Perlmutt im Supercomputer

Heidelberg, (PresseBox) - HITS-Forscherin Frauke Gräter erhält den „PRACE Ada Lovelace Award“ 2017. Damit ehrt die europäische Initiative für Hochleistungsrechnen PRACE Wissenschaftlerinnen, die herausragende Beiträge im „High Performance Computing“ geleistet haben.

Prof. Frauke Gräter, Leiterin der Forschungsgruppe „Molecular Biomechanics“ am HITS in Heidelberg, erhält den „PRACE Ada Lovelace Award for HPC“. Mit dem Preis werden seit dem letzten Jahr Wissenschaftlerinnen geehrt, die herausragende Beiträge zum Hochleistungsrechnen (High Performance Computing – HPC) in Europa geleistet haben. Vergeben wird die Auszeichnung durch PRACE (Partnership for Advancing Computing in Europe), eine europäische Initiative zur Bündelung der Rechenleistung von Hochleistungsrechnern. Die Preisverleihung findet am 18. Mai 2017 während der PRACEdays17-Konferenz in Barcelona statt.

Wie beeinflusst mechanische Kraft die inneren Abläufe des lebenden Organismus? Dieser Frage widmet sich Frauke Gräter mit Hochleistungsrechnen und Simulationstechniken in unterschiedlichen Größenskalen. „Im Bereich der theoretischen Biophysik hat sie ausgezeichnete Ergebnisse erzielt“, heißt es in der  Erklärung von Serge Bogaerts, dem Geschäftsführer von PRACE aisbl. „Einer ihrer größten Erfolge ist die Entschlüsselung des mechano-sensitiven Mechanismus bei der Blutgerinnung.“

Die promovierte Chemikerin Frauke Gräter leitet seit 2009 die Forschungsgruppe „Molecular Biomechanics am HITS. Seit 2014 ist sie zugleich Professorin für „Molecular Biomechanics“ an der Universität Heidelberg. Außerdem ist sie seit diesem Jahr Mitglied im Direktorium am Interdisziplinären Institut für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Universität Heidelberg.

Unter anderem wurde ihre wissenschaftliche Arbeit “Micromechanics of Biocomposite Materials“ von PRACE mit 11,5 Millionen Rechnerstunden auf dem „Hermit“ Supercomputer am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart ausgezeichnet. Frauke Gräter und ihr Team konzentrierten sich in der Untersuchung auf die mechanischen Eigenschaften von Perlmutt, einem natürlichen Material, das dank raffinierter hierarchischer Nanostrukturen eine hohe Stabilität aufweist. „Die atomistische Struktur auf der Nanometer-Skala bestimmt die verblüffenden Eigenschaften von Perlmutt“, sagt Frauke Gräter. „Unsere Simulationen berechnen diese Details mit ein und sind deshalb rechnerisch sehr anspruchsvoll.“   

Bei der PRACEdays17 Conference in Barcelona (16. bis 18. Mai 2017) wird Frauke Gräter an der abschließenden Diskussionsrunde “Support to HPC code: The gap between scientific code development and exascale technology. The software challenges for extreme scale computing faced by the Community” teilnehmen und den Preis sowie eine Summe in Höhe von 1000 Euro in Empfang nehmen.

Als Mutter dreier Söhne verbindet Frauke Gräter ihre Forschungskarriere in einem männerdominierten Berufsfeld mit einem aktiven Familienleben. Kürzlich wurde sie von der “Biophysical Society’s Committee for Professional Opportunities for Women” auf einer Liste international herausragender Biophysikerinnen aufgeführt und porträtiert.

PRACE

Die "Partnership for Advanced Computing in Europe" (PRACE) ist eine internationale Non-Profit-Vereinigung mit Sitz in Brüssel. Die PRACE Research Infrastructure bietet einen nachhaltigen Weltklasse-Service im Hochleistungsrechnen für Wissenschaftler und Forscher aus Wissenschaft und Industrie in Europa. Die Computersysteme und ihre Operationen, die über PRACE zugänglich sind, werden von 5 PRACE-Mitgliedern bereitgestellt und finanziert (BSC für Spanien, CINECA für Italien, CSCS für die Schweiz, GCS für Deutschland und GENCI für Frankreich). Die Implementierungsphase von PRACE erhält Mittel aus dem EU-Siebten Rahmenprogramm (RP7 / 2007-2013) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung RI-312763 und aus dem EU-Horizont 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm (2014-2020) im Rahmen der Finanzhilfevereinbarungen 653838 und 730913. swww.prace-ri.eu.

HITS gGmbH

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union. PRACE

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