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Pressemitteilung BoxID: 488967 (Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung)
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HTWG-Inszenierung ist "beste Festivalproduktion"

Die EventProduktion der HTWG inszeniert mit chinesischen Studenten Goethes "Faust" - Außergewöhnliche Regiearbeit über Zeitzonen und Mentalitätsgrenzen hinweg

(PresseBox) (Konstanz, ) Es ist ein außergewöhnliches Experiment, das die EventProduktion der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung auf die Bühne bringt: Unter der Regie von Gerhard Dressel und Professor Xiao Ping Lu, Universität Nanjing, werden Konstanzer Studierende mit Studierenden der chinesischen Universität Goethes Klassiker "Faust" inszenieren. Das Besondere: Die gemeinsame Probenarbeit erfolgt, während die Schauspieler tausende Kilometer voneinander getrennt sind. Und: Das gemeinsam erarbeitete Stück mit dem Titel "Faust 3" wird die unterschiedliche Rezeption des Klassikers im deutschen und im chinesischen Kontext aufgreifen.

"In China geht man in der Regel viel respektvoller mit dem Klassiker um. Da steht Fausts Streben nach Fortschritt im Vordergrund, was positiv gesehen wird", sagt Regisseur Gerhard Dressel. An europäischen Theatern wird derzeit in Faust-Inszenierungen ein anderer Fokus gesetzt: Zivilisationszweifel, Umweltzerstörung, Konflikte zwischen Kulturen und vor allem der kritische Blick auf die Finanzwelt sind Themen, die aus dem umfangreichen Werk herausgezogen werden.

"Faust 3" ist ein Stück, vor dessen Inszenierung harte Arbeit mit dem Text stand. Dressel hat viel mit seinem chinesischen Kollegen über das Werk diskutiert und Szenen sorgfältig ausgewählt. Brückentexte zwischen den Versatzstücken, die den Bezug zur Gegenwart schaffen, hat die Autorin Katharina Münk geschrieben, aus deren Feder bereits zwei frühere Theaterprojekte der EventProduktion stammten.

Im April wird die Inszenierung Premiere feiern - im kanadischen Montreal während des Theaterfestivals FIT 12. Wenige Tage davor werden die Theaterleute das erste Mal auf derselben Bühne miteinander arbeiten. Danach folgen weitere Aufführungen im chinesischen Nanjing, anlässlich der Feierlichkeiten zum 110-jährigen Bestehen der Universität. In China wirken überwiegend Studierende des Theater- und Filminstituts der Universität Nanjing mit, die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Techniker des HTWG-Teams sind Studierende verschiedener Fakultäten.

Derzeit erfolgt die Probenarbeit über Filme, die per E-Mail ausgetauscht werden. "Das ist ein etwas anderes Arbeiten als üblich", betont Dressel. Während beim chinesischen Faust die Sonne untergeht, beginnen beim deutschen Mephisto die Proben. Zwischen den Schauspielern klaffen aber nicht nur tausende Kilometer, sondern auch eine weit voneinander entfernte Kulturgeschichte, Mentalitäts- und Sozialisierungsunterschiede und schließlich ein anderer politischer Hintergrund. Die Inszenierung der Universität Nanjing wird mit der traditionellen Faust-Rezeption in China brechen. "Man kennt Faust in China und man hat großen Respekt vor dem Klassiker", sagt die Chinesin Yangyang Lu, die an der HTWG im Studiengang Wirtschaftssprache Deutsch und Tourismusmanagement eingeschrieben ist und erstmals für "Faust 3" als Schauspielerin auf der Bühne steht. Dressel jedoch ergänzt: "Meine Kollegen in Nanjing sehen Faust inzwischen durchaus kritisch, er hat Blut an den Fingern." Eine politisch heikle Szene in der Inszenierung wird deshalb beispielsweise der Hinweis auf die Zerstörung von Wohnraum und Heimat zugunsten des wirtschaftlichen Fortschritts sein.

In Deutschland wird das gemeinsame Projekt erst Ende November zu sehen sein, wenn die chinesische Theatergruppe für zehn Tage nach Konstanz kommt. Dann wird die Hochschule ihre interdisziplinären Karten zücken: Studierende des Studiengangs Wirtschaftssprachen Asien und Management werden das Marketing betreuen, Studierende des Studiengangs Wirtschaftssprache Deutsch und Tourismusmanagement bereiten den Gästen ein touristisch attraktives Programm vor.

Eine einstündige "Pocket-Version" des Stücks hatte bereits Premiere: Dressel hat mit drei Studentinnen beim Theaterfestival RITU 29 an der Königlichen Universität Lüttich/ Belgien teilgenommen. Die Resonanz, die die Konstanzer dort erfahren haben, war überwältigend: die Inszenierung und die Leistungen der Darstellerinnen wurden als beste Festival-Produktion bezeichnet.
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