vom Tag, Referenteninformationen und das weitere Programm, finden Sie auf unserer Internetseite www.medienforum-mittweida.de.
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