Wirkung von Studiengebühren - erste offizielle Vorabergebnisse

(PresseBox) ( Hannover, )
Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene repräsentative HIS-Untersuchung unter den Studienberechtigten des Jahres 2006 belegt, dass abschreckende Effekte von Studiengebühren geringer als vielfach erwartet sind. Der Anteil der Studienberechtigten des Jahrgangs 2006, die aus diesem Grunde derzeit auf ein Studium verzichten, liegt bei 1,4 Prozent, für weitere 3,0 Prozent ist die Aufnahme eines Studiums noch unsicher. Dies sind in Absolutzahlen zwischen 6.000 und 18.000 Studienberechtigte des Jahrgangs 2006. Überdurchschnittlich ausgeprägt ist der Studienverzicht bei Frauen und Kindern aus hochschulfernen Elternhäusern. Bislang sind die Ergebnisse der HIS-Studie noch nicht publiziert.

Die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung, bei der rund 5.240 Studienberechtigte befragt wurden, zeigen, dass das Gros der Studienberechtigten sich in ihren Studienplänen nicht von Studiengebühren beeinflussen lässt.

Studiengebühren sind nach der Studie nur eine von vielen Ursachen für Studienberechtigte, sich gegen ein Studium zu entscheiden. So werden beispielsweise der Wunsch, "möglichst bald selbst Geld zu verdienen" oder das Interesse für eine praktische Tätigkeit demgegenüber wesentlich häufiger als Gründe für den Studienverzicht genannt.

Die HIS-Studie konstatiert eine generelle Verunsicherung, die von der Erhebung von Studiengebühren hinsichtlich der Studienentscheidung auch für die Studienberechtigten in Bundesländern ausgeht, die keine Gebühren eingeführt haben oder planen. Generell reagieren ostdeutsche Studienberechtigte sensibler auf das Thema Studiengebühren als westdeutsche.

Bei den Motiven der Hochschulwahl stehen Studiengebühren aber nicht an erster Stelle: Immerhin 43 % sagen, dass Studiengebühren ein wichtiges Kriterium für sie seien, nur 6 % der Studienanfänger geben als entscheidendes Hochschulwahlmotiv an, an ihrer Hochschule (noch) keine Studiengebühren bezahlen zu müssen. Hier rangieren andere Gründe an vorderer Stelle, so etwa für 25 % der Studienanfänger, dass das Studienangebot ihren fachlichen Interessen entspricht, und für 18 % die Nähe zum Heimatort.

Eine große Mehrheit (74 Prozent) der Studienanfänger, die an Hochschulen studieren, die Studiengebühren erheben, erwartet im Gegenzug zur Zahlung von Studiengebühren deutliche Verbesserungen der Studienbedingungen, wie eine zweite HIS-Studie belegt, die ebenfalls in Kürze veröffentlicht wird. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil lediglich bei 46 Prozent.
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